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Wohnungsschlüssel verloren – hohe Kosten

Rechtstipp vom 18.10.2016
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Rechtstipp vom 18.10.2016
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Kommt in einem Haus mit einer Schließanlage ein Wohnungsschlüssel abhanden, müssen im Allgemeinen sämtliche Schließzylinder im Haus ausgetauscht werden, um einen Missbrauch der verloren gegangenen Schlüssel zu verhindern (Landgericht Berlin, ZMR 2000, 535, 536). Dies führt – vor allem in größeren Wohnanlagen – zu sehr hohen Kosten.

Diese Kosten sind von demjenigen zu ersetzen, der den Schlüssel schuldhaft verloren hat. Handelt es sich um eine Wohnungseigentümergemeinschaft, hat der unachtsame Eigentümer der Gemeinschaft den Schaden zu erstatten.

Dies gilt auch, wenn die Eigentumswohnung vermietet ist und der Mieter den Schlüssel aus Unachtsamkeit verliert. Der vermietende Eigentümer haftet nämlich für das Verschulden seines Mieters. Er kann sich jedoch von seinem Mieter die Kosten in voller Höhe zurückholen, erforderlichenfalls durch eine Klage.

Voraussetzung für einen Schadensersatzanspruch ist jedoch, dass die Schließanlage tatsächlich ausgetauscht wurde und die Kosten bereits angefallen sind.

Solange die Schließanlage nicht erneuert wurde, besteht kein einklagbarer Vermögensschaden.

Die bloße Besorgnis, dass mit dem verlorenen Schlüssel Missbrauch betrieben werden könnte, führt nicht zu einem Zahlungsanspruch (Urteil des Bundesgerichtshofs vom 05.03.2014, Az.: VIII ZR 205/13). Begründung des BGH: Eine Sache ist nur dann beschädigt, wenn ihre Substanz verletzt ist. Dies ist dann nicht der Fall, wenn ein Schlüssel lediglich verlorengegangen und die Schließanlage noch nicht ersetzt worden ist.


aus dem Rechtsgebiet Mietrecht & Wohnungseigentumsrecht

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