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So kündigen Sie richtig! Die wichtigsten Tipps für Arbeitnehmer!

Rechtstipp vom 29.01.2019
Rechtstipp vom 29.01.2019

Sie schieben schon länger Frust in Ihrem jetzigen Job und schleppen sich lustlos Tag für Tag zur Arbeit? Unfaire Vorgesetzte, nervige Kollegen, eine miese Bezahlung oder es gibt einfach keine Möglichkeit sich beruflich weiterzuentwickeln? Dann ist es an der Zeit für einen Jobwechsel.

Doch vor Ausspruch der Kündigung sollten Sie dringend einige Dinge beachten.

1. Kein Schnellschuss- Lassen Sie sich im Vorfeld beraten

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Zunächst heißt es Ruhe bewahren und nicht vorschnell handeln. Bevor Sie Ihren Entschluss in die Tat umsetzen, sollten Sie sich dringend von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten lassen. Wenn die Kündigung erst einmal ausgesprochen wurde, müssen Sie sich auch an ihr festhalten lassen. Ein Zurück an den Arbeitsplatz geht dann nur einvernehmlich mit dem Arbeitgeber. Eine durchdachte Kündigung entscheidet mit darüber, ob Sie das Unternehmen im Guten verlassen oder nicht. Sie verhindern Missverständnisse, wenn Sie sich rechtzeitig um die korrekte Übergabe laufender Projekte kümmern. So ist ein reibungsloser Betriebsablauf auch nach Ihrem Ausscheiden gewährleistet. Haben Sie alles ordnungsgemäß übergeben, können Sie ruhigen Gewissens gehen und hinterlassen zugleich einen positiven Eindruck im Unternehmen. Dieser ist nicht nur für die Nachfrage potenzieller neuer Arbeitgeber wichtig, sondern auch für den Fall, dass Sie mit ihrem Arbeitgeber noch einmal aufeinandertreffen – man sieht sich bekanntlich immer zwei Mal im Leben.

2. Arbeitsvertrag prüfen

Vor Ausspruch der Kündigung ist es zwingend erforderlich, den Arbeitsvertrag zu prüfen. Zunächst ist es entscheidend herauszufinden, zu welchem Zeitpunkt das Arbeitsverhältnis kündbar ist. Der Arbeitsvertrag kann dabei auf die gesetzlichen Kündigungsfristen verweisen oder auch davon abweichende, längere Kündigungsfristen vorsehen. Ebenfalls sollte geprüft werden, ob Sonderzahlungen, wie z. B. Weihnachtsgeld voraussetzen, dass das Arbeitsverhältnis bis zu einem bestimmten Zeitpunkt bestehen muss. Wird dies nicht beachtet, kann dies unter Umständen zu einem Verlust der Sonderzahlung führen.

3. Form der Kündigung und Zugang sicherstellen 

Eine Kündigung bedarf stets der Schriftform. Dies bedeutet, dass die Kündigung eigenhändig unterschrieben werden muss. Weder reicht eine mündliche Kündigung noch ein Kündigungsschreiben per E-Mail aus. Die Kündigung sollte zudem nachweisbar an den Arbeitgeber zugestellt werden, wie z. B. durch eine persönliche Übergabe oder per Einwurf-Einschreiben.

4. Den richtigen Zeitpunkt abpassen 

Keinesfalls sollten Sie Ihren Chef beim Vorbeigehen unter die Nase reiben, dass Sie das Unternehmen verlassen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, das perfekte Timing abzupassen. Denn Sie machen sich in der Regel keine Freunde, wenn Sie das Unternehmen im Streit verlassen. Gerade wenn man sich in der Branche keinen schlechten Ruf einhandeln und noch ein gutes Zeugnis mitnehmen möchte, ist eine friedliche und einvernehmliche Trennung die beste Alternative. Dies erleichtert Ihnen den Neustart im Bewerbungsverfahren und bei einem anderen Arbeitgeber. Es stellt heute keine Seltenheit mehr da, dass der potenzielle neue Arbeitgeber den alten Chef kontaktiert, nachdem er Ihre Bewerbung erhalten hat. 

5. Drohender Verlust von Ansprüchen

Mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses stehen meist noch Ansprüche wie z. B. offene Urlaubstage, bislang unbezahlte Überstunden oder dergleichen zugunsten des Arbeitnehmers aus. Spätestens jetzt ist es Zeit zu klären, welche Ansprüche zwischen den Parteien noch ausgeglichen werden müssen. Oft sehen Arbeitsverträge Ausschlussfristen vor, wonach gegenseitige Forderungen nach einer gewissen Zeit verfallen, wenn Sie nicht innerhalb der dort geregelten Frist geltend gemacht werden. Folglich ist hier Eile geboten. Oftmals sinkt die Bereitschaft von Arbeitgebern nämlich rapide ausstehende Forderungen zu begleichen, wenn das Arbeitsverhältnis erst einmal gekündigt wurde. 

6. Kein Arbeitslosengeld bei Eigenkündigung

Bitte bedenken Sie, dass Sie kein Arbeitslosengeld von der Bundesagentur für Arbeit erhalten, sofern Sie Ihr Arbeitsverhältnis ohne wirklich triftigen Grund selbst durch eine Eigenkündigung beendet haben. Kündigen Sie Ihr Arbeitsverhältnis im besten Fall also erst, wenn der neue Arbeitsvertrag unterschrieben ist.

Wenn Sie die Situation ausführlich analysiert haben und alle offenen Fragen klären konnten, steht Ihrem Jobwechsel nichts mehr im Weg. 

Lassen Sie sich noch heute von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten. Dann steht Ihrem gelungenen Neustart nichts mehr im Weg.


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