Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

VW-Abgasskandal: Aufsichtsratschef gerät unter Druck

  • 2 Minuten Lesezeit

Der Abgasskandal erreicht nun auch den VW-Aufsichtsrat. Wie der Konzern bekanntgab, ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig nun auch gegen den Aufsichtsratschef Pötsch wegen des Verdachts der Marktmanipulation. Im Kern geht es um den Vorwurf, dass VW seine Aktionäre zu spät über die Abgasmanipulationen informiert hat und die Aktionäre nach Bekanntwerden der Manipulationen an Diesel-Motoren erhebliche Kursverluste hinnehmen mussten.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat im Sommer dieses Jahres ihre Ermittlungen wegen des Verdachts der Marktmanipulationen aufgenommen. Bislang standen vor allem der ehemalige VW-Vorstandsvorsitzende Winterkorn und Markenchef Diess im Fokus der Ermittlungen. Nun taucht ein dritter prominenter Name in den Akten auf. „Besonders pikant ist, dass Pötsch noch Finanzvorstand war, als der Abgasskandal publik wurde. Erst kurz darauf wurde er zum Aufsichtsratsvorsitzenden. Der Aufsichtsrat dürfte als Kontrollgremium auch für die interne Aufarbeitung des Diesel-Skandals zuständig sein. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen den Aufsichtsratschef. Das riecht nach einem klaren Interessenskonflikt“, sagt Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aus Wiesbaden.

Für die Schadensersatzansprüche der VW-Aktionäre ist die Frage, wann die VW-Spitze von den Abgasmanipulationen wusste von entscheidender Bedeutung. Denn Insider-Informationen, die den Kurs der Aktie maßgeblich beeinflussen können, müssen umgehend veröffentlicht werden. Der Skandal wurde am 18. September 2015 in den USA bekannt, VW gab erst am 22. September eine entsprechende Ad-hoc-Meldung heraus. Zwischenzeitlich gibt es immer wieder Anzeichen, dass die Konzernspitze früher über den Einsatz der Schummel-Software informiert war. Hat VW gegen seine Informationspflichten verstoßen, haben die Aktionäre Anspruch auf Schadensersatz.

Die Frage soll in einem Musterverfahren geklärt werden, das voraussichtlich noch in diesem Jahr eröffnet wird. „Bis dahin haben geschädigte VW-Aktionäre noch die Möglichkeit, ihre Schadensersatzansprüche geltend zu machen und sich dem Musterverfahren anzuschließen“, sagt Cäsar-Preller, der bereits Mandanten im Abgasskandal vertritt.

Mehr Informationen: http://www.vwklage.com/

Kanzleiprofil:

Seit nunmehr 20 Jahren betreuen wir unsere Mandanten bundesweit in fast allen Rechtsgebieten, wobei wir großen Wert auf den persönlichen Kontakt legen. Nur durch den intensiven Austausch mit dem Mandanten kann ein ergebnisorientiertes Arbeiten stattfinden. Dies ermöglicht die Größe der Kanzlei, die einen umfassenden Service bei gleichzeitiger individueller Betreuung sicherstellt.

Und zwar nicht nur in Wiesbaden, sondern darüber hinaus auch in unseren Sprechstundenorten: Berlin, Hamburg, Köln, Stuttgart, München, Bad Harzburg, Puerto de la Cruz (Teneriffa) und Lugano (Schweiz).

Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

Artikel teilen:


Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Weitere Rechtstipps von Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller

Wer seinen Führerschein verliert, bangt oft auch um seinen Arbeitsplatz, vor allem wenn er auf Mobilität angewiesen ist. „Eine Kündigung wegen Führerscheinverlusts ist jedoch nicht automatisch und ... Weiterlesen
Die Daimler AG sieht sich im Diesel-Abgasskandal mit weiteren Rückrufen konfrontiert. Neben den Fahrzeugen vom Typ Sprinter sind nun wieder die Kleintransporter Vito und Viano betroffen. Wie das ... Weiterlesen
Die Corona-Krise hat uns weiterhin fest im Griff. „Auch immer mehr Gerichte müssen sich nunmehr mit den Corona-Regeln beschäftigen“, teilt der Wiesbadener Rechtsanwalt Christof Bernhardt, ... Weiterlesen

Beiträge zum Thema

06.08.2018
Im VW-Konzern zog man sich im Abgasskandal immer gerne darauf zurück, erst am 18. September 2015 durch die ... Weiterlesen
24.03.2017
Die Finanzkraft der Concordia Lebensversicherung Auf ihrer Homepage wirbt die Versicherungsgruppe, dass die ... Weiterlesen
14.01.2014
Prokon: Entweder bleiben die Anleger ihren Prokon-Genussrechten treu oder es droht noch im Januar die Insolvenz. ... Weiterlesen