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Verkehrsrecht: Unfallforscher fordern verbindliche Testfahrten für Senioren

Unfallforscher fordern verbindliche Testfahrten für Senioren

Der Verkehrsgerichtstag befasst sich immer mit dem Thema „Verkehrsrecht“. So hatte man sich vor einigen Jahren mit dem Thema „Senioren im Straßenverkehr“ befasst. Man forderte, dass ältere Autofahrer ihre Fahreignung freiwillig überprüfen lassen.

Unfallquote höher als bei 18- bis 24-jährigen Fahrern

Die Unfallforscher sehen trotzdem weiterhin Handlungsbedarf. Die Zahl der Autofahrer im hohen Alter wird in den kommenden Jahren noch weiter stark zunehmen. Damit wächst auch die Unfallgefahr. Wenn Senioren über 75 Jahre in Unfälle verwickelt sind, haben sie diese zu rund 75 % selbst verursacht. Die Quote liegt damit höher als bei der Hochrisikogruppe der 18-24-Jährigen, sagen die Unfallforscher.

Dennoch halten sich die meisten Senioren für gute Fahrer und lassen sich nur schwer auf Fehler ansprechen. Freiwillige Maßnahmen würden kaum angenommen.

Deshalb wird gefordert: Ältere Autofahrer sollen mittelfristig gesetzlich dazu verpflichtet werden, Testfahrten mit geschulten Beobachtern durchzuführen. Das haben jetzt die Unfallforscher der Versicherer aus dem Verkehrsgerichtstag in Goslar angeregt.

Auf diese Weise könnten Senioren von unabhängigen Fachleuten überprüfen lassen, wie fit sie noch im Straßenverkehr sind und ob von Ihnen eine erhöhte Unfallgefahr ausginge, sagt der Leiter der Deutschen Presseagentur.

Medizinische Labortests seien aber kaum geeignet, um „gefährliche Senioren“ zuverlässig zu erkennen. Deshalb sei es nicht sinnvoll, den Erhalt des Führerscheins von solchen Tests abhängig zu machen. Es müssten verbindliche Testfahrten durchgeführt werden, denn nur die verbindlichen Testfahrten könnten die Selbsteinschätzung verbessern. Ziel sei es dabei nicht unbedingt, dass Senioren den Führerschein abgeben.

Deshalb sollten auch nicht die Führerscheinbehörden, sondern nur die getesteten Personen selbst eine detaillierte Rückmeldung bekommen. Ansonsten bleibt das Geheimnis geheim.

Die Betroffenen könnten sich nach den Testfahrten dann selbst besser einschätzen. Sollten sie Defizite feststellen, so könnten die Senioren ihre Fahrweise auf das Testergebnis abstellen, beispielsweise nur in bekannten Gebieten fahren oder das Auto bei Dunkelheit in der Garage stehen lassen.

Mit dem Alter steigt das Unfallrisiko. Und mancher, der sich für einen guten Fahrer hält, würde bei der Wiederholung der Fahrprüfung durchfallen. Verkehrsjuristen geht die Forderung der Unfallforscher deshalb nicht weit genug. Verbindliche Testfahrten wären in Ordnung, aber es wäre gut, wenn sich zum Fahren ungeeignete Senioren auf Basis der Selbsterkenntnis einschränken oder den Führerschein abgeben würden, sagt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltsvereins.

Gesundheitstests werden auch von Lkw-Fahrern schon ab dem Alter von 50 Jahren gefordert.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Verkehrsrecht

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