Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Studenten-WG

Die schönste Zeit des Lebens, der blanke Horror – oder alles Erdenkliche dazwischen: All das kann das Leben in einer Studenten-WG sein. Wir helfen WG-Bewohnern dabei, in jeder Situation rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.

Bekannt aus: Der Tagesspiegel Money Soldan
Cosmopolitan Wiesbadener Kurier starting up

Gelistet bei: Deutsches Institut für Service-Qualität Öko Test

Testsieger mit Qualitätsurteil „gut"
03/2017

Bekannt aus: Der Tagesspiegel Money Soldan
Cosmopolitan Wiesbadener Kurier starting up

Gelistet bei: Deutsches Institut für Service-Qualität Öko Test

Testsieger mit Qualitätsurteil „gut"
03/2017

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wie sieht es bei einem Hauptmieter und mehreren Untermietern aus?

Hier ist der alleinige Vertragspartner des Vermieters der Hauptmieter, der wiederum die Wohnung an weitere WG-Mitglieder untervermietet. An diesem Prinzip orientieren sich etliche WGs. Den Untermietern hält das ein Stück weit den Rücken frei, da sie sich auf den Hauptmieter als „Puffer“ und Vermittler verlassen können.


Dies bedeutet natürlich, dass der Hauptmieter ungleich mehr Pflichten besitzt als die jeweiligen Untermieter. Er ist nämlich der einzige Schuldner des Vermieters. Zahlt ein Untermieter etwa die Miete nicht, ist es seine Aufgabe, das Problem aus der Welt zu schaffen. Zudem muss er im Bedarfsfall die Suche nach neuen Untermietern für den Vermieter übernehmen.
Möchte einer der Untermieter in dieser Konstellation kündigen, muss er sich somit an den Hauptmieter wenden – nicht an den Vermieter. Zudem haftet der Hauptmieter für etwaige Schäden an der Wohnung.
Als Gegenleistung für all diese Pflichten erhält der Hauptmieter letztlich das Privileg, dass er in der Wohngemeinschaft das Sagen hat und etwa die Regeln des Zusammenlebens in der WG sowie die Gestaltung der Räume bestimmen darf. Alles in allem ergibt sich auf diese Weise eine für die Untermieter durchaus bequeme Konstellation, die zugestandenermaßen einen sehr verantwortungsbewussten Hauptmieter voraussetzt. Denn dieser ist in der vorliegenden Situation Mieter und Vermieter zugleich.
Notwendig hierzu ist jedoch eine Untermieterlaubnis des Vermieters, die direkter Bestandteil des Mietvertrags sein kann. Ebenso empfehlenswert ist eine sogenannte „Eintrittsklausel“, die es ermöglicht, dass Untermieter nach dem Auszug des Hauptmieters als neuer Hauptmieter „nachrücken“ können. Ist das nicht der Fall, endet automatisch das Mietverhältnis der Untermieter, wenn das des Hauptmieters ausläuft oder aufgelöst wird. Das bedeutet, dass in einem solchen Fall auch sämtliche Untermieter ausziehen müssen.

Sämtliche Mieter einer Studenten-WG schließen einen gemeinsamen Mietvertrag ab – was dann?

Hier existiert nur ein einziger Vertrag, den sämtliche Mieter unterschrieben haben. Alle von ihnen werden somit zum Hauptmieter. Was zuerst nach einem perfekt demokratischen WG-Erlebnis klingen mag, kann sich auf Dauer als sehr unflexibel erweisen. Denn sämtliche Entscheidungen, die sich auf die WG beziehen, können somit nur von allen WG-Bewohnern getroffen werden. Ein echter Super-GAU kann daher folgen, wenn ein einzelner Mieter ausziehen möchte. Denn ein gemeinsam geschlossener Vertrag kann auch nur gemeinsam gekündigt werden.
Unvorteilhafte Situationen wie diese können vermieden werden, indem der Mietvertrag entsprechend formuliert wird. Zuallererst sollte eine Klausel enthalten sein, die vermerkt, dass eine Wohngemeinschaft in die vorgesehenen Räume einziehen wird, denn in einem solchen Fall muss der Vermieter damit rechnen, dass es zu Wechseln in der „Besetzung“ kommen kann. Zudem ist es auch in diesem Fall empfehlenswert, eine Nachfolgeklausel in den Mietvertrag aufzunehmen. Hier sollte festgehalten werden, dass es den Mietern erlaubt ist, neue Mitglieder in die WG aufzunehmen.
Ist der Vertrag nicht entsprechend formuliert worden, müssten alle WG-Mitglieder mit ausziehen, damit ein einziger Bewohner die WG rechtswirksam verlassen kann. Kommt es nicht hierzu, bleibt der Mietvertrag wie gehabt bestehen und der Ausgezogene ist dem Vermieter weiterhin zur Mietzahlung verpflichtet. Klingt kurios, aber Vertrag ist nun einmal Vertrag!
Ein weiterer Nachteil in diesem Fall ist, dass jeder einzelne WG-Mitbewohner gesamtschuldnerisch haftet. Im Klartext: Zahlt ein Bewohner seine Miete nicht oder beschädigt ein anderer die Wohnung, kommt dem Vermieter das Recht zu, jeden beliebigen Mieter für den entstandenen Schaden haftbar zu machen. Allerdings darf er nur einen Einzelnen von ihnen „herausgreifen“ – nicht mehrere auf einmal.

Was ist, wenn jeder WG-Bewohner einen eigenständigen Mietvertrag abschließt?

Hier ist jedes WG-Mitglied eigenständiger, gleichberechtigter Mieter. Jeder WG-Mitbewohner in spe unterschreibt somit einen einzelnen Vertag über das eigene WG-Zimmer und die Mitbenutzung von Bad, Wohnzimmer und Küche. Das sorgt dafür, dass jedes WG-Mitglied flexibel ist und bei Bedarf ausziehen kann, indem es den Vertrag mit dem Vermieter kündigt. Das Einverständnis der anderen WG-Mitglieder ist in einem solchen Fall nicht nötig. Zudem entfällt die oben genannte gesamtschuldnerische Haftung. Ist ein einzelner Mieter mit seiner Miete im Rückstand oder hat er die Wohneinrichtung beschädigt, haftet auch nur er dafür.
Die meisten Fußangeln der zwei zuvor beschriebenen Modelle können auf diese Weise vermieden werden. Allerdings findet man diese Vertragsart in der Praxis nicht so oft, wie es sich so mancher WG-Suchende wünschen würde. Die Tatsache, dass sie für den Vermieter einen ungleich höheren Verwaltungsaufwand bedeutet, lässt sich nämlich nicht leugnen.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings: Da jeder Mitbewohner einen vertraglich fest zugewiesenen Bereich bewohnt, ist ein spontaner Tausch bei Bedarf nicht ohne Weiteres möglich. Zudem steht es hier in der Regel ausschließlich dem Vermieter zu, neue WG-Mitglieder in die Wohngemeinschaft aufzunehmen, ohne ihren zukünftigen Mitbewohnern ein Mitspracherecht zuzugestehen.

Die fünf wichtigsten Fakten zu „Studenten-WG“

Begriff

Die Rechtsprechung definiert eine Wohngemeinschaft (WG) für Studenten zwar leicht amüsant, aber sehr einprägsam. Eine Studenten-WG liegt hiernach vor, wenn mindestens zwei Studenten in einer losen Verbindung zusammenleben, ohne dass sie dabei eine Familie gründen.

Der Mietvertrag bei einer Studenten-WG

Vor dem Einzug ist die wichtige Entscheidung zu treffen, wie der Mietvertrag ausgestaltet sein soll. Hierbei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die jeweils mit eigenen Vor- und Nachteilen verbunden sind. Die wichtigsten drei erläutern wir unten im Abschnitt „Die wichtigsten Fragen und Antworten“.

Ausziehen aus der WG

Als Student muss man oft flexibel sein und sich früher als geplant eine neue Bleibe suchen. „Einfach so ausziehen“, ist allerdings nicht immer möglich. Denn gegebenenfalls haben auch die anderen WG-Mitbewohner ein Mitspracherecht – auch hier ist der Mietvertrag maßgeblich.

Der Rundfunkbeitrag bei einer Studenten-WG

WG-Bewohner haben es mittlerweile einfacher als noch zu GEZ-Zeiten. Denn der 2013 eingeführte Rundfunkbeitrag des „Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio“ wird nur einmal pro Haushalt und unabhängig von der Anzahl der Fernseh- oder Radiogeräte fällig. Allerdings muss der Beitrag von einem volljährigen Mitglied der Wohngemeinschaft überwiesen werden. Es ist somit die Aufgabe der WG-Mitglieder, einen Verantwortlichen zu bestimmen. Wer BAföG bezieht und nicht bei den Eltern wohnt, kann beantragen, vom Rundfunkbeitrag befreit zu werden. Das Antragsformular kann auf der Website des ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice heruntergeladen werden.

Filesharing-Abmahnung in einer WG

Hier kann es sein, dass derjenige haftet, dem der Internetanschluss gehört, obwohl ein Mitbewohner das illegale Filesharing begangen hat. Die Rechtsprechung hierzu ist allerdings sehr unübersichtlich. Ein Anwalt für IT-Recht kann in einem solchen Fall weiterhelfen.

Wussten Sie schon?

Das sogenannte Hausrecht gehört zu den Grundrechten und ermöglicht es, frei zu entscheiden, wem man Zugang zu privaten Räumlichkeiten gewährt und wem nicht. Auch die Bewohner einer WG haben ein solches Hausrecht, wie ein viel diskutierter kurioser Gerichtsfall beweist. Alles hatte eigentlich recht harmlos angefangen. Ein junger Mann bewohnte gemeinsam mit seiner Freundin eine Studenten-WG. Nichts ahnend hatte er seine Mutter gebeten, sich um seine Haustiere zu kümmern, während sich das Pärchen eine Urlaubsauszeit nahm.


Die ältere Dame bekam den Schlüssel zur WG. Anschließend nistete sie sich tagelang im WG-Zimmer ihres Sohnes ein. Einem weiteren Mitglied der WG platzte letzten Endes die Hutschnur und er forderte die Mutter seines Mitbewohners auf, die Wohnung zu verlassen. Als sie sich weigerte, rief der verärgerte WG-Bewohner die Polizei. Das Resultat war eine Rangelei, bei der sich die wehrhafte Dame verletzte.

Hierauf ging die erboste Mutter vor Gericht und forderte Schadensersatz – und erhielt durch das Oberlandesgericht (OLG) Hamm eine kalte Dusche. Denn der resolute Student habe als Bewohner der Wohngemeinschaft von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht und dürfe somit unter Umständen Fremden den Zutritt zur WG verweigern. Die Polizei habe nur ihre Pflicht getan, denn die Frau habe klar Hausfriedensbruch begangen.

Darüber hinaus habe die Tatsache, dass die ältere Dame den Schlüssel zur WG erhalten hatte, sie nicht automatisch berechtigt, sich tagelang im Zimmer ihres Sohnes niederzulassen, denn schließlich habe sie nicht seine Stelle im WG-Mietvertrag eingenommen. Und als ob sie sich vorgenommen hätten, zusätzlich Salz in die Wunden der Klägerin zu streuen, argumentierten die Richter schließlich noch, dass eine Studenten-WG generell von jungen Leuten bewohnt werde. Ein Mitbewohner im Alter der besorgten Mutter sei daher im Grunde fehl am Platz.

Wir helfen sofort

Fragen Sie einen Anwalt

Sie haben eine Rechtsfrage? Wir empfehlen Ihnen unverbindlich einen Experten aus über 20.000 Rechtsanwälten bei anwalt.de

Ihre Kontaktdaten können Sie im nächsten Schritt eingeben.

Wir benötigen noch einige Angaben, um Ihnen passende Anwälte zu empfehlen. Ihre Daten geben wir nicht an die Anwälte weiter, sondern nutzen Sie ausschließlich zur Kontaktaufnahme mit Ihnen. Datenschutzerklärung

Vielen Dank für Ihre Anfrage!
Leider ist etwas schiefgegangen.
Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Passende Anwälte in Ihrer Nähe

Zur Anwaltssuche

Ausgewählte Rechtstipps zum Thema „Studenten-WG“

Wichtige Gesetze zum Thema

  • §§ 535–584a Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): Spezielle Gesetze für Wohngemeinschaften sucht man vergeblich. WG-Bewohner sollten sich daher hier einen Überblick über die verschiedenen Regelungen für Mieter verschaffen. Denn auch ein WG-Bewohner ist in erster Linie ein Mieter.
  • §§ 145–157 BGB: Wichtige Informationen zum Vertragsschluss, die WG-Bewohner kennen sollten. Hier sind wichtige Regelungen vermerkt, die auch für WG-Mietverträge gelten.
  • §§ 858 ff. BGB, § 1004 BGB und § 123 Strafgesetzbuch (StGB)​: Wie im Abschnitt „Wussten Sie schon“ erwähnt, gilt auch für WG-Bewohner das Hausrecht.

Wie bewerten Sie diese Seite?