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Immer Ärger mit dem Fitnessstudiovertrag

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Immer Ärger mit dem Fitnessstudiovertrag
Um später keine Probleme zu bekommen, sollte man den Fitnessstudiovertrag vor Unterzeichnung genau überprüfen.

Viele Menschen sind unglücklich über ihre Figur und wollen dem Hüftspeck durch den Besuch eines Fitnessstudios an den Kragen. Am Anfang gibt es auch keine Probleme, im Gegenteil, die Pfunde purzeln; doch spätestens, wenn man krank wird und den Vertrag kündigen möchte oder das Fitnessstudio seine AGB (allgemeine Geschäftsbedingungen) ändern will, merkt man, dass es gar nicht so leicht ist, sich von dem Vertrag zu lösen. Doch die Sportler können aufatmen: Viele der AGB-Klauseln in einem Fitnessstudiovertrag sind gar nicht wirksam.

Soll der Kündigungsgrund etwa durch „geeignete Belege" nachgewiesen werden, so ist die Klausel unwirksam. Das Amtsgericht Dieburg entschied, dass dieser Begriff zu unbestimmt ist und das Fitnessstudio sonst willkürlich entscheiden könnte, wann es einen Beleg als ausreichend erachtet oder nicht. Ist ein Fitnessstudiomitglied etwa so schwer erkrankt, dass es die Geräte oder die Sauna nicht mehr nutzen kann, genügt ein ärztliches Attest, und der Kunde darf fristlos kündigen (AG Dieburg, Urteil v. 09.02.2011, Az.: 211 C 44/09).

In einem anderen interessanten Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe mussten Fitnessstudiobesucher für einmal Duschen nach dem Sport 50 Cent zusätzlich zum beworbenen monatlichen „Grundpreis" zahlen. Das Gericht hielt dieses Vorgehen für unzulässig. Vielmehr gehört das Benutzen der Duschen zur Grundleistung, für die nicht extra Geld gezahlt werden muss. Schließlich hat man nach dem Trainieren grundsätzlich den Wunsch, sich zu duschen (OLG Karlsruhe, Urteil v. 19.11.2008, Az.: 6 U 1/08).

Daneben existieren noch viele, viele andere Klauseln, die unwirksam sind. So ist beispielsweise eine Bestimmung, wonach es verboten ist, eigene Getränke mitzubringen, unzulässig. Auch der Ausschluss jeglicher Haftung für verloren gegangene Gegenstände wie Geldbeutel, Kleidung oder das Handy ist nicht erlaubt.

Doch Vorsicht: Hat das Fitnessstudio seine Mitglieder von einer geplanten AGB-Änderung rechtzeitig unterrichtet und ist man mit den neuen Bestimmungen nicht zufrieden, muss man den AGB innerhalb der gesetzten Frist widersprechen. Wurde den Mitgliedern ansonsten nämlich auch kein Sonderkündigungsrecht zugestanden, von dem sie Gebrauch gemacht haben, wird die Änderung der AGB nach Ablauf der Frist grundsätzlich wirksam.

(VOI)

Foto : ©iStockphoto.com/kupicoo


Rechtstipp vom 04.12.2012
aus dem Rechtsgebiet Allgemeines Vertragsrecht

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