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Patientenverfügung – eigenen Willen behalten

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Patientenverfügung – eigenen Willen behalten
Die Patientenverfügung schafft Klarheit über die gewünschte medizinische Behandlung im Ernstfall.

Mit einer Patientenverfügung über das eigene Leben bestimmen kann, wem das plötzlich nicht mehr möglich ist. Damit das auch wirklich funktioniert, sind aber ein paar wichtige Aspekte zu beachten. Jedem von uns kann von heute auf morgen ein Unfall oder eine Krankheit die Entscheidungsfähigkeit rauben. Das Leben geht danach weiter - allerdings radikal verändert. Der Umstand, seinen Mitmenschen nichts mehr mitteilen zu können, ruft bei den meisten Menschen Beklemmung hervor. Das und der Gedanke daran, im eigenen Körper gefangen zu sein, ist für viele ein Grund, diese Situation zu verdrängen. Dabei kann aber nur jeder selbst vorher festlegen, welche medizinischen Maßnahmen einen einmal ereilen. Zeit also zu handeln, bevor es zu spät ist.

Schriftlich und nur von Volljährigen

Die Möglichkeiten der modernen Medizin können das Leben immer weiter verlängern. Die Frage danach, ob das überhaupt erwünscht ist, bleibt aber meist außen vor. Ärzte haben schließlich vorrangig die Pflicht Leben zu retten. Zudem riskieren sie, sich strafbar zu machen, wenn sie dies unterlassen und dazu keine Einwilligung des Patienten haben. Dieser Gefahr soll eine Patientenverfügung ebenso begegnen wie auch das individuelle Selbstbestimmungsrecht erhalten. Aufgrund der Tragweite der Verfügung dürfen sie nur Erwachsene abgeben. Außerdem ist zur Gültigkeit die Schriftform erforderlich. Die Patientenverfügung ist deshalb eigenhändig zu unterschreiben oder notariell beurkunden zu lassen. Im Übrigen ist ein Anwalt oder Notar grundsätzlich nicht einzuschalten. Je individueller die Verfügung aber ausfallen soll, desto mehr ist zu ihrer Mithilfe anzuraten. Des Weiteren erfüllt eine Patientenverfügung ihren Zweck umso besser, je eingehender die vorherige Beschäftigung mit dem Thema erfolgte. Ob das persönlich geschieht oder durch einen Fachmann ist somit auch eine Zeitfrage.

Pauschale Aussagen reichen nie

Jede Patientenverfügung muss dem behandelnden Arzt eine klare Anweisung geben, welche Behandlungen erwünscht sind, beziehungsweise welche unterbleiben sollen. Pauschale Aussagen, wie der Wunsch nach einem menschenwürdigen Sterben oder keine lebensverlängernden Maßnahmen zu erhalten, reichen keinesfalls. Aus diesem Grund ist zumindest eine Differenzierung nach dem Schema „Wenn dieser Zustand eintritt, dann soll diese konkrete Behandlung erfolgen oder nicht erfolgen" notwendig. Dabei können auch Anzahl und Bedingungen der Eingriffe vorher festgelegt werden. Andererseits muss die Patientenverfügung auch nicht alles bis ins kleinste Detail regeln. Schließlich weiß keiner vorher, wie seine eventuelle Notsituation einmal aussehen wird. Vor deren Eintritt kann von der Verfügung im Übrigen kein Gebrauch gemacht werden.

Aktuell halten und Auffinden im Ernstfall sicherstellen

Der einmal festgelegte Patientenwille kann jederzeit abgeändert oder formlos widerrufen werden. Einzige Voraussetzung ist, diesen noch äußern zu können. Aus diesem Grund lohnt es sich, die Patientenverfügung von Zeit zu Zeit zu überdenken. Des Weiteren muss sie im Notfall auch auffindbar sein. Zumindest eine nahestehende Person sollte daher über den Aufbewahrungsort Bescheid wissen oder besser noch ein Original erhalten. Als weitere Möglichkeit existiert das Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer. Dort kann jeder seine Patientenverfügung zur Auffindbarkeit registrieren lassen. Allerdings geht das nur zusammen mit einer gleichzeitigen Vorsorgevollmacht. Als Pendant zur Patientenverfügung, die medizinische Maßnahmen betrifft, sollte diese aber ohnehin miterstellt werden. Mit der Vorsorgevollmacht kann jeder festlegen, wer rechtliche Entscheidungen für einen trifft, wenn man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist.

(GUE)

Foto : ©Fotolia.com/Dan Race


Rechtstipp vom 02.05.2012
aus der Themenwelt Gesundheit und Vorsorge und dem Rechtsgebiet Medizinrecht

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