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Große Unsicherheiten bei Picam + Piccor + Piccox-Anleger sollten aktiv werden

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Anleger, die ihr Geld bei den Vermögensverwaltern der Picam-Gruppe investiert haben, hatten Aussicht auf traumhafte Renditen. 15 bis 20 % sollte der computerbasierte Handel mit DAX Features bringen.

Doch aktuell sind die Anleger vielmehr mit beunruhigenden Nachrichten konfrontiert: Recherchen des Handelsblattes decken große Ungereimtheiten und schwer nachvollziehbare Vermögensverschiebungen auf.

Die Picam-Gruppe selbst musste ihren Anlegern im Dezember 2017 von Unregelmäßigkeiten berichten. Auf dem Blog der Picam-Gruppe wird neben den Unregelmäßigkeiten auch von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin berichtet sowie über das angebliche Sicherstellen von Geldern. Ein angeblicher Verwalter der Gelder sei untergetaucht, so die Picam-Gruppe auf dem Blog weiter.

Doch das Handelsblatt stellt fest, dass die von der Picam genannte Firma, LIT Ltd. in Gibraltar nicht auffindbar sei. Alles in allem scheint im Moment nur eines sicher: Anleger sollten sich dringend über die Möglichkeiten des Vorgehens informieren, um Ihren erlittenen Schaden geltend zu machen.

Bereits vor gut einem Jahr setzte die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma die Piccor AG auf ihre Warnliste und bescheinigte damit die Vermutung einer „erheblichen Gefährdung von Anlegern durch Anbieter“. Picam reagierte hierauf mit einer Umstellung der Strategie. Anlegern wurde angeboten, die Gelder von der Piccor AG abzuziehen und in ein anderes Produkt zu investieren: das Zertifikat (Inhaberschuldverschreibung) Piccox Securisation (WKN A19CXZ ISIN DE000A19CXZ0).

Viele Anleger folgten diesem Rat und investierten rund Euro 100 Mio. in dieses Zertifikat, im Glauben hieraus, jederzeit Auszahlungen erhalten zu können. Doch Auszahlungen aus diesem Zertifikat sind nach den Bedingungen erst 2030 vorgesehen. Doch es kommt für die Anleger noch dicker: die Verwaltung des Zertifikates hatte wiederum die Varian AG Lichtenstein, die die Gelder erneut der Piccor AG überlassen haben soll – trotz ausdrücklicher Firma-Warnung und dem Wunsch der Anleger, die Gelder umzuschichten und nicht weiter bei der Piccor AG zu investieren. Nach Aufforderung des Administrators des Zertifikates wurde nach dessen Angaben bislang lediglich ein Viertel der investierten Werte „in Form illiquide Wertpapiere“ zurücktransferiert.

Als wären diese Ungereimtheiten nicht schon schlimm genug, hat das Handelsblatt in seinen Recherchen auch festgestellt, dass der angebliche Programmierer, der den Algorithmus zum computergestützten Trading entwickelt haben soll, dem Handelsblatt gegenüber mitgeteilt habe, er könne gar nicht programmieren.

Auch wenn die Auszahlungen an einige Anleger in den letzten Jahren erbracht wurden und die Renditen zumindest auf dem Papier regelmäßig dargestellt wurden, scheint es mächtig zu rumoren in der Picam-Gruppe. Ein hoher Verlust ist aus unserer Sicht wahrscheinlich. Anleger sollten jetzt aktiv werden und sich beraten lassen.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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