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Erbschaft Teneriffa, Gran Canaria – Kanarische Inseln – Besonderheiten

Rechtstipp vom 01.02.2018
(29)
Rechtstipp vom 01.02.2018
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Erbschaftsteuer – Erbauseinandersetzung unter Miterben – Beispiel aus der Praxis

Fall aus der Beratungspraxis

Witwe mit deutscher Staatsangehörigkeit verstirbt in Deutschland und hat auf Teneriffa, Gran Canaria und im Zentrum von Barcelona eine Immobilie.

Sie hat 3 Kinder, die zu gleichen Teilen Erben werden. Jede der 3 Immobilien hat einen Wert von 200.000,00 EUR und damit besteht ein Nachlasswert in Spanien von 600.000,00 EUR.

Frage: Welches Erbrecht findet Anwendung?

Antwort: Es findet das deutsche Erbrecht Anwendung, da die Verstorbene in Deutschland gelebt hat, als sie verstarb und zudem die deutsche Staatsangehörigkeit hatte. Die Kinder werden nach dem gesetzlichen deutschen Erbrecht Erben, zu jeweils 1/3.


Frage: Welches Erbschaftsteuerrecht findet Anwendung?

Antwort: Die Verstorbene und die Kinder leben in Deutschland. Damit ist der ganze Nachlass in Deutschland zu versteuern.

Hinweis: Sie müssen jedoch beachten, dass aufgrund der Belegenheit der Immobilien in Spanien, auch in Spanien Erbschaftsteuer zu erklären und zu zahlen ist, wenn die Freibeträge nicht ausreichen.

Besonderheit: Die Besonderheit in der spanischen Erbschaftsteuer ist es, dass die Regionen die Erbschaftsteuer eigenständig regeln. Seit dem Urteil des europäischen Gerichtshofes vom 03.09.2014 sind diese regionalen Regelungen auch auf europäische Steueransässige anzuwenden, die nicht in Spanien leben, so wie in diesem Fall.

Damit gilt in Barcelona (Katalonien) eine andere Erbschaftsteuerberechnung als auf den Kanarischen Inseln. Während in Barcelona pro Kind ein Freibetrag von 100.000,00 EUR besteht und die Vergünstigung auf die Steuerlast von 99 % je nach Nachlasshöhe abgestuft wird, gilt auf Teneriffa, Gran Canaria ein Freibetrag von 23.140,00 EUR pro Kind. Jedoch gilt auf Teneriffa seit dem 01.01.2016 die Steuervergünstigung von 99,9 % auf die Steuerlast und damit wäre die Steuerlast auf den Kanarischen Inseln geringer als in Barcelona.

Steuertipp: In diesem Falle gibt es Möglichkeiten, den ganzen spanischen Nachlass auf den Kanarischen Inseln zu versteuern und damit die Erbschaftsteuer praktisch nahezu zu eliminieren.


Frage: Erbauseinandersetzung unter Erben – was tun?

Antwort: Die Erbauseinandersetzung ist regelmäßig erforderlich, da in der Praxis 3 Miteigentümer sich in der Regel nicht einigen können, ob die Immobilie selbst genutzt, vermietet oder verkauft werden soll.

Im vorliegenden Falle könnte bei Einigkeit schon mit der Erbschaftsannahme jedem Kind eine Immobilie zugewiesen werden.

Tipp: Hier sollte kein Verkauf stattfinden, sondern eine Miteigentumsauflösung, die mit 0,75 % auf den Gesamtwert der Immobilie auf den Kanarischen Inseln und mit 1,5 % in Barcelona besteuert wird statt der teuren Grunderwerbsteuer von 6,5 % bzw. 10 %. Sollte Streit bestehen, dann kann jedes Kind vor Gericht die Teilungsklage erheben, sodass die Immobilie als unteilbar erklärt und dann in der Teilungsversteigerung veräußert wird. Die Erben teilen dann den Erlös.


Aktuell 2018: Neu in der Rechtsprechung ist jetzt, dass die Miterben untereinander Miete verlangen können, wenn nur ein Kind die Immobilie nutzt. Dann muss es an die anderen Kinder Miete zahlen, wenn diese verlangt wird.

Erbschaften in Spanien verlangen eine umfassende Betreuung nicht nur in rechtlichen Fragen, sondern vor allen Dingen in steuerlichen Fragen, um Steuern zu sparen. Deshalb stehen wir Ihnen mit unserer doppelten Kompetenz in Steuer & Recht zur Verfügung.


Rechtstipp aus der Themenwelt Mehrere Erben: die Erbengemeinschaft und dem Rechtsgebiet Erbrecht | Spanisches Recht

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