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Warnung vor dubiosen Branchenbucheinträgen

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In letzter Zeit nehmen zunehmend Mandanten Kontakt auf, weil Sie entweder per Fax-Schreiben ein Angebot erhalten haben, Ihr Unternehmen in einem Branchenbuch eintragen zu lassen oder Sie bereits Rechnungen erhalten haben.

Auch wenn es sinnvolle Einträge im Internet gibt, gerade bei namenhaften Firmen, so gibt es auch viele schwarze Schafe, die nur an Ihr Geld wollen. Ob Gewerbeauskunftzentrale oder angeblich lokale Branchenbücher; die Masche ist meistens gleich:

Den Unternehmen, oft Kleinstbetrieben, wird ein Fax-Schreiben übersandt, in dem die wesentlichen Daten schon voreingetragen sind und man gebeten wird, gegebenenfalls Korrekturen vorzunehmen und das Schreiben wieder zurückzuschicken. Man würde in ein Branchenbuch/Auskunftzentrale eingetragen werden mit lokalem Bezug. Da die Kundengewinnung über das Internet immer größere Bedeutung gewinnt, geht man davon aus, dass es sich hierbei um eine sinnvolle Sache handeln würde.

Dass ein solcher Eintrag erhebliche Kosten (bis zu 1.00,00 €) mit sich bringt und man sich über eine gewisse Laufzeit vertraglich bindet, ist erst auf den 2. Blick, im Kleingedruckten zu finden. Die Aufmachung der Schreiben ist so gewählt, dass die Empfänger meinen, es würde sich dabei um eine amtliche Eintragung handeln. Gerade, weil diese Unternehmen nicht locker lassen, immer wieder Schreiben schicken, oft mit dem Vermerk „Eilt sehr", sieht man sich unter Zugzwang und sendet das Formular unterzeichnet zurück - mit weitreichenden Folgen. Kurze Zeit später erhält man bereits die Rechnung, gefolgt von Mahnungen oder Schreiben von Inkasso-Büros.

Die Kanzlei Alexander rät solche Faxe kritisch zu überprüfen, das Kleingedruckte zu lesen und in keinem Fall mit Unterschrift versehen zurückzusenden. Zwar existieren die Seiten im Internet; einen wirklichen Nutzen für Sie haben sie jedoch nicht. Es handelt sich dabei um Seiten, die kaum besucht werden bzw. nicht von Kunden, die lokal nach einem Unternehmen suchen, genutzt werden. Die Höhe der Kosten steht in keinem Verhältnis zu dem Nutzen. In vielen Fällen kann man von einer echten Abzocke sprechen, da diese Firmen es darauf anlegen, dass man das Kleingedruckte nicht liest.

Sollten Sie dennoch im Eifer des Gefechtes ein Formular zurückgesendet haben und mit Rechnungen konfrontiert werden, besteht immer noch die Möglichkeit, sich vom Vertrag zu lösen und den Zahlungsverpflichtungen zu entgehen. Sie sollten schnellstmöglich einen Anwalt aufsuchen, der sich bereits mit dieser Problematik befasst hat, um zu prüfen, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen. Insbesondere auch deshalb, weil zwischenzeitlich sich auch die Gerichte mit diesen Machenschaften beschäftigt haben und es zahlreiche Rechtsprechung zu diesem Thema gibt.


Rechtstipp vom 12.09.2013
aus der Themenwelt Schulden und den Rechtsgebieten Allgemeines Vertragsrecht, Zivilrecht

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