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Mediation – eine sinnvolle Alternative zum Rechtsstreit

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Viele haben den Begriff „Mediation“ schon einmal gehört, aber die Wenigsten wissen, was sich hinter dem Begriff verbirgt und wie eine Mediation abläuft.

Begriffsbestimmung

Geht man nach § 1 des Mediationsgesetzes, ist Mediation ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem die Parteien mit Hilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben. 

Im Gegensatz zu einem Gerichtsverfahren, sind die Medianten Herr des Verfahrens. Sie sind es, die unterstützt und moderiert durch den Mediator den Konflikt selbst lösen und zu einem einvernehmlichen Ende bringen. Mediation ist lösungsorientiert und setzt voraus, dass die Konfliktpartner eine Lösung anstreben.

Dem gegenüber spricht der Richter ein Urteil, bei dem es immer einen Gewinner und einen Verlierer gibt oder es wird ein Vergleich anstrebt, der oftmals „faul“ ist, da es sich allenfalls um einen Kompromiss handelt der oft aus ökonomischen Gründen getroffen wird und nicht immer die Interessen des Einzelnen berücksichtigt. Hier überlässt man die Entscheidungsgewalt einem Dritten

Die Rolle des Mediators

Der Mediator ist neutral und allparteilich und greift in die Lösungsfindung nicht ein. Er hat darauf zu achten, dass die Redeanteile gleich verteilt sind und die Parteien auf dem gleichen Informationsstand sind. Der Mediator sorgt dafür, dass auf Augenhöhe verhandelt wird und die Medianten wertschätzend miteinander umgehen. Er ist für den ordnungsgemäßen Ablauf des Mediationsverfahrens verantwortlich. Für das Ergebnis sind es immer die Medianten selbst!

Ablauf der Mediation

Die Mediation läuft meist in 5 Phasen ab:

  • Phase 1 – Eröffnung

Aufklärung über den Ablauf der Mediation und Vereinbarung von Regeln

  • Phase 2 – Sichtweisen

Sammlung der Themen beider Mediaten zum Konfliktfall

  • Phase 3 – Hintergründe

Was sind die Interessen und Bedürfnisse der Medianten unter der Oberfläche?

  • Phase 4 – Lösungen

Erarbeiten von Lösungsoptionen durch die Medianten

  • Phase 5 – Einigung

Einigung und Abschlussvereinbarung

Ein Beispiel

Um zu verdeutlichen, warum es wichtig ist, dass bei einer Mediation die Interessen und Bedürfnisse der Medianten im Vordergrund stehen, folgendes Beispiel:

Auf einem Markt kommen 2 Frauen an einen Marktstand, bei dem es nur noch 1 Orange gibt. Beide wollen sie haben und um den Streit zu schlichten, teilt der Verkäufer die Orange in zwei gleiche Hälften. Diese Lösung ist gerecht, ist sie aber auch interessengerecht

Eine Frau wollte einen Kuchen backen und benötigte hierfür die Schale der Orange. Die andere Frau wollte den Saft der Orange trinken. 

Hätte man die beiden Frauen gefragt, wofür sie die Orange benötigen – also nach ihren Bedürfnissen –, wäre man mit Sicherheit zu einer anderen Lösung gekommen. 

Wenn Sie weitere Fragen zum Mediationsverfahren haben oder wissen möchten, wie Sie Ihren Konflikt in einer Mediation lösen können, stehe ich Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Verfügung.

Ich freue mich auf Ihren Anruf! 


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Mediation

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