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Manteltarifvertrag - was Sie wissen und beachten müssen!

  • 2 Minuten Lesezeit
Manteltarifvertrag - was Sie wissen und beachten müssen!

Die wichtigsten Fakten

  • Bei einem Manteltarifvertrag handelt es sich um eine besondere Form des Tarifvertrags.
  • Ein Manteltarifvertrag wird zwischen den zuständigen Gewerkschaften und den Arbeitgebern bzw. Arbeitgeberverbänden geschlossen. Er ist für alle Beteiligten verbindlich.
  • Ein solcher Tarifvertrag beinhaltet in der Regel längerfristige, allgemeinere Regelungen, beispielsweise hinsichtlich Arbeitszeit, Kündigungs- und Arbeitsbedingungen oder der Dauer des Urlaubs.
  • In fast allen Branchen gibt es Manteltarifverträge.
  • Zu den bekanntesten Beispielen gehört der Bundesangestelltentarifvertrag, der mittlerweile durch den Manteltarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) ersetzt wurde.

Was ist ein Manteltarifvertrag?

Ein Manteltarifvertrag – kurz MTV – ist ein spezieller Tarifvertrag. Er wird – wie jeder Tarifvertrag – zwischen den Tarifpartnern, das heißt, zwischen Gewerkschaften und den Arbeitgebern bzw. Arbeitgeberverbänden, ausgehandelt. Er bildet sozusagen einen „Mantel“ für speziellere Tarifverträge und ist für die Mitglieder der vertragsschließenden Parteien verbindlich.

Als bekanntestes Beispiel eines Manteltarifvertrags ist der Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) zu nennen. Er wurde bereits durch den Manteltarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) ersetzt.

Unterschiede zu Lohn- und Gehaltstarifverträgen

Manteltarifverträge zeichnen sich – anders als Lohn- und Gehaltstarifverträge – durch eine längere Gültigkeit oder durch ein grundsätzliches Fehlen einer Laufzeit aus. Wenn keine Laufzeit angegeben ist, gelten Manteltarifverträge so lange, bis sie gekündigt werden.

Zu beachten ist, dass Bestimmungen bezüglich der konkreten Höhe der Vergütung sowie hinsichtlich der Eingruppierung von Arbeitnehmern in Lohn- oder Gehaltsgruppen oder -stufen nicht in Manteltarifverträgen, sondern in Lohn- und Gehaltstarifverträgen bzw. in Rahmentarifverträgen enthalten sind.

Welche Regelungen enthält ein Manteltarifvertrag?

Manteltarifverträge beinhalten nicht die konkrete Vergütungshöhe, sondern allgemeinere, längerfristige Regelungen.

Ein solcher Tarifvertrag beinhaltet unter anderem folgende Inhalte:

  • Bedingungen bezüglich der Einstellung bzw. Kündigung von Arbeitnehmern sowie Kündigungsfristen
  • Dauer des Urlaubs
  • Regelungen hinsichtlich Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen und Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz
  • Zuschläge für Mehr-, Nacht- und Schichtarbeit
  • Regeln in Bezug auf Krankheit, Krankmeldung sowie Lohnfortzahlung
  • Qualifizierungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer

Ein Manteltarifvertrag beinhaltet noch weitere Themen, beispielsweise bezüglich

  • der Beiträge zur Alterssicherung vonseiten des Arbeitgebers
  • des Datenschutzes
  • Überstunden

Was muss der Arbeitgeber beachten?

Der Arbeitgeber ist prinzipiell dazu verpflichtet, die im Manteltarifvertrag erfassten Regeln bezüglich des Arbeits- und Angestelltenverhältnisses einzuhalten, wenn das Tarifwerk im entsprechenden Unternehmen gilt.

Er muss außerdem dafür sorgen, dass der Manteltarifvertrag in der Firma ausgelegt wird, damit die Arbeitnehmer den Manteltarifvertrag einsehen können. Jedoch hat der Arbeitgeber gegenüber seinen Angestellten keine Informationspflicht. Das bedeutet, er muss seine Mitarbeiter auch nicht über deren Rechte aus dem Manteltarifvertrag aufklären.

Anteil der Beschäftigten in West- und Ostdeutschland mit Tarifbindung von 1998 bis 2017 (Quelle: Statista 2018)
Foto(s): ©Fotolia/Kzenon

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