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Rechtsanwalt Diagnosefehler Rechtsanwälte | anwalt.de

Der Diagnosefehler spielt im Arzthaftungsrecht eine wichtige Rolle. Dabei ist aber zu beachten, dass ein Diagnosefehler nicht automatisch auch einen Behandlungsfehler darstellt, der den Patienten dazu berechtigt, Schadenersatz bzw. Schmerzensgeld zu verlangen. Schließlich ist der Behandlungsvertrag ein Dienstvertrag nach § 611 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch), wonach der Arzt keinen Erfolg - also keine objektiv richtige Diagnose und keine Heilung - schuldet.

Ein Diagnosefehler wird angenommen, wenn der Arzt die erhobenen Befunde falsch interpretiert hat. Das allein begründet aber noch keine Arzthaftung bzw. Krankenhaushaftung. Denn grundsätzlich kann es immer wieder passieren, dass die auftretenden Symptome nicht eindeutig auf eine bestimmte Krankheit schließen lassen. Ferner muss nicht jeder Patient bei einer Erkrankung auch dieselben Symptome in gleicher Ausprägung haben. Sofern der Arzt eine vertretbare Diagnose gestellt hat, liegt lediglich ein Diagnoseirrtum vor, der nicht zur Schadensersatzpflicht des Mediziners führt. Bsp.: Ein Patient klagt über Magenschmerzen und Übelkeit. Der Doktor nimmt eine Magen-Darm-Grippe an und schickt den Patienten mit einem Arzneimittel wieder nach Hause. Später wird festgestellt, dass der Erkrankte eine Blinddarmentzündung hatte.

Der Diagnosefehler wird aber als Behandlungsfehler behandelt, wenn der Arzt eindeutige Symptome verkennt und/oder sein Vorgehen als „grobe Fehlleistung" zu definieren ist, ihm also entweder Vorsatz oder Fahrlässigkeit vorgeworfen werden kann. Hat der Arzt nicht nur gegen bewährte Behandlungsregeln verstoßen, sondern einen so schweren Fehler begangen, dass er schlichtweg unverständlich erscheint, so liegt unter Umständen sogar ein grober Behandlungsfehler vor, der zur sog. Beweislastumkehr führt. Das bedeutet ein Abweichen von der Grundregel, dass der Patient beweisen muss, dass der Arzt einen Fehler begangen hat, der zu dem Personenschaden geführt hat. Bei einem groben Behandlungsfehler muss vielmehr der Doktor nachweisen, dass der Personenschaden nicht auf seine Diagnose bzw. die eventuell darauf beruhende Falschbehandlung zurückzuführen ist. Beispiel für einen groben Behandlungsfehler: Der Mediziner erkennt trotz eindeutiger Symptome eine Hirnhautentzündung nicht, deren unterlassene Behandlung beim Patienten zu einer geistigen Behinderung führt.

Vom Diagnosefehler abzugrenzen ist der Befunderhebungsfehler. Hier unterlässt es der Arzt bereits, eine Untersuchung durchzuführen und damit Befunde zu erheben. Hätte der Mediziner aber - z. B. aufgrund bestimmter Symptome - zwingend eine Untersuchung durchführen müssen, kann auch hier ein grober Behandlungsfehler angenommen werden.

Reicht der Patient Klage bei Gericht ein, wird unter Umständen ein gerichtlich beauftragter Sachverständiger ein medizinisches Gutachten erstellen, was ein relevantes Beweismittel im Zivilprozess und vor allem bei der Klärung der Frage darstellt, ob ein Behandlungsfehler vorliegt oder nicht. Da das Medizinrecht und das Schadensersatzrecht sehr komplex sind, sollte man einen Patientenanwalt mit der Vertretung seiner Interessen beauftragen.

(VOI)

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Thema Diagnosefehler

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