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TOP 5 der Fehler bei Schätzungen des Finanzamts

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Wenn Sie ihren steuerlichen Mitwirkungspflichten (z. B. bei der Erstellung und Abgabe von Steuererklärungen) nicht fristgemäß nachkommen, kann das Finanzamt u. U. zum einschneidenden Mittel der Schätzung greifen und so erhebliche Steuerzahlungen einfordern.

Dabei passieren allerdings immer wieder angreifbare Fehler, gegen die Sie als Steuerpflichtiger erfolgreich vorgehen können.

Hier erfahren Sie in einer kompakten Zusammenfassung, welche Fehler der Finanzämter bei Schätzungen am häufigsten vorkommen.

Die TOP 5 der Fehler der Finanzämter beim Erlass von Schätzungsbescheiden sind:

Nr. 5: Fehlende Verletzung von Mitwirkungspflichten

Häufig kommt es vor, dass seitens des Finanzamts zu Unrecht unterstellt wird, der Steuerpflichtige habe Mitwirkungspflichten verletzt, obwohl dieser alle von ihm vorzunehmenden Handlungen korrekt durchgeführt hat. Ein Beispiel kann eine Buchhaltung sein, die vom Finanzamt pauschal nicht anerkannt wird.

Nr. 4: Überschreitung des zulässigen Schätzungsrahmens

Schätzungen anhand von Richtsatzsammlungen sind grundsätzlich zulässig. Allerdings müssen die Voraussetzungen, unter denen diese Sammlung zur Anwendung kommt, mit denen des jeweiligen Falles auch übereinstimmen.

Hieran fehlt es häufig.

Besondere Fälle, die zukünftig kommen werden:

Bei der Schätzung von Erträgen aus dem Handel mit Kryptowährungen wird es interessant sein zu sehen, wie das Finanzamt verfahren wird, wenn es noch gar keine Richtsatzsammlung gibt, auf die ein Schätzungsbescheid gestützt werden könnte.

Nr. 3: Schätzung als Druckmittel zur Abgabe einer Steuererklärung

In Fällen, in denen ein Verspätungszuschlag wegen fehlender Abgabe einer Steuererklärung verhängt werden kann, kommt es immer wieder vor, dass stattdessen ein Schätzungsbescheid erlassen wird. Hier besteht jedoch kein Wahlrecht zugunsten des Finanzamts, sodass ein solcher Schätzungsbescheid durchaus mit gutem Erfolg angegriffen werden kann.

Nr. 2: Fehlende Angabe der Schätzungsgrundlage

Nimmt das Finanzamt eine sog. Mondschätzung vor, die keine konkrete Schätzungsgrundlage erkennen lässt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass hiergegen erfolgreich vorgegangen werden kann.

Zum Teil liegt das daran, dass schlicht vergessen wurde, eine Schätzungsgrundlage anzugeben.

Nr. 1: Unzutreffende Angabe der Schätzungsgrundlage

Gibt das Finanzamt eine unzutreffende Ermächtigungsgrundlage für eine ausgebrachte Schätzung an, kann diese Schätzung bereits aus diesem Grund mit relativ großer Sicherheit zu Fall gebracht werden.

Zumindest ist in solchen Fällen in der Regel eine überwiegende Wahrscheinlichkeit dafür gegeben, dass ein erfolgreiches Angreifen des Bescheides möglich ist.

Fazit:

Jeder Fehler, der bei einem Schätzungsbescheid auf Seiten des Finanzamts geschieht, gibt Ihnen potenziell die Möglichkeit, hiergegen erfolgreich vorzugehen.

Oft werden diese Fehler allerdings nicht erkannt, weil die betreffenden Bescheide nicht ausreichend geprüft werden.

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht Dr. Joerg Andres, Düsseldorf, Autor und Geschäftsführer der DR. ANDRES Rechtsanwaltsgesellschaft mbH kommentiert die in der Praxis immer wieder auftretenden Fälle fehleranfälliger Schätzungsbescheide:

„Das Besteuerungsverfahren ist ein Massenverfahren. Daher ist es nahezu unausweichlich, dass dabei auch Fehler passieren. Dies gilt umso mehr, wenn eine aus Sicht des Finanzamts unbekannte Sachverhaltsgrundlage im Wege des Schätzungsbescheids verortet werden muss.

Umgekehrt ist das für die Steuerpflichtigen aber auch ein Signal, dass eine Vielzahl von Schätzungsbescheiden zumindest teilweise angreifbar und korrekturbedürftig sind.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass ein gegen Sie oder Ihr Unternehmen ergangener Schätzungsbescheid in wesentlicher Hinsicht unzutreffend sein könnte, lassen Sie sich in jedem Fall kompetent beraten.

Dies gilt ganz besonders, wenn ein Schätzungsbescheid auf einem Gebiet ergeht, das steuerlich erst unzureichend erschlossen worden ist, wie z. B. im Bereich der Besteuerung von Kryptowährungen (Bitcoin, Ether & Co.).

Wir stehen für alle Fragen rund um die Schätzung von Besteuerungsgrundlagen jederzeit gerne zur Verfügung.“

Literaturtipp zu Fragen des Steuerrechts:

Speziell zur Besteuerung von Kryptowährungen werden Sie in dem Buch STEUERTSUNAMI BITCOIN (Print + E-Book) aus April 2018 zahlreiche Hinweise zu neu auftretenden Rechtsfragen finden. Hinsichtlich Fragen des Erbschaftsteuerrechts werden Sie auch in dem erst im Oktober 2018 erschienenen Buch „Heute schon geerbt?“ (Print) an verschiedenen Stellen fündig.

Videotipp zu Rechtstrends und aktuellen Entscheidungen oder Büchern über Erb- und Steuerrecht:

Schauen Sie doch einfach einmal in die Videos auf dem YouTube-Kanal „Andresrecht“ hinein und informieren sich über die für Sie wichtigen Fragen. Dort werden aktuelle Rechtstrends und spannende Entscheidungen in einfacher Art und Weise für Sie aufbereitet.


Rechtstipp vom 17.11.2018
aus der Themenwelt Steuerprüfung und Belege und den Rechtsgebieten IT-Recht, Steuerrecht

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