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Verdacht auf ärztliche Behandlungsfehler – was tun?

Rechtstipp vom 17.01.2019
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Rechtstipp vom 17.01.2019
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Jedes Jahr werden weit mehr als 10.000 Gutachten aufgrund des Verdachtes auf ärztliche Behandlungsfehler erstellt.

Was kann der Patient tun, welcher den Verdacht hat, von einem Behandlungsfehler betroffen zu sein?

Was ist ein Behandlungsfehler?

Ein Behandlungsfehler liegt grundsätzlich dann vor, wenn ein Arzt nicht „lege artis“ arbeitet, also die anerkannten Regeln und Standards des jeweiligen Fachgebiets missachtet.

Häufig sind dies fehlerhafte Diagnosen durch nur oberflächliche Untersuchungen oder die fehlerhafte Dosierung oder Verschreibung von Medikamenten.

Auch die fehlerhafte bzw. nicht ausreichende Aufklärung von Chancen und Risiken einer ärztlichen Behandlung kann einen Behandlungsfehler darstellen.

Jedoch gilt insgesamt, nicht jede Komplikation ist auch ein ärztlicher Fehler.

Was tun bei Verdacht eines Behandlungsfehlers

Sobald der Patient den Verdacht hat Opfer eines Behandlungsfehlers geworden zu sein, gilt es diesen Verdacht bestätigen zu lassen.

Gesetzlich sind alle Ärzte und Krankenhäuser verpflichtet, sämtliche Behandlungen und Diagnosen exakt zu protokollieren und diese dem Patienten vollständig auf Wunsch auszuhändigen. Mit diesen Unterlagen ist der Nachweis eines Behandlungsfehlers durch einen Gutachter häufig bereits möglich.

Mögliche Gutachter

Elementar wichtig für den Nachweis eines Behandlungsfehlers ist die Einholung eines Gutachtens.

Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1.

Etwaige Privatgutachter erstellen auf Wunsch ein Gutachter, in welchem geprüft wird ob die aufgetretenen Komplikationen kausal auf einen Behandlungsfehler zurückzuführen sind. Der Vorteil hierbei ist, dass ein solches Gutachten regelmäßig relativ kurzfristig erstellt werden kann, jedoch muss der Patient die Kosten selbst tragen.

2.

Auch der Medizinische Dienst der Krankenkassen, sowie die Schlichtungsstelle der Ärztekammern erstellen Gutachten. Diese dauern zwar regelmäßig deutlich länger als ein Privatgutachter, jedoch entstehen dem Patienten hierfür keine Kosten.

Verjährung

Zu beachten ist jedoch, dass sämtliche Ansprüche innerhalb von drei Jahren ab Kenntnis des Schadens, spätestens jedoch nach dreißig Jahren verjähren.


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