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Diesel-Skandal: VW-Software-Update mit Nebenwirkungen! Der Betrug nach dem Betrug ...

Rechtstipp vom 12.08.2017
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Rechtstipp vom 12.08.2017
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Die Schreckensmeldungen nehmen kein Ende: VW-Händler haben nach der Aufdeckung des Dieselskandals im September 2015 trotz Verbots noch monatelang Autos mit manipulierter Software verkauft. Das geht aus Unterlagen des Bundesverkehrsministeriums hervor, die der „WirtschaftsWoche“ vorliegen.

Damit nicht genug: VW will die illegalen Abschalteinrichtungen mit einem Software-Update beseitigen. Viele Kunden haben mittlerweile ihr Auto nachrüsten lassen. Kaum aus der Werkstatt, gehen die Probleme aber los: Weniger Leistung, kaputte Motoren, Schäden am Partikelfilter, Gestank und Ärger.

Die Kanzlei Dr. Klüver Dr. Klass Zimpel & Kollegen vertritt mehrere Dutzend VW-Geschädigte. Was auffällt: Der VW-Konzern zeigt sich zumeist kulant. Erst jüngst hat Skoda alle Reparaturkosten inkl. der Kosten für das Hotel übernommen, die entstanden sind, weil der Wagen nach dem Software-Update einen kapitalen Motorschaden im Ausland erlitten hat (unser Mandant war im Urlaub in Kroatien). Insoweit hatten wir für unseren Mandanten mit Erfolg Schadensersatz gefordert.

Für Rechtsanwalt Dr. Klass ist klar: VW-Diesel-Fahrzeuge sind auch mit Updates ein Fall von Kundentäuschung. „Die häufigste Rückmeldung, die unsere Kanzlei hat, ist das Thema Spritverbrauch, d. h. die Verbrauchswerte sind nach dem Update gestiegen.“ Experten befürchten: Wenn der Motor über die Software-Lösung optimiert wird, dann kann es passieren, dass durch die verstärkten Partikelemissionen eine frühzeitige Versottung der Abgasrückführventile auftritt, die dann wiederum Werkstattbesuche erfordern und zu Lasten des Kunden gehen. Damit verbunden ist eine allgemeine Wertminderung des Diesel-Wagens, der sich nur noch schwer verkaufen lässt.

Entscheidend ist: Zu den Software-Updates gibt es noch keine Langzeit-Tests. Deshalb sollten Autobesitzer eine rechtsverbindliche Garantie von VW einfordern, um für den Fall der Fälle einen gerichtlich durchsetzbaren Anspruch gegen den Hersteller zu besitzen. Doch genau eine solche Garantie verweigert VW hartnäckig.

Letztlich gilt: Wer nicht klagt, bekommt nichts. Das ist die Strategie von Volkswagen, Skoda, Seat, Audi und Porsche. Hat man eine Rechtschutzversicherung, sollte auf jeden Fall Schadensersatz verlangt werden. Wer nicht rechtsschutzversichert ist, kann mit dem Anwalt Individualvereinbarungen über das Honorar treffen. Aus Prinzip sollten alle Betroffenen ein Zeichen setzen und gegen den VW-Konzern rechtlich vorgehen.


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