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Konto und Depot bei einer spanischen Bank beim Tod des Kontoinhabers

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Nach spanischem Recht erlöschen Aufträge und Vollmacht mit dem Tod. Dies hat auch Auswirkungen auf die Verfügung über das Guthaben von Konten in Spanien im Erbfall.

Einzelkonto in Spanien

Stirbt der alleinige Kontoinhaber („titular“), so können seine Erben erst nach Vorlage eines Erbnachweises über das Guthaben verfügen. Ist deutsches Erbrecht anzuwenden, ist dies ist in der Regel der Erbschein oder das Europäische Nachlasszeugnis. Manche Banken lassen auch ein notarielles spanisches Testament ausreichen. Ferner ist die Zahlung der spanischen Erbschaftsteuer nachzuweisen. Viele Banken verlangen schließlich eine vor einem (spanischen) Notar erklärte Annahme der Erbschaft. 

Da Aufträge mit dem Tod des Kontoinhabers erlöschen, werden nach Kenntnisnahme der Bank von dem Tod ihres Kunden regelmäßig keine Verfügungen mehr ausgeführt. Daueraufträge für Strom, Wasser und Grundsteuer werden aber oftmals noch ausgeführt.

Auch Bevollmächtigte können nach dem Tod des Erblassers nicht mehr über das Guthaben verfügen, da Vollmachten nach spanischem Recht immer mit dem Tod erlöschen. Ist der Bank der Tod nicht bekannt, kann sie allerdings mit Wirkung für und gegen die Erben an Bevollmächtigte auszahlen. Wenn die Erben befürchten, dass eine Vollmacht missbraucht wird, sollten sie daher die Bank unverzüglich von dem Tod des Kunden informieren. Ist der Erbe selbst Bevollmächtigter, kann er auch – kurz vor dem Tod oder nach dem Tod ohne vorherige Information der Bank – das Guthaben vereinnahmen und so die Nachlassabwicklung vereinfachen. Die Pflicht zur Zahlung der spanischen Erbschaftsteuer entfällt hierdurch natürlich nicht.

Gemeinschaftliche Konten in Spanien

Bei einem gemeinschaftlichen Konto (cuenta conjunta) kann bei Kenntnis der Bank vom Tod eines Konto-Mitinhaber (cotitular), der überlebende Konto-Mitinhaber weiterhin über die Hälfte des Guthabens verfügen, wenn jeder Konto-Mitinhaber alleine verfügungsberechtigt war. Handelt es sich hingegen um ein gemeinschaftliches Konto mit gemeinsamer Verfügungsberechtigung, so kann er nur zusammen mit den Erben über das Guthaben verfügen. Waren die Konto-Mitinhaber Ehegatten („Ehegatten-Konto“) wird die Bank auch oftmals dem Güterstand der Eheleute Bedeutung zumessen.

Bezüglich Vollmachten (poder) gilt das oben zum Einzelkonto in Spanien Gesagte.


Rechtstipp vom 14.06.2013
Aktualisiert am 30.04.2017

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