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Pflegegrad: Telefonische Begutachtung durch den MDK in der Corona-Krise – Chancen und Risiken?

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Umstellung auf telefonische Begutachtung seit dem 20.03.2020

Die seit dem 20.03.2020 geltende telefonische Begutachtung durch den MDK bietet bei einer guten Vorbereitung Chancen. Sollten Sie Hilfe benötigen, wir helfen gerne.

So läuft die telefonische Begutachtung

Der MDK teilt per Post einen festen Telefontermin mit. Dem Schreiben beigefügt ist ein Fragebogen, welchen der MDK beim Telefontermin mit dem Pflegebedürftigen und seiner Pflegeperson durchgeht (Pflegeinterview). Die Pflegeperson sollte auf jeden Fall auch bei der telefonischen Begutachtung anwesend sein. Hier sollte der Lautsprecher des Telefons auf laut gestellt werden.

Nachteile der telefonischen Begutachtung

Dem Gutachter fehlt nicht nur der persönliche Eindruck vom Pflegebedürftigen, sondern auch von dessen Umfeld. Zum Beispiel muss über das Vorliegen einer Inkontinenz nicht mehr lange diskutiert werden, falls der Gutachter den Uringeruch schon bei Betreten der Wohnung wahrnimmt.

Vorteile der telefonischen Begutachtung

  • Der vom MDK übersandte Fragebogen lässt eine strukturierte/gezielte Vorbereitung auf die Begutachtung zu.
  • Die notwendigen Dokumente (Arztbriefe, Entlassbericht des Krankenhauses, Atteste, Verordnungen über Krankengymnastik, Ergotherapie etc. Medikamentenliste) können vorab zusammengestellt werden.
  • Zudem bietet der Fragebogen die Möglichkeit, sich des Hilfebedarfs noch einmal bewusst zu werden. Viele Hilfestellungen sind für die Pflegepersonen schon so selbstverständlich geworden, dass sie bei einer persönlichen Begutachtung schlicht nicht mehr erwähnt werden, obwohl diese relevant sind.
  • Der MDK spart durch die telefonische Begutachtung die Zeit für die Anfahrt zum Pflegebedürftigen ein. Daher sollte sich eine kürzere Bearbeitungszeit für den Pflegeantrag ergeben und die erforderliche Leistung schneller bewilligt sein.

Optimale Vorbereitung und Nachbereitung der telefonischen Begutachtung

  • Nutzen Sie den Fragebogen zur Vorbereitung. Gehen Sie die Fragen mit dem Hilfebedürftigen durch.
  • Wir bereiten unsere Mandanten gezielt auf der Basis der Begutachtungsrichtlinien des Medizinischen Dienstes des Bundesverbandes der Krankenkassen auf die telefonische Begutachtung vor. Hier ist der Link zum Download der Begutachtungsrichtlinien: https://www.mds-ev.de/fileadmin/dokumente/Publikationen/SPV/Begutachtungsgrundlagen/19-11-12_BRi_Pflege.pdf
  • Zudem übersenden wir der Pflegekasse auf unserem Briefkopf eine Zusammenfassung aller Einschränkungen des Hilfsbedürftigen, die bei der Begutachtung mitgeteilt wurden. Damit hat die Pflegekasse „schwarz auf weiß“ einen umfassenden Überblick über die Pflegebedürftigkeit.

Erstattung der Anwaltskosten

Erfolgt die Begutachtung im Widerspruchsverfahren, so können Ihnen im Erfolgsfall die Kosten für den Rechtsanwalt zu wesentlichen Teilen oder sogar gänzlich durch die Pflegekasse erstattet werden.

Selbst wenn der Widerspruch nicht erfolgreich sein sollte, übernehmen viele Rechtsschutzversicherer sogar die Anwaltskosten, sodass Ihre wesentlichen Ausgaben gedeckt sind.

Privatversicherte

Das oben Gesagte gilt entsprechend für Privatversicherte, welche in der Regel durch MedicProof begutachtet werden.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Pflegerecht, Sozialrecht, Sozialversicherungsrecht

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