Falsches Geschenk - Wenn Umtausch auf Bescherung folgt

aus dem Rechtsgebiet Kaufrecht
Falsches Geschenk - Wenn Umtausch auf Bescherung folgt
Weihnachten: Statt Freude kann es auch Enttäuschung geben.

Der Einkaufswelle beim Geschenkekauf folgt nach kurzer Zeit die Umtauschwelle. Wie man diese Welle am besten nimmt, hängt viel vom vorher erfolgten Einkauf ab. Spielt der Verkäufer nicht mit beim Geschenketausch, können folgende Kenntnisse nachhelfen.

Nicht immer und überall

Ein allgemeines Rückgaberecht existiert beim Kauf vor Ort nicht – auch nicht für Geschenke. Würde ein Verkäufer aber allzu stark darauf pochen, hätte er schnell weniger Kunden. Deshalb hat sich die problemlose Rücknahme gerade in der Weihnachtszeit weitgehend durchgesetzt. Daraus ein Gewohnheitsrecht herzuleiten, ginge aber zu weit. Das Gesetz kennt jedoch Ausnahmen.

Abgemacht ist abgemacht

Wurde mit dem Verkäufer bereits beim Kauf eine Rückgabemöglichkeit vereinbart, dann muss er sich daran halten. Lässt man sich diese schriftlich geben oder hat einen Zeugen dabei, erleichtert das den späteren Beweis. Ansonsten kann auch ein Verweis auf die Praxis anderer Geschäfte helfen. Schließlich wollen sich die meisten nicht die Blöße geringerer Kundenfreundlichkeit geben.

Geht nicht, passt nicht, gefällt nicht

Mangelhafte Ware gibt dem Verkäufer zunächst ein Recht auf Nacherfüllung. Zweimal darf er eine eventuelle Reparatur versuchen. Alternativ kann der Verkäufer bei Neuware diese auch durch eine gleichartige ohne Mangel ersetzen. Nur wenn ihm das unmöglich ist oder er sich weigert, ist der Weg zur Rückgabe gegen Geld gleich eröffnet.

Bei falschen Artikeln ist das Vorgehen identisch. Falsch heißt dabei aber nur, dass das Verlangte vom Erhaltenen abweicht. Offensichtlich ist das, wenn es sich um einen anderen als den bestellten Artikel handelt. Ist dagegen der Pullover zu groß, weil die richtige Größe unbekannt war, besteht keine Rücknahmepflicht. Mittlerweile hat sich aber auch in solchen Fällen aus Kulanzgründen die widerspruchslose Rücknahme ebenfalls weit verbreitet.

Widerruf im Onlinehandel

Einfacher sieht es bei bestellten Geschenken aus. Entscheidend ist, der Kauf muss über die Ferne erfolgt sein - das heißt etwa mittels Einsatz von Brief, Telefon oder Internet. Bis zu 14 Tage nach Erhalt der Ware kann das Geschäft dann durch Erklärung des Widerrufs und einfaches Zurücksenden der Ware rückgängig gemacht werden. Mitunter räumen Händler auch längere Rückgabefristen ein. Das Geld landet am Ende wieder auf dem Konto. Ein Vorteil, den der Kauf im Geschäft nicht immer bietet. Statt des Geldes darf der Verkäufer auch einen Gutschein ausgeben.

In allen Fällen dürfen aber entsiegelte CDs, Software oder Ähnliches sowie speziell angefertigte Waren und Konzerttickets vom Verkäufer aufgrund gesetzlicher Ausnahmen vom Widerrufsrecht zurückgewiesen werden.

Gutschein drei Jahre gültig

Falls das Geschenk selbst ein Gutschein ist, sollte man wissen, dass er unabhängig von seiner angegebenen Gültigkeit mindestens drei Jahre gültig ist. Auch hier gibt es kein Rückgaberecht. Der Ausgeber muss statt der Leistung nicht das Geld auszahlen. Sonst würde ihm dadurch der im Betrag einberechnete Gewinn entgehen.

(GUE)

 

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