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StGB - Strafgesetzbuch

Die wichtigsten Fragen zum StGB

Das Strafgesetzbuch regelt alle wichtigen Fragen über Straftaten.
Das StGB enthält Regelungen darüber, welche Handlungen strafbar sind und wann welche Strafe verhängt werden darf.
Das StGB regelt nicht besondere Straftaten wie z. B. Drogendelikte, Steuerstraftaten oder Verstöße gegen das Waffenrecht; diese sind in Spezialgesetzen enthalten, z. B. dem Betäubungsmittelgesetz.

Über das StGB

Das Wichtigste in Kürze

  • Das StGB ist das die Grundlage des deutschen Strafrechts.
  • Es regelt alle wichtigen Fragen über Straftaten.
  • Es regelt auch, wann welche Strafe verhängt werden darf.
  • Nicht geregelt sind besondere Straftaten wie Drogendelikte oder Verstöße gegen das Waffen- oder das Steuerstrafrecht.
Was ist das StGB?

Jemand hat einen anderen Menschen eingesperrt oder zusammengeschlagen oder gar getötet? Ein Betrug wurde begangen oder es wurde etwas gestohlen?

Mord, Totschlag, Körperverletzung, Betrug, Diebstahl oder Beleidigung und Co. – all diese Themen werden als Straftatbestände bezeichnet und im Strafgesetzbuch geregelt.

Doch das StGB regelt nicht nur, welche Handlungen strafbar sind, sondern auch:

  • Wann ist jemand tatsächlich verantwortlich für seine Handlung?
  • Wann liegt ein gewolltes Handeln vor?
  • Hat man sich durch eine Handlung bei einem Verbrechen mitschuldig gemacht?
Außerdem werden die Strafe selbst, das Strafmaß sowie weitere Konsequenzen wie etwa das Fahrverbot behandelt. Hauptstrafen sind die Freiheits- sowie die Geldstrafe. Die Todesstrafe wurde in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg durch das Grundgesetz abgeschafft.

Welche Reformen durchlebte das StGB? 

Das StGB gibt es in seiner ursprünglichen Form bereits seit über 130 Jahren und ist damit neben dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) eines der ältesten deutschen Gesetze. Trotz seiner stetigen Wandlung ist es im Kern gleichgeblieben. Das macht unter anderem die Sprache der einzelnen Paragraphen schnell deutlich.
Trotzdem wurde das Gesetzbuch oft an die sich verändernden gesellschaftlichen Wertvorstellungen und wissenschaftlichen oder technischen Neuerungen angepasst.

Die letzten großen Strafrechtsreformen waren in den 1950er- und 1960er-Jahren. Inhalt war unter anderem, dass „unmoralische“ Taten nicht mehr Teil des StGB sein sollten. Es sollten nur noch Interessen wie Leben, Körper oder Eigentum geschützt werden, so dass zum Beispiel die sogenannte Unzucht zwischen Männern, Ehebruch, Kuppelei oder Verbreitung unzüchtiger Schriften sowie Ehrenstrafen aus dem StGB verbannt wurden.

Auch einige Begriffe wurden aktualisiert, zum Beispiel wurde

  • aus Zuchthaus wurde Gefängnis,
  • aus Einschließung und Haft wurde die einheitliche Freiheitsstrafe.
Außerdem kann seit der Reform statt einer kurzen Freiheitsstrafe auch nur eine Geldstrafe verhängt werden oder die Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden.

2017 wurden weitere Änderungen an einzelnen Straftatbeständen vorgenommen. So werden Stalking und Einbrüche in private Wohnungen seitdem schärfer bestraft. Auch kann nun anders als vorher ein Fahrverbot für Straftaten verhängt werden, die gar nicht im Zusammenhang mit einer Verkehrsstraftat stehen, also z.B. auch bei einer Gewalttat oder einem Diebstahl.

Darüber hinaus wurde die Strafbarkeit von Autorennen im Straßenverkehr in § 315d StGB eingeführt, nachdem bei einem illegalen Autorennen in Berlin ein unbeteiligter Dritter ums Leben kam.

Aufbau des StGB:

Wie viele andere deutsche Gesetze ist auch das StGB in einen allgemeinen Teil und einen besonderen Teil gegliedert.

Der allgemeine Teil erklärt:

  • Wann eine Handlung als Straftat anzusehen ist
  • Wann ein Verhalten gewollt ist
  • Wann man Mittäter bei einer Straftat ist
Natürlich gibt es auch berechtigte Gründe, warum eine Tat keine Straftat darstellt. Hierzu gehört das Notwehrrecht. Wird man angegriffen und wehrt sich gegen den Angreifer, ist diese Handlung nicht strafbar, selbst wenn der Angreifer dabei verletzt oder sein Eigentum beschädigt wird.

Darüber hinaus regelt das Gesetz, wann eine Strafe wie und in welcher Höhe festgelegt werden darf und wann eine Tat nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden kann. Dies ist dann der Fall, wenn die Straftat bereits eine bestimmte Zeit länger zurückliegt und somit verjährt ist.

Nur ein Delikt verjährt nie: Mord!

Was oft vergessen wird: selten gesehene Straftatbestände des StGB

Ist ein Gefängnisausbruch strafbar? Was passiert eigentlich, wenn ich jemand anderen anschwärze, eine Straftat begangen zu haben? Und wie sieht es aus, wenn Amtsträger Straftaten begehen?

Auch diese Fragen werden im StGB an verschiedenen Stellen geregelt. Unter anderem gibt es einen Teil, der sich mit sämtlichen Straftaten im Amt beschäftigt, also wenn beispielweise ein Beamter sich bestechen lässt oder im Rahmen seiner Arbeit eine Körperverletzung begeht.

Ein Gefängnisausbruch selbst ist hingegen nicht strafbar. Der Gesetzgeber wollte den Wunsch nach Freiheit eines Gefangenen nicht unters Strafe stellen. So ist lediglich das Verhelfen hierzu als Gefangenenbefreiung nach § 120 StGB strafbar.

Die falsche Verdächtigung, also das Anschwärzen eines anderen bei einer öffentlichen Stelle (Staatsanwaltschaft, Polizei) über die Begehung einer Straftat, ist ebenfalls eine Straftat und wird durch das StGB geahndet.

Gibt es weitere Strafgesetze – und was regeln sie?

Neben dem StGB gibt es weitere Strafgesetze, die besondere Situationen regeln, zum Beispiel: