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Reisemängel und Schadensersatz

Endlich Urlaub! Die Reise in die Ferne ist meist lang ersehnt und oft teuer. Ärgerlich, wenn es dann nicht läuft, wie vom Reiseveranstalter versprochen. So reklamieren Sie richtig.

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Testsieger mit Qualitätsurteil „gut"
03/2017

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Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was ist ein Reisemangel?

Ein Reisemangel besteht dann, wenn eine versprochene Leistung des Reiseveranstalters nicht eingehalten wird. Allerdings können Sie einen Reisemangel nur geltend machen, wenn es sich um eine Pauschalreise handelt. Das ist eine Reise, die mindestens zwei Leistungen enthält, also Flug und Hotel oder auch Flug und Mietwagen.

Ein typischer Reisemangel ist beispielsweise, wenn im Katalog Zimmer mit Meerblick versprochen wurden, Sie dann aber in einen Hinterhof schauen. Oder wenn Reisende den ganzen Tag Baulärm ertragen müssen. Auch wenn der Flug erheblich Verspätung hat oder das Reisegepäck verloren geht, stellt dies einen Reisemangel dar. Einen solchen Mangel müssen Sie als Reisender nicht hinnehmen. Sie können den Reisepreis nachträglich mindern oder sogar Schadensersatz geltend machen.

Wann kommt Schadensersatz in Frage?

Neben der Minderung des Reisepreises können Sie möglicherweise auch Schadensersatz geltend machen. Allerdings können Urlauber Schadensersatz nur dann fordern, wenn der Reiseveranstalter den Schaden auch zu verantworten hat. Eine weitere Voraussetzung für Schadensersatz ist, dass es sich um einen erheblichen Schaden handeln muss. Gerichte stufen einen Schaden meist dann als erheblich ein, wenn dadurch der Wert der Reise um mindestens 50 Prozent gemindert wurde. Versäumt der Urlauber etwa aufgrund eines Reisemangels Urlaubszeit, rechtfertigt das ebenfalls Schadensersatzansprüche. Am offensichtlichsten ist die entgangene Urlaubzeit, wenn die Reise abgebrochen werden musste. Wie hoch der Schaden in Geld zu beziffern ist, variiert von Gericht zu Gericht. Manche setzen pauschal einen Tagessatz an von zum Beispiel 100 Euro. Oftmals wird aber auch der Reisepreis als Grundlage genommen.

Wie viel Entschädigung steht Ihnen zu?

Läuft eine Pauschalreise nicht ab wie versprochen, kann der Urlauber eine Minderung des Reisepreises verlangen oder sogar Schadensersatz beanspruchen. Für die Minderung des Reisepreises können Sie als Orientierungshilfe die Frankfurter Tabelle zu Rate ziehen, aber auch die Kemptener Tabelle oder die Mängelliste des ADAC. In diesen Listen sind typische Reisemängel aufgelistet, ebenso wie Prozentangaben und um wie viel sich der Reisepreis mindern lässt. Schadensersatz kann zusätzlich in Frage kommen, wenn der Reisemangel erheblich war. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Reisende zum Beispiel versäumte Urlaubszeit hinnehmen musste, weil die Reise abgebrochen wurde. Die Höhe des Schadensersatzes hängt vom Umfang des Schadens im jeweiligen Einzelfall ab.

 

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Vorsicht Frist!

Sie müssen den Reisemangel unverzüglich dem Reiseleiter am Ort melden und  Abhilfe verlangen. Der Veranstalter muss die Möglichkeit haben, die Mängel innerhalb einer angemessen Frist zu beseitigen.

Bitte beachten Sie, dass Sie Reisepreisminderungen und Schadensersatz spätestens einen Monat nach Rückkehr, am besten schriftlich, geltend machen können.

Ausgewählte Rechtstipps zum Thema „Reisemängel“

Wann sollten Sie vor Gericht gehen?

An erster Stelle steht der Versuch der gütlichen Einigung mit dem Reiseveranstalter. Dazu gehört, dass der Urlauber nach Ende der Reise zunächst seine Beschwerde schriftlich an den Reiseveranstalter richtet. Erkennt der Reiseveranstalter den Mangel an, wird er in der Regel einen Verrechnungsscheck schicken. Den Scheck sollte der Urlauber nur einlösen, wenn er mit der Entschädigungssumme auch einverstanden ist. Ansonsten verliert er alle weiteren Ansprüche. Einen Reisegutschein als Entschädigung muss der enttäuschte Reisende nicht akzeptieren.

Kommt es zu keiner gütlichen Einigung, bleibt nur die Möglichkeit, über den Klageweg seine Ansprüche zu sichern. Das sollte man aber unbedingt mit einem Anwalt besprechen. Ein Fachanwalt für Reiserecht ist der richtige Ansprechpartner.

Richtig reklamieren in 5 Schritten

Wer einen Reisemangel geltend machen möchte, muss ein genaues Prozedere einhalten. Nur so stellen Sie sicher, dass der Reiseveranstalter die Forderungen nicht aufgrund von Formfehlern ablehnen kann.

Beschwerde

Liegt ein Reisemangel vor, muss der Urlauber sich zunächst bei der Reiseleitung vor Ort beschweren. Gleichzeitig sollte er verlangen, dass der Mangel – soweit möglich - innerhalb einer Frist beseitigt wird.

Formular

Der Urlauber sollte den Mangel gleichzeitig schriftlich in einer Mängelanzeige festhalten. Der Reiseveranstalter sollte schriftlich bestätigen, dass die Beschwerde vorliegt. Ist kein Ansprechpartner vor Ort, schicken Sie die Mängelanzeige direkt an den Reiseveranstalter, zum Beispiel per Fax.

Beweise

Wer einen Mangel feststellt, muss diesen beweisen. Am besten machen Sie Fotos und benennen Zeugen, die den Mangel bestätigen können. Notieren Sie auch ein Datum, wann der Mangel festgestellt wurde.

Ansprüche sichern

Wird der Reisemangel nicht während der Reise behoben, können Sie Ihre Ansprüche nach Ende der Reise geltend machen. Das machen Sie am besten schriftlich. In dem Schreiben sollte Sie auch gleich die Summe nennen, die Sie als Ausgleich verlangen.

Klage

Reagiert der Reiseveranstalter nicht auf die Forderung, können Sie einen Anwalt einschalten und gegebenenfalls Klage einreichen.

Wussten Sie schon?

Ein Reisemangel liegt immer dann vor, wenn im Reiseprospekt etwas zugesagt wurde, das dann am Urlaubsort nicht eingelöst wird. Das sind typische Reisemängel, bei denen dem Reisenden eine Entschädigung zusteht:

  • Erhebliche Verspätung eines Fluges
  • Verloren gegangenes Reisegepäck
  • Unterbringung in einer schlechteren Hotelkategorie als gebucht
  • Zimmerausstattung, Entfernung zum Strand, Verpflegung, Freizeitangebote weichen von der Beschreibung ab
  • Baulärm, der eine dauerhafte Belästigung darstellt

Wie viel der Urlauber für einen solchen Mangel geltend machen kann, hängt vom Einzelfall ab. Wichtig ist, keine überzogenen Forderungen zu stellen, sonst wird der Reiseveranstalter die Begleichung des Mangels ablehnen. Ein Anwalt, der auf Reiserecht spezialisiert ist, kann dabei helfen, eine angemessene Summe zu beziffern. Die Frankfurter Tabelle bewertet beispielweise eine von der Zusage abweichende Unterkunft, Hotel statt Bungalow, mit einer Minderung um fünf bis zehn Prozent. Fehlt ein versprochener Swimmingpool oder ist dieser verschmutzt, rechtfertigt dies eine Minderung des Reisepreises laut Tabelle um zehn bis 20 Prozent.

Bloße Unannehmlichkeiten gelten nicht als Reisemangel. Dazu gehören landestypische Gegebenheiten, Wartezeiten bei der Organisation im Hotel oder auch für das Urlaubsland typische Insekten.

Checkliste: Das muss in einer Mängelanzeige stehen

  • Name und Anschrift des Reisenden
  • Name und Anschrift des Reiseveranstalters
  • Name der Reiseleitung oder des Vertreters des Reiseveranstalters am Urlaubsort
  • Hotel, die Zimmer- oder Kabinennummer sowie die Buchungsnummer der Reise
  • Name des Transportunternehmens (z.B. Fluggesellschaft oder den Veranstalter einer Busreise)
  • Datum und Uhrzeit der Beanstandung
  • Leistungsbeschreibung laut Prospekt oder laut Reisebestätigung sowie eventuell getroffene individuelle Zusatzvereinbarungen
  • Beschreiben Sie genau den Mangel – worin er besteht, wie er sich äußert. Fügen Sie eventuell ein Lärmprotokoll an, wenn Lärm den Mangel darstelltNotieren Sie, welche Frist Sie zur Beseitigung der Mängel gesetzt haben und ob eine Beseitigung erfolgt ist
  • Sichern Sie Beweise: Machen Sie Fotos von dem Mangel und lassen Sie sich von Zeugen Ihren Eindruck bestätigen. Nennen Sie auch die Namen der Zeugen und wie diese zu kontaktieren sind
  • ​Unterschreiben Sie die Mängelanzeige mit Angabe von Ort und Datum. Auch die Reiseleitung und die Zeugen sollten unterschreiben

Bewahren Sie alle Prospektbeschreibungen auf und natürlich die Reiseunterlagen.

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