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Wie viel Abfindung steht mir zu? So berechnen Sie Ihre individuelle Abfindung.

Rechtstipp vom 16.04.2019
(7)
Rechtstipp vom 16.04.2019
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Wer von einer Kündigung betroffen ist, will oft als erstes wissen, mit welcher Abfindung er rechnen kann. 

Wer hofft, im Internet auf diese Frage eine schnelle Antwort zu finden, wird schnell enttäuscht. Einfache Online-Rechner, mit denen die Berechnung der Abfindungshöhe ohne großen Aufwand möglich ist, sind kaum zu finden. Was man dagegen zahlreich findet sind Tools, mit denen man die Lohn- und Einkommenssteuer (Stichwort: Fünftelregelung) ausrechnen kann, die von der Abfindung abgezogen wird. 

Warum ist die Berechnung der Abfindungshöhe so schwierig?

Fast jeder kennt die sogenannte "Faustformel zur Berechnung einer Abfindung". Die lautet: Die Abfindung beträgt ein halbes Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr. 

Für diese Formel braucht man zwar keinen Abfindungsrechner, aber leider gibt die Formel in den seltensten Fällen einen Betrag wieder, mit dem Sie konkret in Ihrer Situation rechnen können. 

Diese Faustformel findet sich zwar inzwischen auch im Kündigungsschutzgesetz (§ 1a KSchG), aber nur als Ausdruck einer schon viel älteren "Tradition". Sie sollten die Faustformel jedoch nur als Hilfsmittel zum Einstieg in die Verhandlung einer Abfindung betrachten, nicht als Grundlage für einen Rechtsanspruch.

Welche Abfindung steht Ihnen zu? 

In der Realität spielen für die Höhe der Abfindung zahlreiche Faktoren über die Beschäftigungsdauer und das Monatsgehalt hinaus eine wichtige Rolle. 

Ein Blick auf die Statistiken, die es zur Höhe von Abfindungen und dem Einfluss unterschiedlicher Faktoren gibt, zeigt deutliche Zusammenhänge zwischen Abfindungshöhe und Dingen wie 

  • Branche, in der Ihr Unternehmen tätig ist
  • Betriebsgröße
  • Lebensalter
  • dem Kündigungsgrund
  • Vorliegen einer Schwerbehinderung

Große Unterschiede bei der Abfindungshöhe je nach Branche und Betriebsgröße

Die Bandbreite bei durchschnittlich bezahlten Abfindungen in unterschiedlichen Branchen ist enorm.

Bei Banken und Versicherungen sowie in der Chemie- und Pharmabranche werden in mehr als einem Drittel aller Fälle Abfindungen von einem Monatsgehalt oder mehr pro Beschäftigungsjahr bezahlt. Damit stehen diese Branchen an der Spitze bei der Höhe der bezahlten Abfindung.

Im Gesundheitswesen und im Bereich Metall- und Maschinenbau liegt der Anteil so hoher Abfindungen dagegen bei nur ca. 7 %. Diese Branchen bilden die Schlusslichter bei der Abfindungshöhe. 

Ähnlich sieht es aus, wenn man die Abfindung in Relation zur Größe des Unternehmens setzt.

Es gilt ganz eindeutig der Grundsatz: je Größer das Unternehmen, umso höher die Abfindung.

In statistischen Zahlen ausgedrückt: In Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern sind die bezahlten Abfindungen durchschnittlich fast vier Mal so hoch wie in Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern. 

Wie berechne ich meine Abfindung realistisch?

Wenn Sie für Ihren individuellen Fall lieber eine realistischere Abfindung ermitteln wollen, als nur die Faustformel zu benutzen, dann sollten Sie mein kurzes Video anschauen. Darin zeige ich Ihnen, wie Sie ganz einfach in 3 Minuten eine Abfindungssumme errechnen könne, in der die oben genannten Faktoren mitberücksichtigt werden. 

Rechtsanwalt Alexander Meyer

Fachanwalt für Arbeitsrecht

anwaltsbüro47 - Rupp Zipp Meyer Wank - Rechtsanwälte


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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