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Betriebliche Rente

Bei der betrieblichen Rente hilft der Betrieb beim Sparen fürs Alter der Mitarbeiter. Ab 2019 wird der Zuschuss des Chefs stufenweise zur Pflicht. So funktioniert die Betriebsrente.

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03/2017

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Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was ist eine betriebliche Rente?

Die betriebliche Rente ist eine Zusatzrente zur gesetzlichen Rente, die über den Arbeitgeber aufgebaut wird. Es gibt zwei Modelle, für das Alter zu sparen. Entweder entrichtet der Arbeitgeber alleine Beiträge in ein Altersvorsorgemodell, oder ein Teil des Gehalts des Angestellten fließt in die Rentenvorsorge. Letztere Variante heißt Entgeltumwandlung und wird am häufigsten praktiziert. Arbeitnehmer haben seit 2002 sogar einen Anspruch auf die Entgeltumwandlung. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, einen Vorsorgevertrag anzubieten. In der Regel beteiligt sich der Arbeitgeber durch einen Zuschuss an diesem Sparmodell. Bislang war das freiwillig, ab 2019 muss der Arbeitgeber den von ihm ersparten Arbeitgeberanteil an den Sozialversicherungsbeiträgen – 15 Prozent des Umwandlungsbeitrags – zugunsten seines Beschäftigten an die durchführende Versorgungseinrichtung weiterleiten. Beide Seiten genießen bei der Entgeltumwandlung Vorteile. Arbeitnehmer sparen bei der Entgeltumwandlung Steuern und Sozialabgaben, weil die Beiträge vom Bruttogehalt abgehen, Arbeitgeber können Lohnnebenkosten einsparen und sie können Betriebsrenten als Möglichkeit nutzen, die Mitarbeiter an den Betrieb zu binden.

Lohnt sich eine betriebliche Rente?

Ob sich eine Betriebsrente lohnt, hängt vom Einzelfall ab. Arbeitnehmer sollten folgendes wissen: Bei der Entgeltumwandlung fließen Anteile aus dem Bruttogehalt in die Altersvorsorge, d. h. für diese Beträge fallen keine Sozialabgaben und Steuern an. Eine private Altersvorsorge wird üblicherweise aus bereits versteuertem Einkommen aufgebaut. Spannend wird es erst, wenn die Rente ausgezahlt wird, denn dann müssen gesetzlich krankenversicherte Rentner die Sozialabgaben auf die Betriebsrente entrichten, privat Krankenversicherte jedoch nicht. Weiterhin sind Betriebsrenten voll zu versteuern, wobei im Alter ein niedriger Steuersatz als im aktiven Berufsleben gilt. Wie lohnend dieses Altersvorsorgemodell ist, hängt entscheidend davon ab, in welchem Umfang sich der Arbeitgeber beteiligt, denn die Entgeltumwandlung lohnt sich umso mehr, je höher der Arbeitgeberbeitrag ist. In Unternehmen, die nach Tarif bezahlen, ist der Arbeitgeberzuschuss oft im Tarifvertrag festgeschrieben. Ohne Tarifvertrag muss der Arbeitnehmer selbst mit dem Chef verhandeln. Finanziert der Arbeitgeber die Beiträge einer betrieblichen Rente komplett alleine, lohnt sich das meist immer.

Welche Sparmodelle gibt es?

Wie rentabel eine betriebliche Rente ist, hängt auch von der Art des Sparvertrags ab, den der Arbeitgeber anbietet. Es gibt verschiedene Formen der betrieblichen Altersvorsorge. Am häufigsten ist die Direktversicherung, die wie eine Lebensversicherung funktioniert. Diese Variante ist vor allem in kleineren und mittleren Betrieben üblich. Entscheidend ist, dass der Arbeitgeber eine Police mit guten Konditionen abschließt. Auch das Modell Pensionskasse wird häufiger angeboten. Diese stehen meist exklusiv den Mitarbeitern eines Unternehmens offen. Pensionsfonds gibt es in der Regel nur in großen Unternehmen, denn hier werden Sparanteile am Aktienmarkt angelegt und die Höhe der Rente hängt vom erzielten Ertrag ab. Einen Anspruch auf ein bestimmtes Sparmodell hat der Arbeitnehmer nicht. Bei Direktversicherungen, Pensionskassen und -fonds gelten Beitragsgrenzen. Jährlich können ab 2018 bis zu acht Prozent der gültigen Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung steuerfrei eingezahlt werden. Ab 2018 sind das 6240 Euro (West) bzw. 5568 Euro (Ost) im Jahr.

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Ausgewählter Rechtstipp zum Thema „Betriebsrente“

Checkliste: Vier wissenswerte Aspekte zur betrieblichen Rente

 Arbeitgeberwechsel

Bei der Variante Entgeltumwandlung gehen bei einem Arbeitgeberwechsel die angesparten Beträge keinesfalls verloren. Es gibt in diesem Fall nämlich verschiedene Möglichkeiten, mit dem laufenden Vertrag umzugehen: der neue Arbeitgeber kann den alten Vertrag weiterführen, der Arbeitgeber kann das angesparte Kapital aus dem alten Vertrag in einen neuen überführen, der alte Vertrag kann beitragsfrei gestellt werden und ruhen oder der Arbeitnehmer kann den alten Vertrag selbst weiterführen und die Beiträge aus eigenen Mitteln entrichten. Meist ist es am günstigsten, wenn der neue Arbeitgeber den alten Vertrag einfach weiterführt, denn ein neuer Vertrag ist oft mit finanziellen Einbußen verbunden.

Nachteile der betrieblichen Rente

Bei der Entgeltumwandlung verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Bruttogehalts – auf diesen fallen keine Sozialabgaben an. Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass der Arbeitnehmer weniger Geld herausbekommt. Er bekommt eine geringere gesetzliche Rente, weniger Krankengeld, weniger Arbeitslosengeld, weniger Elterngeld und weniger Erwerbsminderungsrente. Dafür hat er natürlich eine Zusatzrente aufgebaut, die höhere Bezüge im Alter bedeutet. Betriebsrente plus gesetzliche Rente sollten unter dem Strich auf jeden Fall höher ausfallen, als würden alle Bezüge in die gesetzliche Rente alleine fließen.

Höhe des Arbeitgeberzuschusses

Damit sich die Betriebsrente lohnt, sollte der Zuschuss durch den Arbeitgeber so hoch wie möglich sein. Nur so lässt sich der reduzierte Beitrag bei der Einzahlung in die gesetzliche Rente wieder ausgleichen. Denn der Arbeitnehmer zweigt ja etwas vom Brutto ab, das in die Betriebsrente fließt und auf das keine Sozialabgaben anfallen. Zwar legt das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz einen Mindestzuschuss des Arbeitsgebers von 15 Prozent fest. Kritiker sind der Auffassung, das sei bei weitem nicht genug. Der Arbeitgeber müsste 20 bis 40 Prozent zusätzlich einzahlen, damit sich die betriebliche Altersvorsorge lohne.

Frühzeitiger Ausstieg aus dem Vertrag 

Wer sich für eine Betriebsrente entscheidet, sollte bedenken, dass er den Vertrag nicht kündigen kann. Der Vertrag kann lediglich beitragsfrei gestellt werden und ruhen, was wiederum Einbußen bei der Rendite mit sich bringt. Die angesparten Gelder können also nicht, wie bei einer Lebensversicherung, dafür verwendet werden, um beispielsweise eine Immobilie zu finanzieren. Für eine Gruppe von Angestellten lohnt sich die Betriebsrente aber besonders: Für Spitzenverdiener mit einem hohen Steuersatz, die möglichst auch noch privat krankenversichert sind.

Wussten Sie schon?

Das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz ist seit 01.01.2018 in Kraft. Mit diesem Gesetz sollen Geringverdiener leichter Zugang zur Betriebsrente erhalten. Arbeitgeber, die für einen Mitarbeiter mit maximal 2200 Euro Bruttogehalt bis zu 480 Euro im Jahr in eine rein arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente einzahlen, profitieren von einer Steuerentlastung. Bei der Variante Entgeltumwandlung sind Arbeitgeber ab 2019 verpflichtet, mindestens 15 Prozent Zuschuss beizusteuern. Das soll stufenweise geschehen. Zunächst gilt dies nur für ab dem 01.01.2019 neu abgeschlossene Entgeltumwandlungsvereinbarungen der Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds. Ab dem 01.01.2022 gilt dies rückwirkend für Altverträge, die vor 2019 abgeschlossen wurden. Neu sind auch die Regelungen zur Grundsicherung: Bislang wurden Bezüge aus Betriebsrenten auf eine Grundsicherung im Alter angerechnet. Ab 2018 können Rentner nun 100 Euro im Monat behalten. Liegen die Rentenbezüge über 100 Euro, dürfen sie weitere 30 Prozent davon behalten, maximal rund 200 Euro.

Bislang mussten Arbeitnehmer finanzielle Einbußen bei der Betriebsrente in Kauf nehmen, wenn das Arbeitsverhältnis länger geruht hat und keine Beiträge in die betriebliche Altersvorsorge geflossen sind, etwa weil sie in Elternzeit gegangen sind oder Angehörige gepflegt haben. Das neue Gesetz erlaubt Nachzahlungen in Höhe von bis zu acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rente und der Arbeitnehmer kann jetzt maximal zehn Jahre nachzahlen.

Glossar

  • Direktversicherung: Eine Direktversicherung ist eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung. Es gibt die klassische Variante mit Garantiezins oder die fondsgebundene Version. Bei letzterer fließt ein Teil des Sparbetrags in einen Aktienfonds. Entscheiden sich viele Arbeitnehmer eines Betriebs für eine Direktversicherung, ergeben sich oft Gruppenverträge mit günstigen Konditionen. Die eingezahlten Beiträge sind sicher, auch wenn der Arbeitgeber insolvent werden sollte.


  • Pensionskasse: Ein oder mehrere Unternehmen können gemeinsam eine Pensionskasse bilden. Das sind vom Arbeitgeber unabhängige Einrichtungen und werden von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht kontrolliert. Pensionskassen gewähren die gesetzliche Garantieverzinsung. Der Anteil, der in Aktien investiert werden darf, ist begrenzt.
  • Pensionsfonds: Große Unternehmen bieten häufig Pensionsfonds an, die nur ihren Mitarbeitern zur Verfügung stehen. Pensionsfonds sind vor allem in den USA und Großbritannien eine verbreitete Anlageform. Im Gegensatz zur Direktversicherung und zur Pensionskasse dürfen die Beträge vollständig in Aktien angelegt werden. Das steigert die Renditechancen, bedeutet aber auch ein größeres Risiko.

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