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Betreuungs-, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

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Betreuungs-, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht
Regelungen treffen, damit das eigene Schicksal nicht in fremde oder falsche Hände gelegt wird.

Wer entscheidet im schweren Krankheits- und Pflegefall?

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Viele gehen davon aus, dass Ehepartner oder nahe stehende Angehörige als gesetzliche Vertreter für einen entscheiden können, wenn man selbst durch eine Krankheit zum hilflosen Patienten oder Pflegefall wird. Doch diese Annahme ist falsch. Hat man keine Regelungen getroffen, bestellt das Vormundschaftsgericht für den Betroffenen einen Betreuer. Häufig sind dies Angehörige oder nahe stehende Personen. Allerdings kann das Gericht auch einen fremden Dritten zum Betreuer bestellen, z.B. einen Rechtsanwalt. Um zu vermeiden, dass das eigene Schicksal in falsche oder fremde Hände gelegt wird, kann man im Voraus konkrete Regelungen treffen. Die Redaktion von anwalt.de gibt Tipps, was man vorsorglich selbst tun kann, damit im entscheidenden Fall die eigenen Wünsche auch wirklich berücksichtigt werden.

Betreuungsverfügung: Wer soll Betreuer sein?

In einer Betreuungsverfügung kann verankert werden, wer vom Gericht im Betreuungsfall zum Betreuer bestellt werden soll. Das Gericht ist an diesen Wunsch auch gebunden, es sei denn, dies würde dem Wohl des Patienten widersprechen. Darüber hinaus kann man in der Betreuungsverfügung auch einen Ersatzbetreuer bestimmen oder bestimmte Personen ausdrücklich von der Betreuung ausschließen. Aus Beweiszwecken sollte die Betreuungsverfügung schriftlich abgefasst und im Notfall leicht auffindbar sein. Tipp: Hilfreich kann ein Hinweiszettel sein, den man stets mit sich führt, z.B. im Portemonnaie. Die Hinterlegung der Verfügung bei der Bundesnotarkammer gegen eine geringe Gebühr ist ebenfalls möglich. In Bayern kann das Dokument zudem direkt beim Vormundschaftsgericht hinterlegt werden.

Patientenverfügung: Was darf der Arzt?

Regelungsgegenstand einer Patientenverfügung ist der Gesundheitsbereich: Sie gibt dem behandelnden Arzt grundsätzliche Handlungsanweisungen. In ihr sollten konkrete Situationen beschrieben werden, für die man bestimmte Behandlungsmethoden wünscht oder ablehnt. Beispiele hierfür sind eine eventuell lebensverkürzende Schmerztherapie, die Ablehnung künstlicher Ernährung oder gar der Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen im Fall unwiederbringlicher und dauerhafter Hirnschädigung oder Demenz mit Bewusstseinsverlust (passive Sterbehilfe). Auch Zustimmung oder Ablehnung einer Organspende oder Obduktion nach dem Tod kann Inhalt der Patientenverfügung sein.

Ergänzend kann auch eine Vertrauensperson benannt werden, die dann zum Patientenwillen näher befragt wird. Ist er nicht ausreichend konkret zu ermitteln, ist wiederum das Vormundschaftsgericht zuständig. Stets hat der Patientenwille oberste Priorität. Hält sich der Arzt nicht an die Anweisungen, macht er sich unter Umständen wegen Körperverletzung strafbar.

Vorsorgevollmacht: Vermögen und Gesundheit

Mit einer Vorsorgevollmacht lassen sich alle individuellen Vorkehrungen sowohl in Vermögensangelegenheiten als auch im Gesundheitsbereich treffen. Der Vollmachtserteilung liegen grundsätzlich zwei Rechtsgeschäfte zugrunde: Einerseits erhält der Bevollmächtigte mit der Vollmacht sämtliche in ihr bezeichneten Vertretungsrechte. Andererseits beinhaltet sie einen Auftrag des Vollmachtgebers, der bestimmt, wann die Vollmacht eingesetzt werden darf. Letztere Regelung, die das Innenverhältnis zwischen Vollmachtgeber und Bevollmächtigten betrifft, ist von besonderer Bedeutung: Da die Vollmacht aus Wirksamkeitsgründen bedingungslos erteilt werden sollte, wird sie mit sofortiger Wirkung wirksam. Um das Missbrauchsrisiko zu minimieren, sollte eine solche Vorsorgevollmacht daher nur absolut vertrauenswürdigen Personen erteilt werden.Über den möglichen Inhalt einer Vorsorgevollmacht, ob und welche konkrete Verfügung für den individuellen Fall geeignet ist, informieren Sie umfassend und vertrauensvoll unsere Experten im persönlichen Gespräch, telefonisch oder in der Onlineberatung.

(MIC)

Foto : ©iStockphoto.com

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