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Verjährung - was Sie wissen und beachten müssen!

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Verjährung verhindern – welche Möglichkeiten gibt es?

  • Prüfen Sie in der Liste, ob Ihre Frist dort enthalten und abgelaufen ist.
  • Kontaktieren Sie einen Rechtsanwalt, um sich juristisch beraten zu lassen.
  • Beantragen Sie einen Online-Mahnvertrag. Der Online-Mahnantrag ermittelt automatisch das zuständige Gericht, welches dann den Mahnbescheid an den Schuldner schickt.
  • Reichen Sie Klage ein – am besten mit Unterstützung eines Anwaltes.
  • Kontaktieren Sie bei einer Verbraucherschlichtungsstelle einen Ombudsmann.
  • Schließen Sie sich, falls es Ihren Fall betrifft, einer Musterfeststellungsklage an.

Was bedeutet „Verjährung“?

Fast täglich schließen wir Verträge untereinander ab: Kaufverträge, Werkverträge, Mietverträge etc. Dadurch entstehen Ansprüche, z. B. eine Kaufpreisforderung, Gewährleistungsansprüche etc. Allerdings hat der Gesetzgeber der Geltendmachung solcher Ansprüche und Forderungen eine zeitliche Grenze gesetzt, nach der der Anspruch nicht mehr gerichtlich durchgesetzt werden kann.

Die wichtigsten Verjährungsfristen für Verbraucher & Verkäufer

Art des Anspruchs

 

Frist

 

Fristbeginn

regelmäßige Verjährung (z. B. Rechnung, Kaufpreisforderung, Werklohnforderung)

§§ 195, 199 BGB

3 Jahre

nach Ablauf des Entstehungsjahres und bei Kenntnis des Gläubigers von Anspruch und Schuldner

titulierte Ansprüche und gleichgestellte Ansprüche (z. B. Urteile, Ansprüche aus vollstreckbaren Urkunden, Vollstreckungsbescheide, familien- und erbrechtliche Ansprüche)

§ 197 BGB

30 Jahre

Rechtskraft, Erstellung der Dokumente

Schadensersatzansprüche z. B. wegen Verletzung an Leben, Körper, Gesundheit oder Freiheit

§ 199 BGB

30 Jahre

Begehung der Handlung

Gewährleistungsansprüche aus einem Kaufvertrag (Ausnahme siehe unten)

§ 438 BGB

2 Jahre

Übergabe der Sache

Arglistiges Verschweigen eines Mangels der Kaufsache durch den Verkäufer

3 Jahre

siehe Regelverjährung

Gewährleistungsrechte bei Kaufvertrag über ein Bauwerk oder Gegenständen, die für ein Bauwerk verwendet wurden

5 Jahre

Übergabe der Sache

Gewährleistungsrechte aus einem Werkvertrag (Ausnahmen siehe unten)

§ 634a BGB

2 Jahre

Abnahme des Werkes

Arglistiges Verschweigen eines Mangels am Werk durch den Hersteller

3 Jahre

siehe Regelverjährung

Gewährleistungsrechte aus Herstellung eines Bauwerks oder Arbeiten am Bauwerk (beim arglistigen Verschweigen von Baumängeln beginnt die Regelverjährung auch erst nach fünf Jahren)

§ 634a BGB 

5 Jahre

Abnahme des Werkes

Gewährleistungsrechte aus Erstellung unkörperlicher Arbeitsergebnisse (Software)

§ 195 BGB, § 199 BGB

3 Jahre

siehe Regelverjährung

Reisevertragsrecht

§ 651g BGB

2 Jahre

geplantes Reiseende

Rechtzeitiges Handeln zahlt sich aus! Mit dem Antrag eines gerichtlichen Mahnbescheids innerhalb der Verjährungsfrist geht Ihnen als Verbraucher der Zahlungsanspruch nicht verloren.

Darüber hinaus können Verjährungsfristen gehemmt werden oder neu beginnen. Eine Hemmung erfolgt beispielsweise durch die rechtzeitige (vor Ablauf des 31. Dezembers) Beantragung und Zustellung eines gerichtlichen Mahnbescheids oder durch die Aufnahme von Verhandlungen zwischen Gläubiger und Schuldner. Ein Neubeginn der Verjährung erfolgt, wenn ein Anerkenntnis des Schuldners vorliegt oder eine gerichtliche oder behördliche Vollstreckungshandlung vorgenommen oder beantragt wird (§ 212 BGB).


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