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Nachlass - Was Sie wissen und beachten müssen!

Die wichtigsten Fakten

  • Der Nachlass umfasst das gesamte Vermögen eines Verstorbenen.
  • Der Nachlass geht an den oder die Erben.
  • Der Erbe kann die Erbschaft annehmen oder ausschlagen.
  • Bei Annahme übernimmt der Erbe auch die Schulden des Erblassers.
  • Wichtig in der heutigen Zeit ist insbesondere auch der digitale Nachlass.

Was ist ein Nachlass?

Unter dem Begriff „Nachlass“ versteht man das gesamte aktive und passive Vermögen eines Verstorbenen. Dazu gehört z. B.:

  • Geld
  • Vermögenswerte (Firmenanteile, Aktien, Kapitaleinlagen)
  • Immobilien
  • Verpflichtungen des Verstorbenen
  • private Gegenstände
  • Sammlungen

Nach dem Tod des Erblassers geht der Besitz und das Eigentum des Nachlasses an den oder die Erben über.

Unterschied Nachlass – Erbe

Häufig werden diese beiden Begriffe gleichbedeutend verwendet. Genau genommen ist das Erbe aber ein Teil des Nachlasses. Der Nachlass bezeichnet das gesamte vom Verstorbenen hinterlassene Vermögen. Das Erbe, auch Erbteil genannt, ist der Teil davon, den jeder einzelne Erbe bekommt. Alle Erbteile zusammengenommen ergeben den Nachlass. Ein besseres Synonym für „Nachlass“ ist deshalb „Erbmasse“.

Nachlass regeln

Personen jedes Alters sollten ihren Nachlass bereits rechtzeitig durch eine letztwillige Verfügung regeln. Gibt es kein Testament und keinen Erbvertrag, tritt sonst die gesetzliche Erbfolge ein. Möchte der künftige Erblasser dies verhindern, muss er selbstständig eine andere Regelung für den Nachlass treffen.

Er oder sie kann dabei frei über den Besitz verfügen und z. B. auch einen Teil des Nachlasses an eine gemeinnützige Organisation spenden. In diesem Fall haben die gesetzlichen Erben aber dennoch einen Anspruch auf den Pflichtteil. Gibt es weder ein Testament bzw. einen Erbvertrag noch Angehörige, die in die gesetzliche Erbfolge eintreten, geht der Nachlass an den Staat. Das Gleiche passiert, wenn alle potenziellen Erbnehmer das Erbe ausschlagen.

Erbschaft annehmen oder ausschlagen

Sobald eine Person davon erfährt, dass er oder sie Erbe ist, bleiben sechs Wochen Zeit für die Entscheidung: Erbschaft annehmen oder ausschlagen? Unternimmt man während dieser Zeit nichts, ist die Erbschaft automatisch angenommen. Ansonsten kann man innerhalb der sechs Wochen das Erbe aktiv annehmen bzw. ausschlagen.

Nimmt man das Erbe an, muss man im gleichen Zug die Nachlassverbindlichkeiten übernehmen. Das heißt, der Erbe oder die Erben müssen z. B. auch etwaige Schulden begleichen, die der Verstorbene zu Lebzeiten gemacht hat. Die Forderungen von Gläubigern bestehen nämlich direkt gegenüber dem Erben und nicht etwa gegenüber dem Nachlass.

Weiß man, dass der Erblasser Schulden hatte, lohnt sich womöglich die Ausschlagung des Erbes. Ist hingegen nicht bekannt, ob der Nachlass überschuldet ist, hat man als Erbe das Recht, Einsicht in Bankkonten, Versicherungen oder andere Geschäftsbeziehungen des Verstorbenen zu nehmen und sich so einen Überblick zu verschaffen.

Die Erbannahme kann formlos sein, indem man z. B. einfach die Sechs-Wochen-Frist abwartet. Erklärt man vor Ablauf der Frist die Annahme, ist danach keine nachträgliche Ausschlagung mehr möglich.

Die Erbausschlagung hingegen muss persönlich gegenüber dem Nachlassgericht erklärt werden oder gegenüber einem Notar. Dieser leitet die Erklärung an das Nachlassgericht weiter.

Nachlassgericht

Die Aufgabe des Nachlassgerichts ist die Abwicklung der Nachlassangelegenheiten. Dazu gehört z. B.:

  • Verwahrung von Testamenten
  • Testamentseröffnung
  • Unterrichtung der Erben
  • Ausstellung von Erbscheinen

Stehen (noch) keine Erben fest, übernimmt das Nachlassgericht außerdem die Nachlasspflegschaft bzw. bestellt einen Nachlasspfleger. Das zuständige Nachlassgericht ist immer das Amtsgericht in dem Bezirk, in dem der Verstorbene seinen letzten Wohnsitz hatte.

Nachlasspfleger

Die Nachlassverwaltung oder Nachlasspflegschaft wird durch das Nachlassgericht angeordnet. Damit soll der Nachlass gesichert werden, bis ein Erbe die Erbschaft angenommen hat oder bis der bisher unbekannte Erbe ermittelt ist. Der Nachlasspfleger ist somit der gesetzliche Vertreter des Erben. Zu seinen Aufgaben gehören:

  • Ermittlung des oder der Erben
  • Bezahlung der Bestattungskosten
  • Beendigung des Mietverhältnisses des Erblassers
  • Kontakt mit etwaigen Gläubigern

Digitaler Nachlass

Der digitale Nachlass oder auch das digitale Erbe bezeichnet die Daten, die vom Verstorbenen im Internet oder auf Speichermedien (z. B. Computer-Festplatten oder USB-Sticks) vorhanden sind. Dabei kann es sich handeln um:

  • persönliche Daten (Name, Anschrift etc.)
  • Onlinekonten (z. B. E-Mail-Account) sowie die Zugangsdaten dazu
  • Nutzerprofile (z. B. Social Media oder Onlineshopping)
  • Mitgliedschaften, Verträge und Abonnements
  • Guthaben

Rechtlich wird der digitale Nachlass genauso behandelt wie der materielle Nachlass. Das heißt, dass dieser ebenso an den oder die Erben übergeht. Erben haben somit einen Anspruch auf sämtliche Daten des Verstorbenen und treten in laufende Vertragsverhältnisse.

Zum Problem wird häufig, dass nach dem Tod des Erblassers Zugangsdaten und Passwörter nicht bekannt sind. Bei der Testamentserstellung sollten deshalb im heutigen digitalen Zeitalter auch diese Daten hinterlegt werden.

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