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Wie schlägt man ein Erbe aus

Rechtstipp vom 07.11.2017
Rechtstipp vom 07.11.2017

Wer Schulden erbt, sollte schnell reagieren

Nicht selten werden auch Schulden vererbt. Da kann es passieren, dass der Erbe mit seinem gesamten Privatvermögen haftet. Daher ist es gut zu überlegen, ob man ein Erbe annimmt oder ausschlägt. Hierbei ist es nicht möglich, nur die Schulden des Erblassers abzulehnen und das Vermögen zu behalten. Dies gilt auch für den Pflichtteil und alle Nachlassgegenstände.

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, bevor ein Erbe ausgeschlagen werden kann?

1. Der Erblasser ist verstorben und somit der Erbfall eingetreten.

2. Der zukünftige Erbe ist darüber informiert. Der Erbe muss wissen, dass er Erbe ist.

Er muss also vom Verwandtschaftsverhältnis und somit von der gesetzlichen Erbfolge Kenntnis haben. Im Falle der gesetzlichen Erbfolge gibt es keine amtliche Benachrichtigung. Diese bekommen nur diejenige, wenn eine letztwillige Verfügung (Testament) vorliegt oder man in der Erbfolge nachrückt. Ab diesem Zeitpunkt laufen sechs Wochen, in denen der Erbe die finanzielle Situation des Erblassers überprüfen kann. Mit Ablauf der sechs Wochen muss man sich entscheiden, ob man das Erbe ausschlagen oder annehmen will.

Erbschein beantragen

Über die Beantragung eines Erbscheines können Erkundigungen über die finanziellen Verhältnisse des Erblassers eingezogen werden. Allerdings mit der Beantragung eines Erbscheines, hat man automatisch das Erbe angetreten!

Wenn der Erbe von der Erbschaft weiß und er sie nicht form- und fristgerecht ausschlägt, gilt das Erbe als angenommen.

Wie schlägt man ein Erbe aus?

Beim Nachlassgericht am eigenen Wohnsitz oder beim letzten Wohnsitz des Erblassers muss sich der Erbe persönlich vorstellen und ausweisen. Die Ablehnung wird zu Protokoll genommen. Es kann auch ein Notar mit der Erklärung beauftragt werden.

Ist eine Anfechtung der Entscheidung möglich?

Grundsätzlich kann der Erbe seine Entscheidung nicht widerrufen. Es gibt jedoch eine Ausnahme, und zwar wenn der Erbe zum Zeitpunkt seiner Entscheidung über wichtige Details der Erbschaft nicht informiert worden ist oder sich geirrt hat. Es ist möglich, wenn der Erbe im Nachhinein von unbekannten Vermögenswerten erfährt, innerhalb von sechs Wochen die Ablehnung anzufechten und das Erbe doch noch anzutreten. Dies gilt auch für den Fall, dass unbekannte Schulden oder sonstige unvorhergesehene Nachteile des Nachlasses erst nach dem Antreten der Erbschaft bekannt werden.

Wer hilft, wenn man unsicher ist?

Es empfiehlt sich einen Anwalt zu nehmen. Die Beratung ist zwar kostenpflichtig, hilft aber möglicherweise, viel Geld zu sparen.


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