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Sexueller Missbrauch von Kindern – Verjährung, Vorladung, Anklage

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Das Sexualstrafrecht hat in den vergangenen Jahren vermehrt Änderungen erfahren. Die neueste Gesetzesänderung trat im Januar 2015 in Kraft und soll einen verbesserten Schutz gegen sexuellen Missbrauch von Kindern ermöglichen.

Sexueller Missbrauch von Kindern ist jede sexuelle Handlung, die an Kindern gegen ihren Willen vorgenommen wird. Sexueller Missbrauch ist in Deutschland in den §§ 176 ff. StGB geregelt. 

Der § 176 StGB ist dabei die wichtigste Strafnorm gegen Kindesmissbrauch. Als Kind werden dabei Personen unter 14 Jahren verstanden. Bei einem sexuellen Missbrauch von Personen zwischen 14 und 18 Jahren handelt es sich hingegen um einen sexuellen Missbrauch von Jugendlichen. 

Im § 176 a StGB findet sich der schwere sexuelle Missbrauch von Kindern. Was unter einem schweren sexuellen Missbrauch verstanden wird, wird in § 176a Abs. 2 StGB aufgezählt. Dazu zählen insbesondere die gemeinschaftliche Begehung oder auch Wiederholungstaten.

Verjährung bei sexuellem Missbrauch von Kindern

Im Strafrecht ist die Verjährung in den § 78 ff. StGB geregelt. Die Verjährung schließt die Verfolgung der Tat aus. Die Länge der Verjährungsfrist richtet sich dabei nach der Strafandrohung der begangenen Tat und beginnt normalerweise mit der Beendigung der Tat.

Der sexuelle Missbrauch von Kindern nach § 176 I StGB ist mit Strafe bis zu 10 Jahren bedroht. Daher verjährt dieser auch nach 10 Jahren.

Der schwere sexuelle Missbrauch von Kindern nach § 176a StGB hingegen verjährt regelmäßig erst nach 20 Jahren. Da dieser jedoch erst im Jahr 1998 eingeführt wurde, beträgt die Verjährung dort erst ab dem 01.04.1998 20 Jahre. Taten, die vor diesem Zeitpunkt begangen wurden, verjähren daher nach 10 Jahren. 

Besonderheit bei der Verjährung des sexuellen Missbrauchs von Kindern

Eine Besonderheit im Hinblick auf die Verjährung ergibt sich bei Sexualstraftaten aus dem § 78b StGB. Nach der Gesetzesänderung im Januar 2015 ruht die Verjährung in Sexualstraftaten danach bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres des Opfers, anstatt nur noch bis zum 21. Lebensjahr. Dies bedeutet, dass die Verjährung bei einem sexuellen Missbrauch nach § 176 I StGB erst beginnt, wenn das Opfer 30 geworden ist. Rechnet man nun die 10-jährige Verjährungsfrist hinzu, verjährt die Tat mit dem 40. Geburtstag des Opfers. Durch diese Regelung soll den Opfern mehr Zeit gegeben werden den Missbrauch zur Anzeige zu bringen. 

Für Taten, deren Verjährungsfrist zum Zeitpunkt einer neuen Gesetzgebung noch läuft, greift im Falle einer Gesetzesänderung zugunsten des Opfers automatisch die neue Verjährungsfrist.

Verhalten bei Vorladung oder Anklage wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern

Sofern Sie in den Verdacht eines sexuellen Missbrauchs geraten, eine Vorladung oder bereits eine Anklage erhalten haben, sollten Sie dringend einen Strafverteidiger mit Ihrem Fall vertraut machen. Dieser kann für Sie Akteneinsicht beantragen und den aktuellen Stand des Verfahrens einschätzen. Auf Grundlage der Einschätzung wird dann eine Verteidigungsstrategie entwickelt werden.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Strafrecht

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