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Freiheitsstrafe - Was Sie wissen und beachten müssen!

Bei einer Freiheitsstrafe handelt es sich um die Folge einer rechtswidrigen und schuldhaften Straftat. Festgelegt ist dies im Strafgesetzbuch (StGB). Die Vollstreckung der Freiheitsstrafe erfolgt laut § 139 StVollzG als Einheitsstrafe in einer Justizvollzugsanstalt.

Zeitige Freiheitsstrafe

Die Freiheitsstrafe wird unterteilt in die zeitige und die lebenslange Freiheitsstrafe. Die zeitige Freiheitsstrafe darf höchstens 15 Jahre betragen, wie sich aus § 38 Abs. 2 Halbsatz 1 StGB ergibt. Unter sechs Monaten darf eine Freiheitsstrafe nur sein, wenn die Strafe unerlässlich ist. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn besondere Tatumstände oder eine die Strafe erzwingende Täterpersönlichkeit vorliegt. Dies richtet sich nach § 47 Abs. 2 Halbsatz 1 StGB. Die Verhängung einer Freiheitsstrafe, die unter einem Monat sein soll, ist nicht zulässig, so § 38 Abs. 2 Halbsatz 2 StGB und Art. 298 EGStGB. Eine Ausnahme gilt im Jugendstrafrecht.

Lebenslange Freiheitsstrafe

Bei der lebenslangen Freiheitsstrafe handelt es sich um das Höchstmaß aller Strafen. Sie wird für schwerste Verbrechen wie etwa Mord nach § 211 StGB verhängt. Wenn die Umstände es zulassen, kann ein milderes Strafmaß gewählt werden. Der Verurteilte kann nach 15 Jahren die Freilassung auf Bewährung beantragen. Ob der Antrag erfolgreich ist, hängt unter anderem von seiner Führung innerhalb der Haftstrafe ab.

Freiheitsstrafe bei Jugendlichen

Innerhalb des Jugendstrafrechts ist ebenfalls vorgesehen, dass eine Freiheitsstrafe verhängt wird. Dies richtet sich nach den §§ 17 ff. JGG und ist auch bekannt als Jugendstrafe. Das Strafmaß ist jedoch auf maximal 10 Jahre begrenzt. Die Mindestfreiheitsstrafe liegt auch hier bei 6 Monaten. Es ist möglich, diese zur Bewährung auszusetzen, wenn sie nicht über 2 Jahre beträgt.

Was ist Bewährung?

Unter Bewährung ist der Zeitraum zu verstehen, in dem die Freiheitsstrafe nicht vollstreckt wird. Das heißt, der Verurteilte muss für diesen Zeitraum nicht ins Gefängnis. Dabei kann die Freiheitsstrafe maximal zwei Jahre betragen. So ist es in § 56 Abs. 2 StGB festgelegt.

Sinn und Zweck der Bewährung ist es, dem Verurteilten die Möglichkeit zu geben, sich in Freiheit zu bewähren und zu zeigen, dass es sich bei seiner Tat um einen einmaligen Ausrutscher handelte und er auch anders handeln kann.

Wenn er sich in dieser Zeit nicht bewährt, erfolgt der sogenannte Widerruf der Strafaussetzung nach § 56 StGB. In diesem Fall muss die Freiheitsstrafe komplett verbüßt werden, wenn mildere Mittel nicht ausreichen. Eine Bewährung ist dann zuzulassen, wenn die Voraussetzungen für die Bewährung vorliegen. Dabei handelt es sich um eine günstige Täterprognose und besondere Tatumstände, die für die Bewährungszulassung sprechen.

Aussetzung der übrigen Freiheitsstrafe

Eine Freiheitsstrafe kann auch ausgesetzt werden. Dies kann dann der Fall sein, wenn zwei Drittel, mindestens jedoch 2 Monate, bereits verbüßt wurden. Bei einer lebenslangen Freiheitsstrafe muss mindestens 1 Jahre verbüßt worden sein.

Hinzu kommt jedoch, dass die Aussetzung nicht dem allgemeinen Sicherheitsinteresse widerspricht und folgende Faktoren ebenfalls für die Aussetzung sprechen:

–          die Persönlichkeit und die Lebensumstände des Verurteilten

–          die Vorgeschichte

–          die Tatumstände

–          das Verhalten während des Strafvollzugs

Wie bemisst sich die Freiheitsstrafe?

Für jedes Delikt ist im deutschen Strafrecht ein bestimmtes Strafmaß bzw. ein bestimmter Strafrahmen vorgesehen. Dieser kann von einer Geldstrafe hin zu einer Freiheitsstrafe ausgedehnt sein oder direkt bei einer Freiheitsstrafe beginnen.

Das Gericht entscheidet anhand des vorgegebenen Strafrahmens über die Höhe der Strafe. Neben Schwere der Tat werden auch andere Aspekte wie etwa Lebenslauf des Täters berücksichtigt.

Freiheitsstrafe droht? Was Sie tun können!

Bei einer Freiheitsstrafe handelt es sich in jedem Fall um einen großen Einschnitt im Leben. Befürchten Sie, eine Freiheitsstrafe als Urteil zu bekommen, sollten Sie sich umgehend um einen kompetenten Strafverteidiger bemühen. Nur ein Rechtsanwalt für Strafrecht kann sich Ihres Falls sicher annehmen und für Sie den bestmöglichen Ausgang durch eine gute Verteidigungsstrategie erreichen.

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