Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Immobilien im Nachlass - Tipps für Erben

(54)
Ob Haus, Wohnung oder Bauplatz – Immobilien im Nachlass verursachen Aufwand und bergen Streitpotential.

1.    Erbe oder Vermächtnisnehmer?
Während der Erbe mit dem Erbfall als Gesamtrechtsnachfolger auch automatisch Eigentümer einer Immobilie im Nachlass wird, hat ein Vermächtnisnehmer, dem Grundeigentum zugewendet wurde, lediglich einen Anspruch gegen den Erben, ihm das Eigentum an dem Objekt zu verschaffen.

2.    Grundbuchberichtigung
Das Grundbuch, das noch den Erblasser als Eigentümer ausweist, muss in der Regel berichtigt werden. Ein entsprechender Antrag kann beim Grundbuchamt unter Vorlage eines eröffneten notariellen Testaments oder eines Erbscheins vom Nachlassgericht gestellt werden. Während für die Grundbuchberichtigung innerhalb von zwei Jahren nach dem Erbfall keine Gebühren erhoben werden, ist die Beantragung eines Erbscheins gebührenpflichtig. Wird der Erbschein lediglich für die Grundbuchberichtigung benötigt, verringern sich die Kosten.

3
.    Erbengemeinschaft
Gibt es mehr als einen Erben, entsteht eine Erbengemeinschaft. Der gesamte Nachlass gehört dann allen Miterben gemeinsam. Sie können grundsätzlich nur einstimmig über Nachlassgegenstände verfügen. Auch die Verwaltung von Immobilien erfolgt grundsätzlich gemeinsam. Maßnahmen der ordnungsgemäßen Verwaltung, wie z.B. die Vermietung des Objekts unterliegen jedoch dem Mehrheitsprinzip. Bei Abstimmungen bemisst sich das Stimmrecht an den Erbquoten der einzelnen Miterben. Allein entscheiden kann ein Miterbe nur bei so genannten Notverwaltungsmaßnahmen, die kurzfristig notwendig sind, um eine Gefahr für die Bewohnbarkeit und Sicherheit der Immobilie abzuwenden.

4.    Alternativen zur Erbengemeinschaft
Die Erbengemeinschaft ist als komplizierte Zwangsgemeinschaft Ursache für viele familiäre Konflikte. Dies gilt insbesondere, wenn Immobilien zum Nachlass gehören. Sind sich die Erben nicht einig, was mit dem Objekt geschehen soll, erfolgt nicht selten die Versteigerung des Hauses oder der Wohnung. Wenn sich die Miterben einig sind, die Immobilie gemeinsam zu behalten, sollten sie die Immobilie in eine Bruchteilsgemeinschaft (mit Teileigentum) oder in eine Gesellschaft (z.B. GbR) einbringen. Diese Rechtsformen eignen sich weit besser für die dauerhafte Verwaltung von Immobilien.

Rechtsanwalt Bernfried Rose, LL.M.

Rose & Partner, Rechtsanwälte . Steuerberater
kontakt@rosepartner.de
www.rosepartner.de

Rechtstipp vom 28.03.2008

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von Rechtsanwalt Bernfried Rose LL.M. (ROSE & PARTNER LLP. Rechtsanwälte . Steuerberater)

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Informationen über aktuelle Gesetzesänderungen, neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den anwalt.de-Newsletter verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können den anwalt.de-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.