Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Keine Haftung der WEG bei nicht ordnungsgemäß ausgeführten Sanierungsarbeiten

  • 1 Minuten Lesezeit

Problem/Sachverhalt

In der Sondereigentumseinheit eines Wohnungseigentümers kommt es ungeachtet der von der Eigentümergemeinschaft beschlossenen und auch durchgeführten Instandsetzungsmaßnahmen wegen einer nicht fachgerechten Abdichtung weiter zu Feuchteschäden. Hierüber wird auch die Hausverwaltung in Kenntnis gesetzt. Von der Hausverwaltung wird allerdings nichts weiter wegen der eindringenden Feuchtigkeit unternommen und es wird wegen der mangelhaften Arbeit auch nicht weiter gegen den Werkunternehmer vorgegangen.

Der betroffene Wohnungseigentümer verlangt daraufhin von der Wohnungseigentümergemeinschaft wegen der unvollständigen bzw. fehlerhaften Durchführung des Instandsetzungsbeschlusses Schadensersatz aufgrund der ihm entgangenen Miete und im Hinblick auf die ihm entstandenen Kosten für die Einholung eines Privatgutachtens.

Entscheidung

Ohne Erfolg! Nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs begründen Pflichtverletzungen des Verwalters, die sich auf die Durchführung von Beschlüssen beziehen, nämlich grundsätzlich keine Schadensersatzansprüche einzelner Wohnungseigentümer gegen die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer (vgl. Urteil vom 08.06.2018 – V ZR 125/17).

Der Bundesgerichtshof begründet seine Entscheidung damit, dass die Pflicht zur Durchführung von Beschlüssen nach der gesetzlichen Ausgestaltung alleine den Verwalter und nicht die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer trifft.

Der einzelne Wohnungseigentümer müsse sich daher an den Verwalter halten und von ihm verlangen, dass er die gefassten Beschlüsse auch durchführt. Dieser Anspruch kann ggfs. auch im Klagewege durchgesetzt werden.

Praxishinweis

Ab dem Zeitpunkt der Fassung eines Beschlusses ist damit grundsätzlich die Hausverwaltung in der Verantwortung. An der Beschlussumsetzung kann und darf sie niemand mehr hindern.

Die Beschlussumsetzungsverpflichtung der Hausverwaltung besteht grundsätzlich auch dann, wenn der Beschluss angefochten wurde, solange noch keine gerichtliche Entscheidung vorliegt. Ist sich der Verwalter hinsichtlich der Beschlussumsetzung nicht (mehr) sicher, kann er sich durch Einberufung einer Eigentümerversammlung weitere Weisungen dazu einholen, ob zunächst das Anfechtungsverfahren abgewartet werden soll.



Artikel teilen:


Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Weitere Rechtstipps von Rechtsanwältin Nicola Schulze

Problem/Sachverhalt In der Sondereigentumseinheit eines Wohnungseigentümers kommt es ungeachtet der von der Eigentümergemeinschaft beschlossenen und auch durchgeführten Instandsetzungsmaßnahmen ... Weiterlesen
Problem/Sachverhalt: Im notariellen Kaufvertrag über den Erwerb eines Wohnhauses wurde Nachfolgendes vereinbart: „ Es handelt sich um ein Gebäude aus dem Jahr 1997, das seither nicht mehr saniert ... Weiterlesen
Ab dem 01.01.2018 gilt das neue Bauvertragsrecht, das beim Hausbau mehr Sicherheit und Rechtsklarheit schaffen soll. Die eher spärlichen Vorschriften des Werkvertragsrechts, nach denen bisher ... Weiterlesen

Beiträge zum Thema

27.03.2020
Sie möchten eine Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) – kurz UG – gründen, aber sind sich bezüglich des ... Weiterlesen
15.05.2020
Sie wollen eine Aktiengesellschaft (AG) gründen, sind sich aber bezüglich des Gründungsprozesses noch nicht ganz ... Weiterlesen
07.02.2017
Bei einem Vorfahrtsverstoß spricht zunächst der Anscheinsbeweis gegen denjenigen, der die Vorfahrt missachtet hat. ... Weiterlesen