Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Mietminderung - Was Sie wissen und beachten müssen!

Die wichtigsten Fakten

  • Klären Sie vorab, ob es sich überhaupt um einen Mietminderungsmangel handelt.
  • Informieren Sie sich vorab, um wie viel Sie die Miete mindern dürfen. Auskunft geben spezialisierte Anwälte.
  • Teilen Sie der Hausverwaltung oder dem Vermieter sofort mit, welches Problem Sie in Ihrer Wohnung haben.
  • Setzen Sie eine angemessene Frist für die Behebung des Mangels.

Wann kann die Miete gemindert werden?

Ob es sich auch wirklich um einen Mangel handelt, muss immer im Einzelfall entschieden werden. Zwar hat der Gesetzgeber im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt, dass der Mieter das Recht auf Mietminderung hat, wenn der Mangel den vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache erheblich einschränkt (§ 536 BGB). Aber nicht jeder Mangel führt automatisch dazu, dass Mieter auch die Miete mindern dürfen.

Die bekanntesten Mietmängel sind sicherlich undichte Fenster oder Türen, Schimmel in der Wohnung, Baulärm oder eine kaputte Heizung. Wichtig: Ob im konkreten Fall ein Mangel vorliegt, hängt auch davon ab, was Mieter und Vermieter vertraglich vereinbart haben und ob der Mangel schon vorher vorhanden war.

Richtig vorgehen bei einer Mietminderung – was ist zu beachten?

Sie haben einen Mangel festgestellt? Zunächst einmal sollten Sie überlegen, ob dieser Mangel die Nutzung der Wohnung erheblich beeinträchtigt oder nicht. Ein tropfender Wasserhahn oder ein defekter Lichtschalter im Hausflur ist zwar ärgerlich und eventuell störend, aber kein erheblicher Mangel. Solange Sie das Bad oder den Hausflur ohne Einschränkungen nutzen können, ist das kein Mangel, der eine Mietminderung rechtfertigt.

Liegt allerdings ein Mangel vor, müssen Sie dies der Hausverwaltung oder dem Vermieter sofort mitteilen. Wenn Sie sich rechtlich absichern wollen, machen Sie das am besten per Fax oder Einwurf-Einschreiben. Setzen Sie auch eine angemessene Frist für die Behebung des Mangels. Wenn es sich um einen erheblichen Mangel handelt, können Sie auch gleich ankündigen, dass Sie die Miete mindern werden, oder aber die Miete nur unter Vorbehalt bezahlen. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, die Miete auch rückwirkend zu mindern. Falls der Vermieter nicht reagiert, können Sie die Miete ohne weitere Ankündigung mindern.

Um wie viel die Miete gemindert werden darf, ist nicht gesetzlich geregelt. Deshalb sollten Mieter einen Rechtsanwalt aufsuchen. Mieter können sich auch an sogenannten Mietminderungstabellen orientieren, die auf diversen Gerichtsurteilen basieren. Wurde der Mangel behoben, müssen Mieter die Miete wieder in voller Höhe zahlen.

Welche Mietmängel gibt es?

Der Vermieter ist verpflichtet, Mängel innerhalb einer angemessenen Zeit zu beseitigen. Folgende Mängel wurden in der Vergangenheit durch verschiedene Gerichte anerkannt (diese Liste ist nicht abschließend):

  • Baulärm/Lärmbelästigung
  • Gestank im Treppenhaus
  • längerer Ausfall der Telefon- und Internetverbindung
  • mangelhafte/defekte Heizung (v. a. in den Wintermonaten)
  • Schimmelbildung
  • undichte Fenster und Türen
  • unzureichende bzw. fehlende Warmwasserversorgung
  • Verschattung durch Baumbestand

Wichtig: Die Höhe der Minderung muss immer im Einzelfall geklärt werden. Eine gesetzliche Vorschrift, wie hoch die Minderung sein muss, gibt es nicht! Was eine angemessene Minderung ist, entscheiden die Gerichte, weshalb sich nur schwer allgemeine Aussagen treffen lassen. In vielen erfolgreichen Fällen wurde allerdings eine Mietminderung von 5 % bis 25 % festgelegt.

Rechtstipps zu "Mietminderung"