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Fake-Shops: So erkennen Sie unseriöse Online-Angebote

Rechtstipp vom 07.02.2019
(132)
Rechtstipp vom 07.02.2019
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Fake-Shops: So erkennen Sie unseriöse Online-Angebote
Das Geschäft mit Fake-Shops boomt. Recherchieren Sie daher immer, ob der Anbieter, bei dem Sie bestellen möchten, seriös ist.
  • Fake-Shops versprechen Markenartikel zu auffällig günstigen Preisen.
  • Bestellte Artikel werden nicht geliefert und die Käufer erhalten das überwiesene Geld nicht zurück.
  • Fake-Shops werden üblicherweise außerhalb der EU betrieben, damit der Betreiber schwer zu belangen ist.
  • Unseriöse Shops lassen sich an mehreren Merkmalen erkennen.

Zwei Betreiber von Fake-Shops wurden letztes Frühjahr zu Gefängnisstrafen von zwei Jahren sowie drei Jahren und acht Monaten verurteilt. Sie hatten versucht, gegen das Urteil vorzugehen, allerdings ohne Erfolg. 

Der Bundesgerichtshof hat jetzt entschieden, dass die Strafe der beiden Männer aus Nordschwaben rechtens ist. Sie hatten über 40 Fake-Shops betrieben und einen Gesamtschaden von über 13.000 Euro verursacht. Laut einer Umfrage der Verbraucherzentrale Brandenburg sind 4,4 Millionen Deutsche bereits Geschädigte eines Fake-Shops geworden.

Was sind Fake-Shops?

Fake-Shops sind Online-Shops, die die angebotenen Waren niemals liefern und das Geld des Käufers einbehalten. Sie versprechen Produkte bekannter Marken zu Niedrigpreisen und sind auf den ersten Blick kaum von seriösen Verkaufsplattformen zu unterscheiden. Zahlreiche Fake-Shops sind auch Kopien bereits existierender Websites. Oft werden sie von dem jeweiligen Betreiber nach kurzer Zeit wieder aus dem Netz genommen, damit sich sein Risiko, belangt zu werden, verringert. 

Ist die Bezahlung für die versprochene Ware auf dem Konto des Betreibers eingegangen, haben Fake-Shop-Betreiber ihr Ziel erreicht. Sie verweigern anschließend die Lieferung und reagieren nicht auf Kundenanfragen. In den meisten Fällen ist es schwierig, rechtliche Schritte gegen Fake-Shop-Betreiber einzuleiten, denn sie sitzen entweder außerhalb der EU oder können überhaupt nicht ermittelt werden. 

Wie erkennen Sie einen Fake-Shop?

  • Extrem niedrige Preise, die den Internetnutzer zum spontanen Kauf animieren sollen.
  • Der Shop akzeptiert nur Vorauszahlung.
  • Das Impressum fehlt komplett, ist falsch oder unvollständig.
  • Der Shop hat entweder gar keine oder nur sehr gute Bewertungen erhalten.

Allerdings sind nicht alle Fake-Shops dermaßen eindeutig erkennbar. Etliche Betrüger gehen mittlerweile extrem raffiniert vor und verwenden auch realistisch gefälschte AGB und Datenschutzerklärungen, um potenzielle Interessenten zu täuschen.

Zudem benutzen nicht alle Shops die Vorkasse-Masche – etliche von ihnen versenden tatsächlich Waren. Allerdings erhält der Käufer dann entweder einen anderen Artikel als den gewünschten oder eine billige Kopie des ursprünglich bestellten Produkts.

Eine Online-Recherche hilft im Zweifelfall weiter

Um sicher zu sein, ob ein Anbieter seriös ist, sollten Sie sich ausführlich über ihn informieren, bevor Sie einen Impulskauf tätigen. Recherchieren Sie mithilfe gängiger Suchmaschinen nach den Erfahrungen anderer Kunden und lesen Sie diese aufmerksam durch. Auch ein Preisvergleich mit anderen Anbietern ist sehr empfehlenswert. 

Sind die Preise unrealistisch niedrig und es lassen sich keine brauchbaren Informationen über den Anbieter finden, sollten Sie besser einen anderen Shop wählen. Auch eine Anfrage bei der Verbraucherzentrale kann sich lohnen, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob bei dem vorliegenden Shop sicher eingekauft werden kann oder nicht. 

Was tun, wenn Sie bereits überwiesen haben?

  • Informieren Sie sofort Ihre Bank oder Ihren Zahlungsdienstleister. In vielen Fällen lassen sich getätigte Zahlungen rückgängig machen, wenn Sie sie frühzeitig melden.
  • Bewahren Sie alle Belege für Ihren Kauf auf, wie etwa Ihre Bestellbestätigung und den Kaufvertrag. Auch E-Mail-Verkehr und einige Bildschirmfotos des Shops sollten Sie sichern, für den Fall, dass der Betreiber den Fake-Shop aus dem Netz nimmt.
  • Haben Sie Ihre Kreditkarte zur Zahlung benutzt, lassen Sie sperren. Fordern Sie von Ihrem Kreditkartenanbieter eine Rückzahlung wegen des Verdachts auf Betrug.
  • Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige. Benutzen Sie dazu die Beweise, die Sie gesichert haben.

Vorsicht vor Datendiebstahl

Betreibern unseriöser Shops geht es oft nicht nur darum, sich das Geld gutgläubiger Internetnutzer zu erschleichen. Auch von den persönlichen Daten, die Nutzer des Shops bei ihrer Bestellung hinterlassen, lässt sich profitieren, indem sie an Dritte weiterverkauft werden. 

Etliche Fake-Shop-Betreiber begehen auch Identitätsdiebstahl, indem sie die erbeuteten Daten später illegal weiterbenutzen. Hierzu gehört die Erstellung von Fake-Profilen oder die Erschleichung von Leistungen unter Angabe fremder Namen- und Adressdaten. Haben Sie Hinweise darüber, dass Ihre persönlichen Daten missbräuchlich benutzt werden, sollten Sie sofort Strafanzeige bei Ihrer Polizeidienststelle erstatten.

(JSC)

Foto : @Shutterstock.com/Dean Drobot


Rechtstipp aus der Themenwelt Unterwegs im Internet und den Rechtsgebieten IT-Recht, Strafrecht

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