Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Der Standort konnte nicht bestimmt werden.
Der Standort konnte nicht bestimmt werden.

Arbeitnehmer können einen Aufhebungsvertrag beseitigen

  • 1 Minuten Lesezeit

Nicht selten kommt es für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach der Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrags zu einer bösen Überraschung: Entweder hatten die Mitarbeiter nie die Absicht, ihre Arbeitsstelle aufzugeben oder sie sind über eine anschließende Sperre der Bundesagentur für Arbeit bzw. des Jobcenters erschrocken. Doch diese Sperre, die dafür sorgen kann, dass man drei Monate lang kein Arbeitslosengeld erhält, ist rechtmäßig, wenn der Arbeitsplatz selbstständig, ohne besondere Gründe und auf eigene Veranlassung aufgegeben wird.

Ein Aufhebungsvertrag muss nicht endgültig sein!

Was oftmals unbekannt ist: Ein Aufhebungsvertrag muss nicht endgültig sein, sondern kann unter bestimmten Umständen erfolgreich angefochten werden.

Eine Anfechtung des Aufhebungsvertrags erfolgt gemäß § 143 Absatz 1 BGB durch Erklärung gegenüber dem Anfechtungsgegner, d. h. gegenüber dem (ehemaligen) Arbeitgeber.

Anfechtung wegen Täuschung oder Drohung

Eine solche Anfechtung des Aufhebungsvertrags kann beispielsweise wegen Täuschung oder wegen Drohung in Betracht kommen.

Beispiel 1:Ein Arbeitgeber droht seinem Mitarbeiter, er werde ihn des Diebstahls beschuldigen, sollte er den vorgelegten Aufhebungsvertrag nicht unterschreiben. Der Arbeitnehmer hat jedoch in Wahrheit nie etwas bei seinem Arbeitgeber gestohlen.

Beispiel 2:Dem Mitarbeiter wird wahrheitswidrig vorgespiegelt, er hätte kein Recht auf Abgeltung seiner Überstunden oder seines Urlaubs, sollte er den Aufhebungsvertrag nicht unterzeichnen.

Frist zur Anfechtung beachten!

Die Anfechtung des Aufhebungsvertrages muss innerhalb einer bestimmten Frist erfolgen. So muss die Anfechtung unter gewissen Umständen gemäß § 121 Absatz 1 BGB bereits unverzüglich, das heißt ohne schuldhaftes Zögern, erfolgen.

Jetzt anwaltlich beraten lassen

Falls Sie einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet haben sollten und dies wieder rückgängig machen möchten, empfiehlt sich dringend die Beratung durch einen auf Arbeitsrecht spezialisierten Rechtsanwalt. Gerne stehe ich Ihnen für eine kostenlose und unverbindliche Ersteinschätzung zur Verfügung.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

Artikel teilen:


Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Weitere Rechtstipps von Rechtsanwalt Dipl.-Jur. Simon Bürgler

In vielen Arbeitsverträgen wird Arbeitnehmern Weihnachtsgeld oder ein “13. Monatsgehalt” versprochen. Doch auch ohne eine solche Regelung im Arbeitsvertrag können Mitarbeiter unter Umständen ein ... Weiterlesen
Welche Kündigungsfrist ist bei der Beendigung eines Arbeitsverhältnis zu beachten? Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber stellt diese Frage häufig vor erhebliche Probleme. Soviel vorweg: Es ist ... Weiterlesen
Während einer Schwangerschaft und nach einer Geburt bestehen Ansprüche der Arbeitnehmerin und Pflichten des Arbeitgebers nach dem Mutterschutzgesetz. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen ... Weiterlesen

Beiträge zum Thema

27.05.2022
Ihnen wurde vom Arbeitgeber ein Aufhebungsvertrag anstelle einer Kündigung vorgelegt? Dieser kann weitreichende ... Weiterlesen
02.03.2022
Droht nach einer Arbeitsverweigerung unweigerlich die Kündigung? Die Antwort ist Nein, denn Arbeitnehmer können ... Weiterlesen
27.05.2022
Sie möchten einen Minijob annehmen oder vergeben und fragen sich: Welche Abgaben werden bei einem Minijob fällig? ... Weiterlesen