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Kreditkartenbetrug

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Der Betrug ist seit jeher ein äußerst verbreitetes Vorgehen von Kriminellen, um an Ihr Geld zu gelangen. Bei einem solchen Betrug handelt es sich um ein Vermögensdelikt, welches in § 263 Strafgesetzbuch (StGB) geregelt ist. Zurückzuführen auf die mit der Zeit neu entwickelten Zahlungsarten, hat in der heutigen Zeit der Kreditkartenbetrug eine besondere Bedeutung erlangt. Auch bei dieser Art des Betrugs, gibt es einige Möglichkeiten diesem entgegenzuwirken. Sollten Sie jedoch trotzdem zu einem Opfer eines Kreditkartenbetrugs werden, soll Ihnen der Beitrag ein mögliches weiteres Vorgehen darlegen.

Die Kreditkarte als Zahlungsmittel

Die Kreditkarte ist seit einigen Jahren auch in Deutschland ein häufig verwendetes Zahlungsmittel. Die Grundidee der Kreditkarte ist, wie es der Name schon vermuten lässt, die des revolvierenden Kredits. Dabei wird dem Karteninhaber ein Kredit gewährt, für welchen das Kreditinstitut einen Kreditzins für den Betrag berechnet, der innerhalb einer festgelegten Frist nicht abgedeckt worden ist.

Eine Kreditkarte hat grundsätzlich zwei verschiedene Zahlungsverkehrsfunktionen. Zum einen lässt sich mit einer Kreditkarte an Geldautomaten Bargeld abheben, zum anderen kann mit einer Kreditkarte an verschiedenen Akzeptanzstellen und im Internet bargeldlos gezahlt werden. Ein besonderer Vorteil einer Kreditkarte liegt darin, dass diese grundsätzlich weltweit eingesetzt werden kann. Durch die Zahlung mit einer Kreditkarte ist es besonders im Online-Handel nicht mehr notwendig Vorab-Überweisungen zu tätigen, welcher immer ein gewisses Risiko für den Käufer mit sich bringen. Alle Zahlungen, die mit der Kreditkarte getätigt wurden, werden dabei erst am Ende des Abrechnungsmonats gebucht.

Die Benutzung einer Kreditkarte birgt jedoch auch gewisse Risiken für den Karteninhaber. Schnell kann der Überblick über die bereits getätigten Zahlungen verloren werden, da es zu keiner direkten Abbuchung kommt. Durch den fehlenden Überblick, werden die eigenen tatsächlichen finanziellen Möglichkeiten schnell verkannt und es wird mehr Geld ausgegeben, als tatsächlich zur Verfügung steht.

Was ist unter einem Kreditkartenbetrug zu verstehen?

Es handelt sich bei dem Kreditkartenbetrug um eine Form des Wirtschaftsbetrugs. Bei einem Betrug in Zusammenhang mit einer Kreditkarte gibt es verschieden Arten des Betrugs.

Diebstahl von Kreditkartendaten

Eine mögliche Variante des Kreditkartenbetrugs, liegt in dem physischen Entwenden der Karte. Hierbei kann sich beispielsweise ein Taschendieb der Karte bemächtigen. Aktuell kommt es jedoch vermehrt zu einem Diebstahl von Kreditkartenangaben, wobei es mehrere Möglichkeiten gibt, um an die Angaben zu gelangen.

Eine weit verbreitete Methode zu der Erlangung von Kreditkartenangaben, stellt die des „Phishing“ dar. Dabei werden relevante Angaben durch gefälschte E-Mails oder Websites erschlichen. (Siehe instruktiv und weitergehend zum Phishing unsere Blog-Beiträge unter https://www.recht-freundlich.de/category/phishing-online-banking)

  • Eine weitere Art des Kreditkartenbetrugs liegt im Fälschen von Internetdiensten und Shops, bei denen der Täter mit unverhältnismäßig guten Angeboten Kunden anlocken will. Damit versucht der Täter zu erreichen, dass das Opfer seine Daten gutgläubig preisgibt.
  • Hacker können sich Zugang zu Mail-Konten und zu geführten Konversationen verschaffen und so an relevante Daten gelangen.
  • Es können Sicherheitslücken oder Datenlecks für das so genannte Cracking ausgenutzt werden. Dabei wird versucht an Kundendateien zu gelangen, welche häufig auch Kreditkartendaten gespeichert haben.
  • Auch können die Täter durch Hackerangriffe auf Kaufhausketten, Online-Shops und anderen Portalen versuchen Kreditkartendaten zu stehlen.
  • Das Skimming beschreibt eine Methode, bei der es durch die Manipulation von Lesegeräten in Geschäften, zu einem Abschöpfen von Kartendaten inklusive PIN kommen kann.
  • Auch kann es durch die Anwendung von körperlicher Gewalt oder durch die Verwendung von KO-Tropfen dazu kommen, dass das Opfer Willenlos gemacht wird.

Fälschung von Kreditkartendaten

Es kann auch zu Fälschungen von Kreditkarten kommen. Viele Kreditkarten-Herausgeber vergeben für die Kreditkarten aufsteigende Kreditkartennummern. Durch die Verwendung eines Algorithmus, lassen sich auf der Basis einer Karte mit Verfalldatum die nächstfolgenden Kartennummern berechnen.

Neben dieser Methode der Fälschung von Kreditkarten, existiert auch noch die Möglichkeit, eines Einsatzes von Kreditkartennummern-Generatoren. Dabei wird durch den Einsatz der Brute-Force-Methode und dem Abgleich von Parametern eine gültige, virtuelle Kreditkarte erstellt.

Wie kann ein Kreditkartenbetrug verhindert werden

Das Risiko zu einem Opfer von einem Kreditkartenbetrug zu werden, lässt sich mit einigen Maßnahmen und dem einhalten wichtiger Sicherheitsregeln deutlich verringern.

Die Kreditkarte sollte niemals aus der Hand gegeben werden, auch sollte die PIN auf keinen Fall auf einem Zettel im Portmonee oder auf der Kreditkarte selber notiert sein. Es gilt die Abbuchungen regelmäßig zu kontrollieren und nach Unregelmäßigkeiten Ausschau zu halten. Sie sollten auch darauf achten, dass Sie nicht bei Onlinehändlern ohne gesichertes Bezahlsystem einzukaufen. Da die sogenannten Phishing-Mails häufig täuschend echt sind, sollten Sie auch hier besondere Vorsicht walten lassen und nicht vorschnell einen Anhang herunterladen oder auf einen Link klicken.

Was tun wenn Sie Opfer von Kreditkartenbetrug werden

Trotz aller Vorsicht kann es trotzdem dazu kommen, dass Sie zum Opfer eines Kreditkartenbetruges werden. Nun gilt es Ruhe zu bewahren und mit Bedacht die nächsten Schritte einzuleiten.

  • Sie sollten schnellstmöglich die Sperrung der Kreditkarte veranlassen, unabhängig davon, ob die Daten oder die gesamte Karte gestohlen wurden.
  • Es sollten alle entstanden Schäden oder missbräuchlichen Abbuchungen reklamiert und bei dem Kreditkartengeber gemeldet werden.
  • Sie sollten nicht nur der Bank oder dem Kreditkartenanbieter den Vorfall mittteilen, sondern auch bei der Polizei eine Anzeige erstatten.
  • Alle Umstände bezüglich des Kreditkartenbetruges sollten von Ihnen Dokumentiert werden.

Falls Sie sich unsicher sind, ob Sie alle wesentlichen Schritte eingeleitet haben, sollten Sie sich einem Anwalt anvertrauen.

Juristische Möglichkeiten

Bei dem Begriff des „Kreditkartenbetruges“ handelt es sich um eine kriminologische Bezeichnung und nicht um einen Straftatbestand aus dem Strafgesetzbuch. Dazu gehören:

  • § 152a StGB: Fälschung von Zahlungskarten, Schecks und Wechseln
  • § 152b StGB: Fälschung von Zahlungskarten mit Garantiefunktion und Vordrucken für Euroschecks
  • § 263 StGB: Betrug

Auch kann bei einer betrügerischen Benutzung einer Kreditkarte, von einem berechtigten Kreditkarteninhaber ein untreueähnliches Delikt, nämlich § 266b StGB: Missbrauch von Scheck- und Kreditkarten, in Frage kommen.

Neben der strafrechtlichen Sanktion, kann der Geschädigte auch zivilrechtlich gem. § 823 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) gegen den Täter vorgehen. Es ist jedoch nicht immer ganz einfach, den Kreditkartenbetrüger zu ermitteln. Jedoch gilt, dass der Karteninhaber bei einem Schaden, der vor der Anzeige entstanden ist, nur bis zu einem Betrag von 50€ selbst haftet.

Wie kann Ihnen von einem Anwalt Hilfe geleistet werden

Es ist Ratsam, sich im Falle eines Kreditkartenbetruges an einen Anwalt zu wenden. Dieser hilft Ihnen dabei, erste Schritte einzuleiten und Sie zu beraten, wie Sie am besten Ihr Geld zurückbekommen. Wir helfen Ihnen gerne, falls Sie sich in einer solchen Situation befinden sollten und stehen mit Rat und Tat an Ihrer Seite.


Rechtstipp vom 17.04.2017

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            Rechtsanwalt Thomas Feil (Feil Rechtsanwaltsgesellschaft mbH) Rechtsanwalt Thomas Feil

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