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Alter vor Kinderzahl bei der Sozialauswahl nach dem KSchG

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Das LAG Köln hatte in einem jetzt veröffentlichten Urteil die Frage zu entscheiden, welchem von zwei vergleichbaren Arbeitnehmern bei Wegfall eines Arbeitsplatzes unter sozialen Gesichtspunkten gekündigt werden kann (LAG Köln, Urteil v. 18.2.2011 - 4 Sa 1122/10).

Hintergrund: § 1 Abs. 3 Kündigungsschutzgesetz (kurz: KSchG) besagt, dass der Arbeitgeber bei einer betriebsbedingten Kündigung die betroffenen Arbeitnehmer unter Berücksichtigung von Betriebszugehörigkeitszeit, Lebensalter, Unterhaltspflichten und einer eventuellen Schwerbehinderung auswählen muss. In der Rechtsprechung ist weitgehend ungeklärt, wie diese Kriterien untereinander zu gewichten sind (vgl. hierzu Feddersen, Die Sozialauswahl im Rahmen der betriebsbedingten Kündigung in NWB Heft 10/2011 S. 816).

Sachverhalt: Der Fall betraf zwei etwa gleich lang beschäftigte verheiratete Führungskräfte in der Metallverarbeitung, von denen der eine 35 Jahre alt war und zwei Kinder hatte, der andere 53 Jahre alt und kinderlos.

Hierzu führte das Landesarbeitsgericht aus: Die Kündigung des älteren Arbeitnehmers ist unwirksam, weil der jüngere Arbeitnehmer im Gegensatz zum älteren viel bessere Chancen hat, alsbald eine neue Arbeit zu finden. Die Unterhaltpflichten für die Kinder werden in diesen Fällen mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht beeinträchtigt.

Alexander Scholl, M.M.


Rechtstipp vom 27.05.2011
aus der Themenwelt Abmahnung und Kündigung und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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