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BAföG-Frist verpasst, Nachweise vergessen – was tun?

aus dem Rechtsgebiet Sozialrecht
BAföG-Frist verpasst, Nachweise vergessen – was tun?
Für viele Studenten gehört das BAföG zum Studium dazu.

Endlich geschafft – das denken sich momentan viele Abiturienten, die jetzt erst einmal die verpassten Freizeitaktivitäten der letzten Monate nachholen wollen. Denjenigen, die ein Studium beginnen möchten, kann es aber leicht passieren, dass der Antrag für die dringend benötigte Ausbildungsförderung von Studenten – geregelt im Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) und umgangssprachlich als BAföG bezeichnet – zu spät eingereicht wird oder dass notwendige Nachweise beim Antrag vergessen werden bzw. noch nicht vorliegen. In diesem Rechtstipp gibt die Redaktion von anwalt.de Tipps, wie das BAföG trotzdem möglichst schnell und vollständig ausgezahlt wird.

Immatrikulation notwendig

Da man ohne Immatrikulation keinen BAföG-Antrag stellen kann, muss zunächst abgewartet werden, bis man offiziell an einer Hochschule angenommen wurde und sich dort eingeschrieben – also immatrikuliert – hat.
Für das Wintersemester muss die Bewerbung für zulassungsbeschränkte Studiengänge (mit Numerus clausus) an Universitäten bis spätestens 15.07. bei der Stiftung für Hochschulzulassung, im Internet zu finden unter www.hochschulstart.de, eingehen. Bei zulassungsfreien Studiengängen muss die Bewerbung bzw. die Einschreibung an der jeweiligen Universität ebenfalls bis spätestens 15.07. erfolgen. Für das Sommersemester gilt der 15.01. entsprechend. Diese Frist gilt jedoch nicht für Fachhochschulen – die dort geltenden Bewerbungs- bzw. Einschreibungsfristen müssen direkt bei den jeweiligen Fachhochschulen angefragt werden.

Frist für BAföG-Antrag

Wenn die Immatrikulation geklappt hat, steht dem BAföG-Antrag – außer dem Ausfüllen der vielen Formulare und der vollständigen Einreichung aller relevanten Belege – nichts mehr im Weg. 

Hier sind bei der Beantragung des BAföG zwei Arten vor Fristen zu beachten: die softe BAföG-Frist und die harte BAföG-Frist. 

  • Bei der soften BAföG-Frist gilt, dass der Antrag auf BAföG bis zu dieser Frist bei der zuständigen Stelle eingereicht worden sein muss, damit die Ausbildungsförderung von Beginn des Semesters an erfolgt (nicht jedoch bei BAföG-Erstanträgen).
  • Bei der harten BAföG-Frist gilt, dass der Antrag zwingend bis zu dieser Frist bei der zuständigen Stelle eingereicht worden sein muss, damit die Förderung für das gesamte Semester erfolgt, auch rückwirkend. Wird diese Frist verpasst, gehen Monate der Förderungszeit verloren (auch bei BAföG-Erstanträgen).

Folgende Fristen müssen bei der Beantragung des BAföG immer beachtet werden:

Hochschulart 
Softe BAföG-Frist
Harte BAföG-Frist
Semesterbeginn
Uni  
31.07.
31.01.
31.10.
30.04.
WS 01.10.
SS 01.04.
FH
30.06.
31.12.
30.09.
31.03.
WS 01.09.
SS 01.03.

Grundsätzlich sollte versucht werden, die softe Frist einzuhalten. Falls das nicht möglich ist – z. B. weil man Studienanfänger ist und noch nicht klar ist, an welcher Hochschule man einen Studienplatz erhält – muss die harte Frist eingehalten werden, denn bei Nichteinhaltung verliert man bares Geld.

BAföG-Antrag stellen

Rückt die Abgabefrist des BAföG-Antrags näher, sollte man sich dringend mit dem Ausfüllen der Formulare befassen, denn das benötigt viel Zeit – im Schnitt zwischen fünf und sechs Stunden. Zeit sparen kann man, indem man den BAföG-Antrag online ausfüllt oder wenn man zum Ausfüllen einen digitalen Antragsassistenten benutzt. In allen Fällen muss der BAföG-Antrag ausgedruckt, mit den jeweiligen Belegen vervollständigt und unterschrieben werden. Der Antrag selbst kann entweder eigenhändig beim BAföG-Amt in den Briefkasten geworfen oder per Post an das BAföG-Amt geschickt werden.

Insgesamt existieren acht Formblätter für die Beantragung von BAföG – allerdings müssen nicht alle Formulare zwingend ausgefüllt und eingereicht werden, sondern nur die, die auf die Lebenssituation des jeweiligen Antragstellers zutreffen.
Es ist jedoch zu beachten, dass allein das Ausfüllen der Formulare für einen ordnungsgemäßen Antrag nicht ausreicht – es müssen viele Angaben durch weitere Dokumente, Nachweise oder Zusatzerläuterungen ergänzt werden, z. B. einen aktuellen Kontoauszug.

Nachweise vergessen oder noch nicht vorhanden

Nachdem von allen gestellten BAföG-Anträgen ungefähr 90 % fehlerhaft oder unvollständig sind, stellt sich die Frage, was passiert, wenn der eigene Antrag nicht vollständig eingereicht werden kann, weil noch wichtige Unterlagen fehlen.

In diesem Fall muss beim zuständigen Amt ein formloser BAföG-Antrag gestellt werden, um die Förderungsansprüche zu wahren, die noch fehlenden Nachweise nachzureichen und das BAföG rückwirkend ab Semesterbeginn zu erhalten.
Auch wenn der Antrag formlos gestellt werden kann, muss er folgende Angaben enthalten:

  • Name des Antragstellers
  • Anschrift des Antragstellers
  • Name der Hochschule
  • BAföG-Nummer (falls bereits bekannt)
  • Datum des formlosen Antrags
  • Datum, ab wann BAföG bezogen werden soll (Semesterbeginn)

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass der formlose Antrag spätestens zu den oben genannten Fristen beim zuständigen Amt eingehen muss. Werden die fehlenden Unterlagen erst im nächsten Monat nachgereicht und das Amt braucht sogar noch bis in den übernächsten Monat, um den Antrag zu bearbeiten, erhält der BAföG-Antragsteller seine Ausbildungsförderung aber trotzdem rückwirkend ab dem Zeitpunkt des Semesterbeginns.

Tipp: Die durchschnittliche Bearbeitungszeit eines BAföG-Antrags beträgt 2,5 Monate. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, den Antrag möglichst bald und vollständig einzureichen, denn ein rechtzeitiger und vollständiger Antrag wird schneller bearbeitet und man erhält das BAföG auch schneller.

(WEI)

Foto : ©Fotolia.com/fotofabrika


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