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Hauptversammlung Volkswagen AG 2016 in Hannover – ungeklärte Fragen und von Demut keine Spur – Bericht (Teil 2)

Rechtstipp vom 23.06.2016
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Rechtstipp vom 23.06.2016
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München/Hannover, den 23.6.2016 - Antworten. Das war es, was sich die Aktionäre von der Hauptversammlung der Volkswagen AG gestern in Hannover erhofften. Doch auf die brennenden Fragen zum Dieselskandal hören Anleger nur, dass zu laufenden Rechtsstreitigkeiten keine Auskünfte gegeben werden. Es sei ein „zu großes Risiko" für Volkswagen, Details zu den Verfahren preiszugeben, da man sich in den USA kurz vor einem generellen Vergleich befände.
Die in der Presse beschworene „Demut" des VW Konzerns war für die anwesenden Anwälte Thorsten Krause und Anja Appelt, der auf die Vertretung geschädigter Anleger spezialisierte KAP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, nicht zu spüren. Im Gegenteil.

VW Geschäftsbericht 2016: „Dieselthematik” und  der „Sondereinfluss”

„In den Klageerwiderungen, in denen die VW AG auf die von uns eingereichten Klagen geschädigter Aktionäre reagiert hat, führt der Konzern aus, er habe die Dieselaffäre in den USA für beherrschbar gehalten, da üblicherweise „Deals" mit den amerikanischen Behörden geschlossen werden könnten." erläutert Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Krause, Geschäftsführer der KAP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, die Hintergründe. Dass sich Volkswagen auch weiterhin keinerlei Schuld gegenüber seinen Anlegern bewusst ist, wird aus Sicht der KAP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH auch im heute präsentierten Geschäftsbericht deutlich. „Nicht nur dass die „Dieselthematik" -so der Sprachgebrauch des Konzerns – als „negativer Sondereinfluss" bezeichnet wird, auch die Rückstellungen die hierfür gebildet wurden sprechen Bände: insgesamt stellt der Konzern für diesen „Sondereinfluss" 16,2 Mrd. zurück." so Rechtsanwalt Krause weiter.

Allerdings werden im aktuellen Geschäftsbericht keine Rückstellungen für Klagen der VW Aktionäre wegen unterlassener Kapitalmarktinformationen weder in Deutschland noch in den USA gebildet, da Volkswagen die Erfolgsaussichten der Klagen als „unwahrscheinlich" einschätzt. „Aus Sicht unserer Mandanten ist das eine weitere Verschleierung des Risikos und hinterlässt den gleichen arroganten Eindruck, der sich schon durch die gesamte Aufarbeitung der Dieselaffäre zieht.", ergänzt Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht Anja Appelt, Geschäftsführerin der KAP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH.

Für Privatanleger oder institutionelle Anleger bleibt es spannend

Wesentliches wird sich nun in dem Kapitalanlegermusterverfahren entscheiden, dessen ersten Startschuss das Landgericht Braunschweig durch die Bekanntgabe der ersten zehn Klagen an das OLG Braunschweig schon gegeben hat. „Wir vertreten in 5 dieser 10 Verfahren die Aktionäre. Wir werden sehen, was das OLG Braunschweig zu den Erfolgsaussichten der Aktionäre wegen unterbliebener Ad-Hoc Mitteilungen sagt, und ob sich dies mit den Einschätzungen im Geschäftsbericht decken wird." fasst Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht Appelt das weitere Vorgehen zusammen. Für die Aktionäre, ob Privatanleger oder institutionelle Anleger, bleibt es spannend. Sehr wahrscheinlich wird das Musterverfahren eröffnet und dann muss innerhalb kurzer Frist beigetreten werden, um den Schaden aus dem Kursverlust geltend zu erhalten.

Lesen Sie auch unseren Bericht Teil 1: https://www.anwalt.de/rechtstipps/hauptversammlung-volkswagen-ag-in-hannover-bericht-teil_083525.html


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