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Verkehrsunfall – wie verhalte ich mich richtig?

  • 3 Minuten Lesezeit

Sicher ist man aufgeregt in einer Unfallsituation und ist dies keine alltägliche Situation für die meisten von uns. Dies umso mehr, wenn man selbst betroffen ist. Deshalb raten wir dazu, diesen Zettel und einen europäischen Unfallbericht ins Auto zu legen. Dies kann eine gute Hilfe sein.

1) Unfallstelle absichern

Es soll verhindert werden, dass Dritte die Gefahrenstelle zu spät erkennen und weitere Unfälle passieren bzw. Sie und andere Unfallbeteiligte gefährdet werden. Ziehen Sie die Warnweste an und stellen das Warndreieck außerorts mindestens 100 m und auf Autobahnen 200 m, bei Kurven und Bergkuppen ggf. auch weiter auf.

2) Notruf/Erste Hilfe

Verschaffen Sie sich einen ersten Überblick. Gibt es Verletzte? Laufen Betriebsflüssigkeiten aus, muss etwas gelöscht oder jemand aus dem Fahrzeug mit schwerer Technik befreit werden?

Informieren Sie über die allgemeine Telefonnummer 112 die Feuerwehr und medizinische Hilfe, soweit dies notwendig ist.

Soweit nur der Unfall aufgenommen werden soll, können Sie die Polizei direkt informieren – Tel. 110. Ob die Polizei gerufen werden sollte, kommt auf die Schwere des Unfalls an und darauf, ob Sie ihn verursacht haben. Bei schweren Unfällen oder wenn Sie den Unfall nicht verursacht haben, sollten Sie auf jeden Fall die Polizei rufen. Bei Mietfahrzeugen oder Dienstwagen ist dies oft vertraglich vorgeschrieben.

Leisten Sie Erste Hilfe, soweit jemand dies bedarf und Sie hierzu in der Lage sind. Wenn Sie dies nicht selbst können, teilen Sie andere vor Ort befindliche Personen dazu ein.

3) Beweise sichern

Verändern Sie nicht die Position Ihres Fahrzeugs und lassen das die anderen nicht einfach tun. Machen Sie erst Fotos aus mehreren Winkeln, u. a. der Fahrzeuge, Übersichtsaufnahme, Bremsspuren und Splitterfelder, Schäden, Kennzeichen. Dies ist für Gutachter und Versicherer wichtig, um zu ermitteln, wie es zu dem Unfall kam bzw. um Ihre Ansprüche durchzusetzen.

Bei schweren Unfällen sollte man warten, bis die Polizei oder deren Gutachter ebenfalls den Unfall aufgenommen haben. Bei Bagatellunfällen können Sie die Straße auch vorher räumen, falls das für den Verkehr notwendig ist.

Unklug ist es, soweit man den Unfall nicht verursacht hat, sofort reflexartig die Unfallpositionen zu verändern und Platz zu machen. Sie können dann ggf. Ihre Ansprüche nicht mehr beweisen bzw. vernichten Beweismittel. Sind Sie dagegen mit hoher Wahrscheinlichkeit der Verursacher, so kann eine fehlende Aufklärbarkeit auch zu Ihren Gunsten sein.

4) Unfalldaten aufnehmen

Lassen Sie sich von den potenziellen Zeugen und anderen Beteiligten Name und Anschrift aufschreiben. Oft gibt es Dritte, die den Unfall gesehen haben, aber nicht bis zum Eintreffen der Polizei warten können oder wollen.

Notieren oder fotografieren Sie Kennzeichen und Ausweise. Soweit die Polizei nicht gerufen wird, müssen Sie das alles notieren und prüfen.

5) Kein Schuldanerkenntnis

Geben Sie kein Schuldanerkenntnis ab, auch wenn Sie davon ausgehen, dass Sie den Unfall selbst verursacht haben.

„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ – eine Empfehlung von Verteidigern.

Lassen Sie sich von einem Verkehrsanwalt beraten und ggf. auch vertreten. Oft kann ein Straf- oder Bußgeldverfahren vermieden oder eingestellt werden.

6) Eigenen Versicherer melden

Ihr Fahrzeug muss eine Kraftfahrthaftpflichtversicherung haben. Diesem Versicherer ist der Unfall zu melden, soweit Schadenersatzansprüche gegen Sie denkbar sind. Soweit es ein Dienstwagen oder Mietwagen ist, dann über Ihren Vertragspartner.

Oft haben Sie weitere Versicherungen, die relevant sein können, z. B. eine Vollkaskoversicherung (deckt eigene Schäden), einen Schutzbrief oder eine Unfallversicherung. Auch dort sollte dies gemeldet werden.

7) Ansprüche geltend machen

Schalten Sie einen Anwalt ein und beraten sich mit diesem. Er wird Ihre zivilrechtlichen Ansprüche prüfen und diese dann beim gegnerischen Haftpflichtversicherer möglichst durchsetzen. Lassen Sie sich nicht auf eine eigene Debatte mit dem gegnerischen Versicherer ein, insbesondere nicht über den Unfallhergang.

Yvonne Sergon

Rechtsanwältin für Verkehrsrecht in Cottbus

Rechtsanwältin Sergon ist mit der Abwicklung von Verkehrsunfällen bzw. deren Schäden in unserer Kanzlei in Cottbus befasst. Weitere Anwälte, Strafverteidiger und Fachanwälte für Verkehrsrecht stehen ebenso zur Verfügung, um hier alle Bereiche des Verkehrsrechts für Sie in Cottbus abzudecken.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Schadensersatzrecht & Schmerzensgeldrecht, Verkehrsrecht

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