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P&R Transport-Container GmbH stellt den Vertrieb ein

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Die P&R Transport-Container GmbH zählt mit 62.000 Kunden zu den Marktführern bei den Direktinvestments in Frachtcontainer. Das Konzept: Anleger erwerben Container, erhalten Miete und bieten am Laufzeitende den Rück­kauf der Container an. Bislang galt die P&R als ein solides und zuverlässiges Unternehmen. Umso mehr beunruhigt nun die aktuelle Mitteilung der Geschäftsführung der P&R vom 08.03.2018, den Vertrieb mit sofortiger Wirkung einzustellen. Bereits im Sommer letzten Jahres hatte P&R die Zahlungsfristen in einigen der laufenden Container-Verträge von 30 Tagen nach Quartalsende auf 60 Tage verlängert. Zur Begründung trug die P&R vor, dass ihre Forderungen selbst nicht fristgerecht erfüllt worden seien.

Aber auch aus einem weiteren Grund gerieten die P&R und ihre Tochtergesellschaften im letzten Jahr bei dem Verbrauchermagazin Finanztest (Stiftung Warentest) in die Kritik und sogar ins Visier der Wirtschaftsprüfer. Weil die P&R „in ihren Jahresabschlüssen jahrelang nicht alle Angaben zu finanziellen Verpflichtungen und Geschäftsführerbezügen“ veröffentlichte, wurden die Bestätigungsvermerke nur eingeschränkt testiert. Des Weiteren wurde bemängelt, dass ein Rahmenvertrag mit einer für die Umsetzung der Investition maßgeblichen Gesellschaft P&R Equipment & Finance Corp. nicht im Prospekt abgebildet ist. Nach den Geschäftsberichten wies die P&R Equipment & Finance Corp. zum 31.12.2016 Eigenkapital von EUR 26,5 Mio. aus, während sich die Verbindlichkeiten gegenüber anderen P&R-Gesellschaften auf über EUR 990 Mio. beliefen. Auch die in den Prospekten ausgewiesenen Mieteinnahmen weisen bis Ende 2016 nach der Stiftung Warentest eine Unterdeckung von über EUR 173 Mio. aus. Diese Umstände wecken Erinnerungen an die Insolvenz der Magellan Maritime Services GmbH, der ebenfalls Zahlungsverzögerungen vorausgingen.

Ob und inwieweit das bereits bestehende Container-Programm aufgrund der aktuellen Ereignisse und Mitteilungen nun gefährdet ist, ist derzeit unklar. Auch die Risiken für die Anleger sind aktuell noch nicht absehbar. Sollten die in Aussicht gestellten Rückkäufe der Container durch die Anbieterin nicht erfolgen oder die P&R Equipment & Finance Corp. ihren Verpflichtungen auf Zahlung des Mietzinses aus der Untervermietung der Container nicht nachkommen, kann das im Worst Case für die Anleger den Totalverlust ihres Investments bedeuten. In einem ihrer Beiträge stellte Finanztest zu der Situation bei P&R fest, dass es für die P&R Unternehmensgruppe jedenfalls Probleme geben könnte, wenn das Geschäft wie in den Jahren 2014 bis 2016 weiterlaufe und nicht kräftig weiteres Kapital hereinkomme.

Anlegern, die sich bei Zeichnung ihrer Kauf- uns sonstigen Verträge mit der P&R Transport-Container GmbH über die damit einhergehenden Risiken nicht bewusst waren oder hierüber unvollständig oder fehlerhaft aufgeklärt und beraten wurden, empfehlen wir, sich anwaltlich beraten zu lassen. Zudem besteht gegebenenfalls die Möglichkeit einer vorzeitigen Kündigung, sofern weitere Zahlungsverzögerungen auftreten.

MÜLLER SEIDEL VOS Rechtsanwälte bietet betroffenen Anlegern eine kostenlose Erstberatung an. Bei Interesse kommen Sie gerne auf uns zu.


Rechtstipp vom 08.03.2018
aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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