Versetzung vs. Umsetzung – was ist der Unterschied?

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In der Welt des deutschen Arbeitsrechts gibt es viele Begriffe, die für Laien oft verwirrend sein können. Zwei Begriffe, die häufig verwechselt werden, sind Versetzung und Umsetzung. Beide beziehen sich darauf, dass ein Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz wechseln muss, aber es gibt klare Unterschiede zwischen den beiden Begriffen. In diesem Ratgeber werden wir genauer darauf eingehen, was eine Versetzung und was eine Umsetzung ist und was der genaue Unterschied zwischen den beiden ist.

Beginnen wir mit der Umsetzung. Eine Umsetzung ist die einseitige Zuweisung eines neuen Arbeitsplatzes durch den Arbeitgeber. Dies kann aus verschiedenen Gründen geschehen, zum Beispiel weil der bisherige Arbeitsplatz aus organisatorischen oder wirtschaftlichen Gründen wegfallen wird oder weil der Arbeitgeber den Arbeitnehmer an einen anderen Standort versetzen möchte. Eine Umsetzung muss jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um rechtmäßig zu sein.

Nach dem deutschen Arbeitsrecht braucht es keiner Zustimmung des Arbeitnehmers, es sei denn, dies ist im Arbeitsvertrag ausdrücklich anders geregelt. Außerdem muss die Umsetzung für den Arbeitnehmer zumutbar sein, das heißt, sie darf weder unverhältnismäßig sein noch seine Gesundheit gefährden. Der Arbeitnehmer hat auch das Recht, eine Umsetzung aus persönlichen oder familiären Gründen abzulehnen, wenn diese unzumutbar für ihn wäre.

Eine Versetzung hingegen ist die einvernehmliche Verlegung des Arbeitsplatzes eines Arbeitnehmers. Anders als bei einer Umsetzung erfolgt eine Versetzung immer mit dem Einverständnis des Arbeitnehmers. Dies kann aus verschiedenen Gründen geschehen, zum Beispiel weil der Arbeitnehmer sich persönlich oder beruflich weiterentwickeln möchte und an einem anderen Arbeitsplatz bessere Möglichkeiten dafür hat. Eine Versetzung muss jedoch auch bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um rechtmäßig zu sein.

Im Gegensatz zu einer Umsetzung ist eine Versetzung nicht einseitig, sondern setzt die Zustimmung beider Parteien voraus. Sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer müssen damit einverstanden sein, dass der Arbeitsplatz des Arbeitnehmers verlegt oder verändert wird. Eine Versetzung ist ein deutlich größerer Einschnitt in das Beschäftigungsverhältnis, weil eine deutliche Veränderung erfolgt. Wenn der Arbeitnehmer einer Versetzung nicht zustimmt, bleibt dem Arbeitgeber in der Regel nur eine Änderungskündigung zur zwangsweisen Veränderung des Beschäftigungsverhältnisses.

Der Unterschied zwischen Versetzung und Umsetzung liegt also hauptsächlich darin, dass eine Umsetzung einseitig und zwangsweise erfolgt, während eine Versetzung einvernehmlich und freiwillig ist. Eine Umsetzung kann rechtliche Konsequenzen für den Arbeitnehmer haben, wenn er sich dagegen wehrt oder die Umsetzungsgründe nicht gerechtfertigt sind. Eine Versetzung hingegen ist in der Regel unproblematisch und dient dem beiderseitigen Interesse an einer besseren Arbeitsplatzgestaltung.

Es ist wichtig, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber sich über ihre Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit Versetzung und Umsetzung im Klaren sind. Arbeitnehmer sollten wissen, dass sie Veränderungen des Beschäftigungsverhältnisses nicht einfach hinnehmen müssen und geprüft werden muss, ob es sich um eine Umsetzung handelt, die der Arbeitgeber einseitig im Rahmen seines Weisungsrechts aussprechen kann oder ob der Arbeitgeber eine Versetzung ausgesprochen hat, der der Arbeitnehmer zustimmen kann aber nicht zustimmen muss. Arbeitgeber sollten wiederum darauf achten, dass sie eine Veränderungen des Beschäftigungsverhältnisses rechtzeitig und ordnungsgemäß ankündigen und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen sicherstellen.

Insgesamt kann gesagt werden, dass sowohl Versetzung als auch Umsetzung wichtige Instrumente der Personal- und Organisationsentwicklung sind. Beide dienen dazu, die Arbeitsbedingungen und -beziehungen zu verbessern und den Bedürfnissen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gerecht zu werden. Indem man sich über die Unterschiede zwischen Versetzung und Umsetzung informiert und die rechtlichen Rahmenbedingungen beachtet, können Konflikte vermieden und ein harmonisches Arbeitsklima geschaffen werden.

Fachanwalt für Arbeitsrecht Dipl.-Jur. Jens Usebach LL.M. mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Kündigungsschutz & Arbeitsrecht von der Schwerpunktkanzlei JURA.CC informiert Sie gern zum Kündigungsschutzrecht bei einer Kündigung des Arbeitsplatzes durch den Arbeitgeber auch zur Kündigungsschutzklage zum Arbeitsgericht, um eine angemessene und möglichst hohe Abfindungs-Zahlung durch den Arbeitgeber zu erhalten und ggf. auch noch ein sehr gutes Arbeitszeugnis, damit Sie einen neuen tollen Job bekommen können!

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Foto(s): kanzlei JURA.CC

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