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Galeria Karstadt Kaufhof schließt viele Filialen – Wichtiges für Arbeitnehmer

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Viele Arbeitnehmer von Galeria Karstadt Kaufhof müssen sich auf den Verlust Ihres Arbeitsplatzes einstellen. In München sind die Filialen am Nordbad, im OEZ, am Stachus sowie Karstadt Sports in der Neuhauser Straße betroffen. Diese Begriffe sollten Sie kennen:

Kündigungsschutzklage – Frist von 3 Wochen

Die wichtigste Frist für Arbeitnehmer ist die Frist für die Erhebung der Kündigungsschutzklage nach der Kündigung. Die Klagefrist für eine Kündigungsschutzklage beträgt drei Wochen. Wird diese Frist versäumt, gilt die Kündigung grundsätzlich als wirksam, gleichgültig, ob die Kündigung korrekt ist oder nicht.

Schutzschirmverfahren

Für Galeria Karstadt Kaufhof wurde ein Schutzschirmverfahren eingeleitet. Das bedeutet, dass grundsätzlich von der Sanierungsfähigkeit des Unternehmens ausgegangen werden kann. Andernfalls wäre ein Schutzschirmverfahren nicht zulässig. Dennoch werden die Verantwortlichen um betriebsbedingte Kündigungen nicht herumkommen.

Interessenausgleich und Sozialplan

In dem bereits zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat vereinbarten Interessenausgleich und Sozialplan wurden erste wichtige Regelungen für die Arbeitnehmer getroffen. Im Interessenausgleich werden die geplanten Betriebsänderungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsplätze dargestellt. Mit dem Sozialplan wird geregelt, wie die wirtschaftlichen Nachteile, die den Arbeitnehmern durch die Betriebsänderung entstehen, ausgeglichen werden sollen.

Transfergesellschaft bzw. Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft

Gekündigte Arbeitnehmer von Galeria Karstadt Kaufhof sollen danach für mindestens sechs Monate in eine Transfergesellschaft wechseln können. Mit dem Wechsel in eine Transfergesellschaft sollen Arbeitnehmer, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind, im Rahmen einer befristeten Beschäftigung in einer Transfergesellschaft oder auch Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft in neue Arbeitsverhältnisse vermittelt werden. Diese Möglichkeit klingt für Arbeitnehmer im ersten Moment gut, sollte jedoch in jedem Einzelfall ernsthaft abgewogen werden. Mit dem Wechsel in eine Transfergesellschaft können nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile verbunden sein. Der Wechsel in eine Transfergesellschaft erfolgt in der Regel durch einen dreiseitigen Vertrag zwischen Arbeitnehmer, Arbeitgeber (bzw. Sachwalter oder Insolvenzverwalter) und der Transfergesellschaft. Bei Unklarheiten über die Folgen eines solchen Wechsels sollten Arbeitnehmer unbedingt anwaltlichen Rat einholen.

Insolvenzplan

Wie Galeria Karstadt Kaufhof letztlich saniert werden soll, wird sich schließlich aus dem sog. Insolvenzplan ergeben, der dann auch Regelungen für andere Gläubiger enthält, bei denen es sich nicht um Arbeitnehmer handelt.

Bei Beratungsbedarf oder Unterstützung bei der Kündigungsschutzklage stehe ich den betroffenen Arbeitnehmern gerne zur Verfügung.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Arbeitsrecht, Insolvenzrecht

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