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Rechtsanwalt Doping Rechtsanwälte | anwalt.de

Unter Doping (engl. von to dope = Drogen verabreichen) versteht man, dass ein Sportler verbotene Medikamente einnimmt oder anwendet, um die eigene sportliche Leistung zu steigern, wobei die Verbote von den jeweiligen Sportverbänden bestimmt werden. Grund für die Verbote ist die anderen Sportlern gegenüber unfaire und nicht trainingsbedingte oftmals aber gesundheitsbeeinträchtigende Leistungssteigerung, welche durch die Einnahme von Dopingmitteln hervorgerufen wird, der Schutz der Sportler und der Schutz der Öffentlichkeit.

Die ersten Regeln durch die das Doping eingeschränkt bzw. verboten wurde entstanden gegen Ende der 1960er Jahre als es vorallem im Radrennsport plötzlich zu Todesfällen kam und Mediziner auf verschiedene leistungssteigernde Mittel aufmerksam wurden. Seit dem 1. Januar 2004 gilt nun die Doping-Definition der World Anti-Doping Agency (WADA) und ist in den Artikeln 1 und 2 des World Anti-Doping Codes zusammengefasst.

Folgende Fälle gelten laut Welt Anti-Doping Agentur (WADA) als Verstöße:

  • Die Anwendung oder auch nur der Versuch der Anwendung einer verbotenen Substanz oder einer verbotenen Methode.

  • Die Verweigerung oder Nichterfüllung einer Dopingkontrolle ohne entsprechende Begründung.

  • Die Nichtverfügbarkeit bei Kontrollen außerhalb des Wettkampfes bzw. das Nichteinhalten der Aufenthaltsmeldepflicht.

  • Der Betrug oder der Versuch eines Betruges bei der Dopingkontrolle.

  • Der Besitz von verbotenen Substanzen oder die Weitergabe einer verbotenen Substanz.

  • Die Mitbeteiligung oder Ermutigung eines Dritten, gegen die Anti-Doping Regeln zu verstoßen.

Die Arten von Doping kann man grob in zwei Gruppen aufteilen:

  • Kurzfristig wirkende Mittel, welche kurz vor oder während des Wettkampfs eingenommen werden, um in kurzer Zeit mehr Kräfte freizusetzen.

Dazu gehören beispielsweise:

  •   Stimulanzien welche die Aktivität des Zentralnervensystems erhöhen, wie z.B. Amphetamine, Kokain, Ephedrin und Koffein in hohen Mengen.

  • Narkotika welche den Muskelschmerz unterdrücken.

  • Beta-Blocker welche z.B. beim Schießen zur Beruhigung eingesetzt werden, da sie die Herzfrequenz senken.

  • Diuretika welche dazu benutzt werden durch gezielte übermäßige Entwässerung Körpergewicht zu verlieren, um leichter zu werden oder um mit einer erhöhten Harnmenge andere Dopingmittel zu verschleiern.

  • Langfristig wirkende Mittel, wie z.B. Hormone, mit denen man vor allem Muskelmasse aufbaut.

Dazu zählen unter anderem:

  • Anabole Steroide die ähnlich wie das männliche Geschlechtshormon Testosteron wirken, den Muskelaufbau positiv beeinflussen und euphorisierend wirken.

  • Peptidhormone wie z.B. das in den Nieren gebildete Hormon Erythropoetin (EPO), welches die Zahl der roten Blutkörperchen steigert wodurch die Ausdauerleistungsfähigkeit erhöht wird und das Wachstumshormon Somatropin, welches ebenfalls Muskeln aufbaut, aber schwerer nachzuweisen ist.

Die Dopingmethoden werden unterteilt in Blutdoping, Gendoping und Doping durch die Einnahme von leistungssteigernden Wirkstoffen.

  • Blutdoping

Bei dieser Methode führt man vor dem Wettkampf in dem es vorallem um Ausdauer geht Eigenblut oder Fremdblut dem Körper zu. Dazu wird nach einem Höhentraining, nach dem sich mehr rote Blutkörperchen im Blut befinden als üblich, eine größere Menge Blut entnommen. Dieses Blut wird gelagert und dann kurz vor einem späteren Wettkampf in den Körper des Athleten transfundiert. Dadurch steigt die Zahl der roten Blutkörperchen an, die Sauerstofftransportkapazität des Blutes wird erhöht und somit die Leistung in Ausdauersportarten gefördert. Diese Methode ist nicht direkt nachweisbar, wenn es sich um transfundiertes Eigenblut handelt.

  • Gendoping

Das Verbot des Gendopings untersagt jegliche Verwendung von Zellen, Genen und deren Bestandteilen, um die sportliche Leistung zu erhöhen. So wird beim Gendoping beispielsweise das für das Muskelwachstum zuständige Gen abgeschaltet, so dass die Muskelmasse stärker zunehmen kann.

  • Einnahme von leistungssteigernden Wirkstoffen

Generell eingeschränkt ist die Einnahme von Alkohol und Cannabis. Außerdem dürfen lokale Betäubungen nur dann vorgenommen werden, wenn sie kein Kokain als Wirkstoff enthalten und die Notwendigkeit der Verabreichung durch eine medizinische Untersuchung belegt wird. Dazu ist die schriftliche Mitteilung über die Diagnose, die Verabreichungsdosis und die Art der Verabreichung notwendig. Auch Corticosteroide sind nur beschränkt zugelassen. Corticosteroide sind entzündungshemmende Medikamente. Eine lokale Anwendung der Entzündungshemmer an Haut, Ohr, Auge und Gelenken sowie die Inhalation sind erlaubt. Allerdings muss im Rahmen von Wettkämpfen eine schriftliche Mitteilung an die Wettkampfleitung ergehen. Auch Betablocker sind nur beschränkt zulässig, denn sie verhindern Nervosität und wirken beruhigend auf Herz und Kreislauf und sind deshalb in Sportarten, in denen Ruhe und Konzentration eine große Rolle spielen, verboten.

Die Risiken beim Doping sind groß, denn es besteht immer das Risiko, dass der Sportler des Dopinggebrauchs überführt wird, dass das Dopingmittel dem Körper des Sportlers langfristig Schäden zufügt, und dass das Dopingmittel zu einer

Dopingkontrollen werden bei allen großen Wettkämpfen, im Training oder in Trainingslagern durchgeführt. Wettkampfkontrollen werden durchgeführt, um die kurzzeitige Leistungssteigerung durch Doping nachzuweisen, welches kurz vor Beginn des Wettkampfes durchgeführt wurde. Durch Trainingskontrollen wird versucht, eine langzeitige Einnahme von Doping nachzuweisen und Stoffe aufzuspüren, die auf Grund einer rechtzeitigen Absetzung nicht mehr in Wettkampfkontrollen nachgewiesen werden können.

Bei einer Dopingkontrolle muss sich der Kontrolleur bzw. bei Sportlerinnen die Kontrolleurin ausweisen. Anschließend beaufsichtigt der Kontrolleur unter Sichtkontrolle das Urinieren des Sportlers in den Messbecher. Sollte dies nicht gleich möglich sein wird dem Sportler extra viel zu trinken gegeben und bis zur Abgabe der Urinprobe beaufsichtigt. Der Urin aus dem Messbecher wird in eine A- und eine B-Flasche umgeschüttet. Sie werden sicher verschlossen, so dass sie nur noch durch die Zerstörung des Verschlusses geöffnet werden können. Anschließend muss der Sportler noch angeben, welche Medikamente er in den letzten Tagen eingenommen hat und anschließend mit seiner Unterschrift bestätigen, dass die Kontrolle korrekt verlaufen ist. Die Flaschen mit dem Urin werden ins Labor transportiert. Dort wird zunächst die A-Probe untersucht. Fällt sie negativ aus, ist alles in Ordnung. Ist sie jedoch positiv, wird der Verband informiert und der Sportler benachrichtigt. Dann wird auch noch die B-Probe, unter Anwesenheit des Sportlers und eines Vertrauten, analysiert. Ist auch diese positiv, obliegt es dem Verband, eine Strafe zu verhängen. Dabei ist zu beachten, dass die Menge der verbotenen Substanzen ist bis auf wenige Ausnahmen, z.B. Koffein, unerheblich ist.

Da es in der heutigen Zeit nicht immer möglich ist, Sportler des Dopings zu überführen, ist die Dopingkontrolle mittlerweile nicht mehr mit einer negativen Probe vorbei, sondern die Urinproben werden inzwischen noch lange aufbewahrt und nach neuen Entdeckungen bzw. Entwicklungen erneut geprüft.

Die spektakulärsten Dopingfälle waren beispielsweise die Disqualifikation des Olympiasiegers und Weltrekordlers im 100-Meter-Lauf, Ben Johnson, bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul, die Dopingaffäre um Katrin Krabbe, Grit Breuer, Manuela Derr und ihren Trainer Thomas Springstein im Jahre 1992 und die Festina-Affäre bei der Tour de France 1998. Es folgten inzwischen noch viele weitere Dopingfälle und es werden in Zukunft noch viele weitere aufgedeckt werden.

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Thema Doping

ist Bestandteil der Rechtsgebiete Sportrecht, Strafrecht