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Geschäftsführergehalt und Künstlersozialabgabe (KSK Abgabe bei GmbH & UG)

  • 3 Minuten Lesezeit

GmbH und KSK-Abgabe


Bei einer „Kreativ-GmbH“ kann auf das Gehalt der GeschäftsführerIn(en) die Künstlersozialabgabe („KSK-Abgabe“) in Höhe von zurzeit 4,2 % (2021) anfallen.

Das Gehalt eines Geschäftsführers muss im Fall einer Abgabepflicht (mit den weiteren abgabepflichtigen Zahlungen) der KSK gemeldet werden.

Bei Betriebsprüfungen lassen sich Deutsche Rentenversicherung und Künstlersozialkasse oft nicht so einfach davon überzeugen, dass keine Abgabepflicht besteht. 

Hierbei unterstützen wir Unternehmer und Steuerberater mit Beratung und Vertretung.

Es wird von einer Abgabepflicht ausgegangen wenn,

  • der/die GeschäftsführerIn für die kreativen Prozesse verantwortlich ist bzw. überwiegend kreativ tätig ist;
  • der bzw. die GeschäftsführerInnen der GmbH oder UG selbstständig tätig ist bzw. sind (hierzu unten noch genaueres).

Etwas ausführlicher erklärt ist die Rechtslage grundsätzlich so:

Ist ein/e (Gesellschafter-) GeschäftsführerIn entweder für die kreativen Prozesse verantwortlich oder trägt die sogenannte geistige Oberleitung bzgl. der kreativen Prozesse und ist zudem selbstständig tätig , fällt auf das GF-Gehalt die KSK Abgabe an.


Was bedeutet „Verantwortlichkeit für kreative Prozesse“?

Bei einer überwiegend kreativ tätigen Gesellschaft wird dies (und damit die Abgabepflicht nach §§ 24, 25 KSVG) von der Rechtsprechung gewissermaßen vermutet.

Das bedeutet, dass man davon ausgeht, dass in einer Konstellation, in der ein Gesellschafter einer „Kreativ-GmbH“ auch Geschäftsführer ist, dieser Geschäftsführer zumindest das Letztentscheidungsrecht im Zusammenhang mit kreativen Prozessen hat (die sogenannte „geistige Oberleitung“).

Also auch wenn kreative Arbeiten an Mitarbeiter oder Freelancer delegiert werden, ist der Geschäftsführer für das Ergebnis der kreativen Arbeit praktisch gesehen verantwortlich.

Es reicht also nicht sich darauf zu berufen, dass kreative Arbeiten durch Mitarbeiter ausgeführt werden.

Dies kann nur dadurch ausgeschlossen werden, dass man Nachweise dafür erbringt, die die oben beschriebene Vermutung widerlegen.

Entsprechende Nachweise können hier zum Beispiel sein:

  • Ein entsprechend formulierter Gesellschaftsvertrag bzw. ein Zusatz zum Gesellschaftsvertrag.
  • Aussagekräftige und gut formulierte Nachweise darüber, dass die geistige Oberleitung delegiert wurde.
  • Nachweise über entsprechende Strukturierung und die tatsächlichen (ehr administrativen) Tätigkeiten des GF.


Wie wird bestimmt, ob ein Geschäftsführer kreativ tätig ist?

Das Bundessozialgericht hat (mit Urteil vom 16.04.1998) festgestellt, dass die Abgabe auf Gehalt eines Geschäftsführers nur anfällt, wenn er (einfach ausgedrückt) überwiegend künstlerisch bzw. kreativ tätig ist:

«Bei einem aus mehreren Tätigkeiten zusammengesetzten gemischten Beruf, für den ein einheitliches Entgelt gezahlt wird, kann von einem Entgelt für eine künstlerische Tätigkeit nur dann ausgegangen werden, wenn die künstlerischen Elemente das Gesamtbild der Tätigkeiten prägen. Notwendige Geschäftstätigkeiten, die für die selbständige Ausübung eines Berufes typisch sind, wie Reisen, Organisation und Verwaltung, stehen einer Wertung als künstlerisch nicht entgegen.»

(BSG, Urteil vom 16.04.1998)


Was bedeutet „selbstständig tätig“?

Der Begriff hat in diesem Fall nichts mit der Einordnung der Selbstständigkeit im Arbeits- oder Steuerrecht zu tun.

Hier kann ein Geschäftsführer auch dann selbständig tätig sein, wenn er zum Beispiel einen Arbeitsvertrag mit der Gesellschaft hat nach dem er arbeitsrechtlich als Angestellter gilt.

Arbeitsrecht und Künstlersozialrecht sind an diesem Punkt einfach zwei unterschiedliche Paar Schuhe.

Entscheidende Indizien für den Begriff der Selbständigkeit sind hier:

  • Der Geschäftsführer hat einen Anteil von mindestens 50 % an der GmbH oder eine sogenannte Sperrminorität.
  • Es besteht keine Bindung im Geschäftsführervertrag an Ort, Zeit und Dauer der Arbeitsleistung.
  • Es besteht eine Befreiung vom sogenannten Selbstkontrahierungsverbot (§ 181 BGB).


Um sich erfolgreich gegen die Abgabepflicht wehren zu können, muss der Einzelfall geprüft werden und eine entsprechende Argumentation bzw. Gestaltung erarbeitet werden.


Ich bin als Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht auf Problemlösungen rund um die Künstlersozialabgabe spezialisiert.


Mehr dazu finden Sie auf www.ksk-rechtshilfe.de und auf meinem anwalt.de Profil.


Weitere Infos:


Grundsätzliches zur KSK Abgabe


KG und Künstlersozialabgabe


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Sozialversicherungsrecht, Urheberrecht & Medienrecht

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