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Vorsicht vor Online-Rechtsberatung auf die Schnelle

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Im Zeitalter moderner Medien sind immer mehr Mandanten auch in rechtlichen Fragstellungen auf der Suche nach schnellen Antworten – und zwar im Internet. Viele Kanzleien (unsere eingeschlossen) bieten natürlich den Kontakt über das Internet an und erbringen auch Online-Dienstleistungen oder -beratungen.

Ganz grundsätzlich ist jedoch für den Mandanten Vorsicht geboten, denn nicht selten verbirgt sich auch bei Anbietern von rechtlichen Beratungsleistungen dahinter ein Konstrukt, das nur auf das schnelle Geld aus ist. So bieten einige Kanzleien zum Beispiel sogenannte Sofort-Checks von rechtlichen Fragestellungen an, die für den Rechtssuchenden nur zu verlockend sind.

Der verständige Mandant möchte sich aber an dieser Stelle genau überlegen, wie detailliert die Prüfung seines Falles bei solch einer Vorgehensweise erfolgen kann. Oft sind nämlich die Antworten des Anbieters hierzu nur sehr pauschal, wirken oft wie vorgefertigte Antworten, die überhaupt nicht auf den Fall des Mandanten passen und diesen lediglich in ein weitergehendes und vor allem kostenintensives Mandat locken wollen.

Kürzlich haben wir festgestellt, dass diese Vorgehensweise sogar auf unserem Spezialgebiet des Anwaltshaftungsrechts angeboten wird. Dem gewissenhaft arbeitenden Rechtsanwalt sträuben sich dabei die Haare. Der Mandant sollte bedenken, wie viel Zeit zuvor in seinen Fall investiert wurde, wie viel gesagt, geschrieben und unternommen wurde. Nicht selten sind Jahre des Prozessierens vergangen, die nun dahingehend zu überprüfen sind, ob der zuständige Rechtsvertreter Fehler gemacht und Pflichten aus dem Mandatsverhältnis verletzt hat, die den Mandanten zur Forderung von Schadensersatz berechtigen.

Wer glaubt, solch eine Prüfung könne binnen kürzester Zeit per Schnell- oder Sofort-Check ein verlässliches Ergebnis liefern und Auskunft darüber geben, ob nach eingehender Bewertung aller Informationen und unter Berücksichtigung nicht nur der Sach- und Rechtslage, sondern auch der Besonderheiten des Anwaltshaftungsrechts und der Beweislastverteilung dem Mandanten zu einem Haftungsverfahren gegen seinen früheren Rechtsanwalt geraten werden kann, der irrt. Die meisten Fallkonstellationen erfordern eine intensive Auseinandersetzung mit den vorgenannten Aspekten und diese kostet Zeit.

Will der Mandant nicht nur pauschale Antworten und Tendenzen, sondern eine klare und verlässliche Antwort auf die Frage, ob und wie er einen Schadensersatzanspruch durchsetzen kann, so sollte er die Finger von Schnell- und Sofort-Checks lassen und seriöse Anbieter kontaktieren.

Nach unserer internen Kanzleiphilosophie bewerten wir vorab, am besten in einem persönlichen Gespräch oder Telefonat, ob der uns dargestellte Fall zu uns passt. Wir vertreten lediglich Mandanten, bei denen wir davon überzeugt sind, dass wir ihnen helfen können. Wir sind zudem der Auffassung, dass eine intensive Auseinandersetzung mit dem Fall des Mandanten unabdingbare Voraussetzung für das weitere Miteinander zwischen Mandant und Anwalt darstellt. Hierauf hat der Mandant auch einen Anspruch. Wenn Mandant und Rechtsanwalt davon überzeugt sind, dass ein Verfahren erfolgreich betrieben werden kann, besteht auch eine vernünftige Basis für eine erfolgreiche Mandatsbeziehung. Mit dieser Kanzleiphilosophie erfahren wir regelmäßig sehr große Zustimmung.


Rechtstipp vom 16.09.2016

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