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Int. Familienrecht: Die internationale Ehe – Besonderheiten – international marriage GER/ENG version

Rechtstipp vom 01.02.2019
Rechtstipp vom 01.02.2019

1. Eheschließung: Nach Ortsrecht immer gültig

Die meisten Paare internationaler bzw. binationaler Herkunft, die sich trauen lassen wollen, stellen sich zunächst die Frage: In welchem Land soll die Hochzeit stattfinden? Dies ist in erster Linie eine rein emotionale und persönliche Entscheidung. Denn rechtlich kommt es auf den Ort der Eheschließung nicht unbedingt an.

Gleich wo, d. h. in welchem Land die Hochzeit stattfindet – Ehen, die nach dem jeweiligen Ortsrecht geschlossen worden sind, werden überall anerkannt. Dies gilt tatsächlich für die ganze Welt.

2. Umzug in ein anderes Land – Familien sollten Rechtswahl treffen

Nicht nur für binationale Familien, sondern für alle, die in ein anderes Land auswandern, ist vor allem wichtig: Das Recht des vorherigen Wohnorts oder des Landes, dessen Staatsangehörigkeit man besitzt, nimmt man nicht mit. Bei allen juristischen Fragestellen gelte das Recht des derzeitigen (gemeinsamen) Wohnortes – solange nichts anderes vereinbart ist.

Es ist allerdings möglich, eine Rechtswahl zu treffen. Wer in ein anderes europäisches Land auswandere, kann festlegen, in manchen Aspekten die deutsche Rechtsordnung mitzunehmen. Das besagt die europäische Rechtsordnung, hierunter sog. Rechtsverordnungen.

Das kann schließlich große Auswirkungen haben. Denn auch wenn Eheschließungen international gültig sind, trifft das bspw. auf Eheverträge noch lange nicht zu. Internationale Paare, die einen Ehevertrag schließen wollen und sich hierüber einig sind, sollten sich unbedingt im Vorfeld von einem Experten und Rechtsanwalt bzw. Rechtsanwältin beraten lassen – andernfalls droht bei einer Scheidung womöglich ein böses Erwachen. Ob der Ehevertrag in einem anderen Land gültig ist, hängt übrigens nicht davon ab, ob er notariell beglaubigt wurde.

Eine Rechtswahl zu treffen kann aber auch erbrechtlich relevant werden. Denn auch wenn die Regelungen zum Erbrecht innerhalb Europas teilweise angeglichen wurden, gibt es immer noch Unterschiede. Wer einen Partner aus einem anderen Land heiratet oder auswandert – egal ob allein oder mit der binationalen Familie – sollte sich rechtzeitig informieren und entsprechende Verfügungen treffen, immer in Absprache und gemeinsam mit dem Partner.

3. Namensrecht: Auch hier Rechtswahl wichtig

Auch bei der Frage, welchen Nachnamen die gemeinsamen Kinder tragen sollen, ist es für binationale Familien wichtig, eine Rechtswahl zu treffen. Entscheidet sich das binationale Paar zum Beispiel für das deutsche Namensrecht, darf zwar die Ehefrau, aber nicht die Kinder einen Doppelnamen tragen. Wurde keine Rechtswahl getroffen, gilt im Zweifel das inländische Recht des Landes, in dem das Kind geboren wurde.

Fazit 

Binationale Paare beziehungsweise Familien sollten unbedingt durch einen Rechtsanwalt bzw. eine Rechtsanwältin zunächst klären, in welchem Land die Gerichte zuständig sind. In manchen Aspekten können die Familien auch eine Rechtswahl vornehmen. In jedem Falle ist es sinnvoll, sich frühzeitig anwaltlich beraten zu lassen und die verschiedenen Möglichkeiten gemeinsam zu erörtern und sich zu entscheiden.

Haben Sie andere Fragen zur Gestaltung internationalen Familienrechts? Sie leben in einer binationalen Partnerschaft und haben Fragen zu Eheschließung oder zur Scheidung, zum Unterhalt oder Sorgerecht? 

Kontaktieren Sie unsere Kanzlei, wir helfen Ihnen insbesondere ...

  • einen Ehevertrag aufzusetzen, der in beiden Ländern gültig ist.
  • in sorge- und umgangsrechtlichen Fragen 
  • zu unterstützen, die richtige Rechtswahl zu treffen.

Vera Mueller-Lehnert

Rechtsanwältin

English version:

1. Marriage: always valid according to local law

Most couples of international or binational origin who want to be married first ask themselves the important question: In which country should the wedding take place? This is primarily a purely emotional and personal decision. Because legally it does not necessarily depend on the place of the marriage.

Wherever in which country the wedding takes place – the marriage that have been closed under local law is recognized and legally accepted everywhere. This is true for the whole world.

2. Moving to another country – families should make a legal decision

Not only for bi-national families but for those who emigrate to another country, the most important thing is not to take the right of the previous residence or the country of which you are a citizen of. For all legal issues, the law of the current (joint) place of residence applies – unless otherwise agreed.

However, it is possible to make a choice of law. Those who emigrate to another European country may choose to take the German legal system in some aspects. This is stated in the European legal order including so-called legal ordinances.

This can eventually have a big impact. Even though marriages are valid internationally, marriage contracts, for example, are far away from his fact. International couples who want to conclude a marriage contract and agree on this should be advised in advance by an expert and Mr. or Ms. lawyer – otherwise the ending of a divorve may be a rude awakening. Incidentally, whether the marriage contract is valid in another country does not depend on whether it has been certified by a notary.

But making a choice of law can also be relevant to inheritance law. Even if the regulations on inheritance law within Europe have been partially aligned there are still differences. Anyone who marries or emigrates a partner from another country – whether alone or with the binational family – should inform themselves in good time and make the necessary arrangements, always in consultation and together with the partner.

3. Naming right: Here as well the choice of law is important

When it comes to the question which surname should be taken for the common children, it is important for bi-national families to make a choice of law. If, for example, the binational couple decides to use the German name right, the wife but not the children may use a double name. If no choice of law has been made the local law of the country in which the child was born is relevant.

Conclusion

Bi-national couples or families should first clarify by consulting and representing of a lawyer in which country the courts are responsible for. In some aspects, families can also make a choice of law. In any case it makes sense to seek legal advice in good time and to discuss the various options together and make a decision.

Do you have other questions about designing international family law? You live in a bi-national partnership and have questions about marriage, divorce, maintenance or custody?

Contact our law firm, we will help you in particular ...

  • establishing a marriage contract that is valid in both countries.
  • in matters of care and access
  • to support the right choice of law.

Vera Mueller-Lehnert

- lawyer – 


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Familienrecht, Zivilprozessrecht, Zivilrecht

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