Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Überschwemmungsschaden - Wer muss Beweis führen?

  • 1 Minuten Lesezeit

Der Fall: Der Versicherungsnehmer verlangt vom Versicherer die Erstattung für Schäden, die infolge eines Starkregens im Keller der Versicherten entstanden sind. Ein bestehender Versicherungsschutz gegen Überschwemmungen ist unstreitig gegeben. Fraglich ist in diesem Fall jedoch, ob überhaupt ein Überschwemmungsschaden vorliegt. Auch die Darlegungs- und Beweislastverteilung ist strittig. 

Das Gericht: Das Gericht weist das Begehren des Versicherungsnehmers zurück. Dieser hat die Schadensvoraussetzungen, welche durch die Überschwemmung entstanden sein sollen, nicht in umfassender Weise darlegen und beweisen können. Eine Überschwemmung ist gegeben, wenn das Oberflächenwasser sich entweder durch Ausuferung von oberirdischen Gewässern ansammelt oder durch Witterungsniederschläge bzw. beim Austritt von Grundwasser an die Erdoberfläche, welches durch Witterungsniederschläge bedingt ist. Das Wasser muss sich in erheblichen Umfang zumindest auf einen Teil des Grundstücks sowie außerhalb auf der Freifläche ansammeln. Vorliegend war Wasser in den Keller des Hauses eingedrungen. Der Versicherungsnehmer konnte hier jedoch nicht beweisen, dass es zu einer erheblichen Wasseransammlung kam und dass Starkregen auch zur Überflutung geführt hat.

Kopinski-Tipp: Die Tatsachen, die zur Überschwemmungsursache gehören, sind vor Gericht zwingend hinreichend begründet darzulegen. Es genügt nicht, lediglich auf die Kausalität zwischen Ursache und Schaden hinzuweisen. 

S.a. OLG Brandenburg, 27.02.2021, 11 U 213/20


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Mietrecht & Wohnungseigentumsrecht

Artikel teilen:


Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Weitere Rechtstipps von Rechtsanwalt Franz-Ludwig Kopinski

Der Fall: Die Wohnungseigentümergemeinschaft besteht aus zwei Mitgliedern. Von den Mietern werden im Erdgeschoss ein Restaurant und im Obergeschoss eine Zahnarztpraxis betrieben. Als es zu ... Weiterlesen
Der Fall : Es besteht ein Wohnraummietvertrag zwischen den streitenden Parteien. In § 1 des Mietvertrages steht geschrieben, dass im "Erd-, Unter- und Zwischengeschoss" vermietet wird. Die ... Weiterlesen
Der Fall : Einzelne Wohnungseigentümer forderten von den übrigen Wohnungseigentümern den Austausch eines beschädigten Fensters. Dies geschah noch vor der WEG-Reform. Zu diesem Zeitpunkt wies das ... Weiterlesen

Beiträge zum Thema

05.09.2016
Das LG Bochum hat per Urteil im April 2015 für Recht befunden, dass auch durch Starkregen hervorgerufene Schäden ... Weiterlesen
12.09.2019
Im Zivilprozess ist die Schätzung der Geschwindigkeit eine sehr unzuverlässige Methode. Ich habe es immer wieder ... Weiterlesen
15.06.2010
In einem Urheberrechtsprozess wegen des Uploads geschützter Werke innerhalb einer P2P-Tauschbörse, werden oft zum ... Weiterlesen