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Tipps zum Immobilienkauf in Kolumbien III – Über den Immobilienerwerb zum Visum

Rechtstipp vom 02.05.2016
Rechtstipp vom 02.05.2016

Der Erwerb einer kolumbianischen Immobilie eröffnet einem Ausländer unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, ein Visum für Kolumbien zu beantragen.

Grundsätzlich stehen für Immobilienerwerber 2 Visumstypen zur Auswahl:

Das Residentenvisum (RE-Visum) und das TP7 Visum.

1) Über den Immobilienerwerb zum Residentenvisum

Wer in Kolumbien eine ausländische Direktinvestition in Höhe von mindestens 650 monatlichen Mindestlöhnen tätigt, der kann ein Residentenvisum beantragen.

Das Residentenvisum ist der komfortabelste ausländerrechtliche Status, den die kolumbianischen Einwanderungsbestimmungen vorsehen.

Das Residentenvisum ist

a) zeitlich unbeschränkt gültig (nur alle 5 Jahre muss der Stempel erneuert werden) und

b) berechtigt zur Ausübung aller legalen beruflichen Tätigkeiten in Kolumbien.

Im Jahre 2016 beträgt der kolumbianische monatliche Mindestlohn COP $689.455.

650 monatliche Mindestlöhne entsprechen COP $448.145.750 (ca. USD $156.000, Stand: 29. April 2016).

In dieser Mindesthöhe muss also eine ausländische Direktinvestition getätigt werden.

Der Kauf einer kolumbianischen Immobilie ist nach den Devisenverkehrsbestimmungen (régimen cambiario) eine ausländische Direktinvestition.

Eine ausländische Direktinvestition muss per Überweisung auf ein kolumbianisches Bankkonto fließen (wobei Inhaber entweder der Käufer der Immobilie sein kann, der Verkäufer, ein Bauträger, eine Treuhandgesellschaft oder unter bestimmten Voraussetzungen ein sonstiger Dritter).

Wichtig ist, dass die Überweisung vom Inhaber des kolumbianischen Bankkontos bei der kolumbianischen Zentralbank ordnungsgemäß als ausländische Direktinvestition gemeldet wird (mit dem so genannten „formulario No. 4“). In diesem Formular wird der ausländische Investor (d.h. der spätere Antragsteller für das RE-Visum) als solcher bezeichnet.

Eine ausländische Direktinvestition liegt nicht vor, wenn der Investor im Zeitpunkt der Investition schon in Kolumbien lebt (auch wenn er Ausländer ist). Denn in diesem Fall gilt der Ausländer als Resident im Sinne der kolumbianischen Devisenverkehrsbestimmungen (unabhängig von seinem Visums-Status).

Das RE-Visum für Investoren ist also nur eine Option für „Newcomer“ in Kolumbien.

2) Über den Immobilienerwerb zum TP7-Visum

Im Gegensatz zum RE-Visum ist die Gültigkeit des TP7-Visums zeitlich beschränkt. Im Regelfall stellt das kolumbianische Außenministerium das TP7-Visum für ein Jahr aus.

Nach Ablauf der Gültigkeit kann der Ausländer ein neues TP7-Visum beantragen. Damit fallen allerdings wieder Gebühren an.

Ein weiterer Nachteil des TP7-Visums im Vergleich zum RE-Visums ist, dass das TP7-Visum entgeltliche Tätigkeiten (Arbeit oder selbständige Tätigkeit) in Kolumbien häufig nicht oder nur in einem bestimmtem Rahmen erlaubt.

Im Einzelfall kommt es auf den Hinweis im Visumsstempel an, den der jeweilige Sachbearbeiter nach seinem Ermessen festlegt.

Der Vorteil beim TP7-Visum liegt im geringeren Investitionsvolumen, dass für den Visumsantrag erforderlich ist.

Um ein TP7-Visum zu beantragen, muss der Ausländer Eigentümer einer Immobilie sein, deren Wert mindestens 350 monatliche Mindestlöhne beträgt.

Dieser Wert entspricht COP $241.309.250 (ca. USD $84.000, Stand 29. April 2016).

Im Gegensatz zum RE-Visum reicht nicht die bloße Investition, d.h. die Überweisung des Mindestbetrags auf ein kolumbianisches Bankkonto.

Vielmehr muss der Ausländer bereits Eigentümer der Immobilie sein, d.h. als solcher im Grundbuch eingetragen sein.

Zum Beweis muss er den entsprechenden Grundbuchauszug (certificado de tradición y libertad) mit dem Visumsantrag vorlegen.

Außerdem muss er Bescheinigung der Zentralbank vorlegen als Beleg für die Registrierung der ausländischen Direktinvestition.

3) Konklusion

Für Immobilienerwerber stehen in Kolumbien 2 Visumsarten zur Verfügung.

Man könnte auch vom „großen“ (RE) und vom „kleinen“ (TP7) Investorenvisum sprechen.

In jedem Fall muss die Investition bei der Zentralbank gemeldet werden. Sonst gibt es kein Visum.

In der Praxis kommt es vor, dass Ausländer aus verschiedenen Gründen Immobilien über gestückelte Western-Union-Überweisungen kaufen.

Darin liegt ein Verstoß gegen das kolumbianische Devisenverkehrsrecht, der Sanktionen zur Folge haben kann und zudem den Weg zum Investorenvisum verbaut.

Im Falle des RE-Visums kann der Investor mehrere Investitionen kumulieren, um in der Summe den Schwellenwert von mindestens 650 monatlichen Mindestlöhnen zu erzielen.


Rechtstipps aus dem Rechtsgebiet Grundstücksrecht & Immobilienrecht | Kolumbianisches Recht

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