Tilidin: BtMG / AMG - Wie strafbar ist Tilidin?

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Tilidin ist ein Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide. Der Stoff fällt grundsätzlich unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG), und zwar als verkehrs- und verschreibungsfähiges Betäubungsmittel. Das bedeutet, dass Tilidin nicht per se verboten ist, wie das bei anderen Stoffen der Fall ist. Es kann als Schmerzmittel völlig legal verordnet werden, wenn der Verordnende ein Arzt ist. 

Tilidin fällt dann nicht unter das BtMG, wenn es in fester Form mit verzögerter Wirkstofffreigabe, also als sogenannte Retardtablette, vorliegt. Zudem muss es Naloxon enthalten, das „missbräuchlicher“ Verwendung vorbeugen soll. Diese Form ist die einzige, die in Deutschland auf Rezept an den Endverbraucher in der Apotheke legal abgegeben werden kann.  


Risiken: Tilidin als Betäubungsmittel 

Alles, was nicht Retardtablette ist, - in der Regel handelt es sich um Tilidintropfen - führt also ins BtMG, welches für seine vergleichsweise harten Strafen bekannt ist. Hier ist grundsätzlich schon der Besitz strafbar, bei geringen Mengen kann aber von der Strafverfolgung abgesehen werden. 

Im Betäubungsmittelgesetz kommt es immer auf die Mengen des BtM an, mit denen umgegangen wurde. Die „nicht geringe Menge“ führt dabei zu hohen Strafen. Bei Tilidin gibt es noch keine gefestigte Rechtsprechung hinsichtlich der nicht geringen Menge, es kommt also maßgeblich auf das jeweils urteilende Gericht an. 

Liegt eine nicht geringe Menge zur Überzeugung des Gerichts vor und kommen noch andere erschwerende Umstände (Bande, Bestimmen Minderjähriger zum Handel mit BtM, Mitführen von Waffen oder ähnlichen Gegenständen - zB Baseballschläger - ) hinzu, gilt eine Mindestfreiheitsstrafe von 5 Jahren. 

Man kann also für den Umgang mit Tilidin für lange Zeit ins Gefängnis gehen. 


Tilidin als Arzneimittel 

Wesentlich einfacher stellt sich die Ausgangslage beim Umgang mit Retardtablettten dar. 

Da diese wie oben beschrieben nicht den puren Wirkstoff enthalten und ihren ohnehin spärlichen Wirkstoff zudem nur langsam freigeben, sind sie für den Konsumenten uninteressanter - was letztlich der Grund für die geringeren Strafen für den Dealer ist. 

Die Tablettenform fällt "nur" unter das Arzneimittelgesetz (AMG).  § 95 AMG sieht Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren bzw. Geldstrafen für denjenigen vor, der mit Tilidintabletten unerlaubt Handelt treibt bzw. diese unerlaubt abgibt. Sanktioniert wird dann letztlich nur der Verstoß gegen die Apothekenpflicht des Medikaments. 

Der bloße Besitz der Tabletten ist dann nicht strafbar! 



Nebenwirkungen: Urkundenfälschung, § 267 StGB

Häufige Begleiterscheinung des Strafverfahrens im Zusammenhang mit Tilidin ist die Fälschung von Rezepten. Denn man kann Tilidintabletten ja gegen Vorlage des passenden Rezepts vom Arzt in der Apotheke kaufen. 

Da ein Rezept eine Urkunde im Sinne des Strafgesetzbuches darstellt, begeht derjenige, der dieses unberechtigt ausstellt, aber auch wer es gebraucht (also zum Erwerb in der Apotheke vorlegt) eine Urkundenfälschung. Der Strafrahmen reicht hier von Geldstrafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. 


Was tun wenn gegen mich wegen Tilidin ermittelt wird? 

1. Schweigerecht wahrnehmen! 

Jeder Hinweis der Polizei auf Vorteile durch frühe Angaben zum Vorwurf ist falsch. Alles was Sie sagen, wird gegen Sie verwendet und bringt keinen Vorteil. 

2. Anwalt anrufen! 

Ich habe mich auf das Betäubungsmittelstrafrecht spezialisiert und stehe Ihnen in allen Phasen des Strafverfahrens zur Seite.



Oder vereinbaren Sie gleich einen Termin in meiner Kanzlei am Kurfürstendamm 216 in Berlin. Melden Sie sich dazu unter 030 43207686 bei meinem Sekretariat.  

Melden Sie sich in dringenden Fällen direkt bei mir unter 0173 7095909 (auch per WhatsApp, Signal, Telegram). 

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Und denken Sie daran: Keine Aussage ohne Anwalt! 


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