Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Entschädigung für Flugverspätungen nach der Fluggastrechteverordnung

(12)

Nach der immer noch weitgehend unbekannten – oder zumindest von den Passagieren wenig bemühten – Fluggastrechteverordnung hat jeder Passagier bei Flügen, die in der EU starten, einen Entschädigungsanspruch ab einer Verspätung von 3 Stunden. Zudem greift die Verordnung bei allen in der EU landenden Flügen aus Drittstaaten, wenn die Airline ihren Sitz in der EU hat. Nebenbei hat die Türkei eine ähnliche Verordnung geschaffen, sodass auch Flugverkehre mit dem beliebten Urlaubsland in der Regel abgedeckt sind.

Der Entschädigungsanspruch besteht, wenn die Verantwortung für die Verspätung bei der Airline liegt. Dann gibt es für Flüge ab 3.500 km 600 Euro Entschädigung, bei Flügen innerhalb der EU oder einer Strecke zwischen 1.500 und 3.500 Kilometern werden für die Fluggesellschaft 400 Euro fällig. Liegt die Flugentfernung darunter, müssen 250 Euro Entschädigungssumme an den Fluggast ausgezahlt werden.

Die Airlines sind bestimmt erfreut, dass die Passagiere Ersatzzahlungen in Millionenhöhe einfach verfallen lassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass in den Fällen, die tatsächlich gemeldet werden, unbürokratisch reguliert wird. Vielmehr verweigern die Fluggesellschaften oftmals zu Unrecht die Entschädigung oder antworten dem Passagier erst gar nicht. Davon lassen sich dann häufig selbst die Passagiere abschrecken, die ihre Rechte zu kennen dachten.

So leicht sollte man es den Airlines nicht machen. Uns liegen mittlerweile etliche Fälle vor, in denen nach Einschaltung unserer Kanzlei sofort gezahlt wurde. In einem Fall ließ es die Fluglinie zwar drauf ankommen. Bezeichnend ist, dass aber auch in diesem einen Fall unmittelbar nach unserer Klageerherbung beim zuständigen Amtsgericht die Fluggesellschaft eingeknickt ist und gezahlt hat.

Denn die Fluggesellschaften haben wenig Spielraum, was die Entlastung von der Verantwortlichkeit angeht. Grundsätzlich gilt grob vereinfacht, dass nur bei außerordentlichen Sachverhalten diese Verantwortung entfällt. Eine solche Außerordentlichkeit lag bisher noch einem keinem der bei uns bearbeiteten Fälle vor.

Ganz aktuell hat der EuGH entschieden, dass die Airline z. B. auch dann haftet, wenn die Verspätung auf einen Zusammenstoß zwischen dem Flugzeug und einem Treppenfahrzeug zurückzuführen ist (EuGH, 21.11.2014, Az.: C-394/14).

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder unsere Hilfe bei der entsprechenden Durchsetzung Ihrer Rechte benötigen, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Rechtsanwalt Christoph Birk, Häger & Birk Rechtsanwälte – Bremen, Bremen – Nord


Rechtstipp vom 26.11.2014
Aktualisiert am 14.06.2017

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Profil-Bild
            Rechtsanwalt Christoph Birk (Häger & Birk Rechtsanwälte) Rechtsanwalt Christoph Birk

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Informationen über aktuelle Gesetzesänderungen, neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den anwalt.de-Newsletter verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können den anwalt.de-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.